Es ist faszinierend und erschreckend zugleich zu sehen, wie sich im Krieg gegen die
Ukraine der Kampf um kulturelle Autonomie auf dem Rücken der Kunst und Kultur wiederholt. Wie in praktisch jedem
(Kultur)Krieg. Kunst und Kultur werden wechselseitig zerstört und überbetont zugleich, wenn es im
eigenen Interesse liegt. Es sind Selektionsprozesse, die immer das Eigene überhöhen bzw. das Fremde
zerstören sollen, um eine verbindliche "identitäre" Narration rspkt. Erinnerung zu gestalten,
politisch zu gestalten.
Ist das Erinnerung? Ist das Geschichte von unten? Gibt es überhaupt noch belastbare
Geschichtschreibung?
This is not a call for a return to historicism, or to any other
modernist notion of time, as it is not really possible to
differentiate between fiction and history in a period of
information overload. The perpetually rolling avalanche of
information has not clarified the current situation, but has
confused it, leaving the once secure binaries of the dialectic
in a state of ruins. History is no more: Only speculative
reflection remains on what is now the fractal of time. The
greater the speed, the greater the intensity of fragmentation.
There are traces of modern thought linked to this discourse,
since fragmentation was central to discussions of the complex division of labor, both general and specific, among
theorists such as Marx, Weber, Adorno, the Situationists,
etc. Yet the division of labor as a historical backbone at the
macro level, or as critique of assembly-line oppression at the
micro level, now is insufficient to describe and explain
separation.
Das markiert den Einstieg der Diskurse, in identitäre Politik. Es zeigt sich jedoch,
dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss war. Heute stellt sich heraus,
dass diese Fragmentierung in verheerende Reaktion führt.
Falsch ist hier die Kritik an der Dialektik, denn sie wird hier einfach als "Binary"
verstanden,
das war sie nie. Es ist eben nicht die mechanistische, alberne Dialektik Hegels, sondern, die
dynamische
des
historischen Materialismus. Damit ist Geschichte auch nicht nur ein "Backbone", was ebenfalls sehr
mechanistisch gedacht ist, sie ist vielmehr das Ergebnis von dynamischen Aushandlungen. Im
historischen Materialismus ist Geschichte nicht das, was passiert ist, sondern das, was im
"Hintergrund" die Dynamiken bestimmter Prozess immer wieder bestimmt.
Es ist die Geschichte
der
Stellung verschiedener sozialer Akteure im Gesamtgefüge des Kapitalismus - die Frage also, woher
kommen die Interessen, die dann, auch von Zufall beeinflusst, den Lauf der Geschichte
bestimmen.
Das ist kein "Backbone", sondern reine politisch-ökonomiche Analyse, die mehr über
Kräfteverhältnisse als bestimmte Punkte oder Ereignisse der Geschichte sagt. Das sind also
grundfalsche Annahmen. Das ist wichtig, weil hier sehr genau beschrieben wird, welche albernen
(chronischen) Fehlinterpretationen erst in die Aufgabe einer Klassenperspektive, sowie in den
Hyperindividulismus der kleinbürgerlichen, identitären Politik geführt haben.
Das CAE
zeigt
sehr schön, exemplarisch, unbeabsichtigt, dass schon der Beginn ein Witz
war, aber keine Theorie. Denn diese und ähnliche Auffassungen fand man seinerzeit massenhaft
.
Im Prinzip passiert genau das, was Lenin wunderbar darlegte, schon Georg Lukács
in "Geschichte und Klassenbewußtsein" von 1923 so wieder aufgriff:
"Es ist
lächerlich"
sagt
Lenin in einer nur formell, nicht im Wesen der Sache karikierend
übertriebenen Weise, "sich vorzustellen, daß an einem Orte sich ein Heer in Frontstellung
aufrichten und sagen wird: "wir sind für den Sozialismus!", und an einem anderen Orte ein anderes
Heer, das erklären wird: "wir sind für den Imperialismus", und daß das dann eine soziale
Revolution sein wird." Die Fronten von Revolution und Konterrevolution entstehen vielmehr
in einer sehr abwechslungsvollen und vielfach äußerst chaotischen Form.
Dies muss man aber auch aushalten können, denn so einfach und klar, wie viele es gerne hätten,
waren die Fronten nie - damit bestätigte schon Lenin, dass das CAE hier falsch liegt. Falsch
liegt, in einer besonders peinlichen Form, denn es wird ausgerechnet dem historischen
Materialismus unterstellt, er wäre je von zwei "Heeren" ausgegangen, noch schlimmer: Die
chaotischen Fronten der Klassenkämpfe werden als neues Phänomen beschrieben, obschon schon
1923, Lukács einen mehr oder weniger Witz von Lenin aufgreift, der offensichtlich bereits
genervt ist, von dem, was das CAE dem Marxismus unterstellt. Das nenne ich "Fragments on
Time". Also - so braucht uns niemand zu kommen.
Das CAE
geht uns am Arsch vorbei - es steht hier nur für massenhaft "Theorie", die in den letzten
Jahren des ersten Neo-Liberalimus Booms entstand. Das sind die Linken des Neo-Liberalismus,
wen wundert es, dass auch eine "Linke Ich AG", die identitäre Politik, entstehen musste.
Doch wir wollen gerne selbstkritisch sein: Das größte Problem mit dem Marxismus, sind die
Marxisten, die ihn vom Hörensagen kennen. Oder um es gleich mit Lenin zu sagen, die nur
"das kleine ABC des Materialismus" verstanden haben. Da waren die Säuberungswellen der
Vergangenheit vielleicht falsch strukturiert. Hö,Hä,Hi danke für den Hinweis. Stochastische
Papageien, so
würde man
diese Gattung der "Marxisten", auf die sich das CAE bezieht, heute nennen.
Eins ist sicher: "Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten, Wir werden diesen
Weg zu Ende geh'n
Und ich weiß, wir werden die Sonne seh'n"
Wahrscheinlich ist Ungeduld der Hauptgrund - denn mit dem Beginn der identitären Politiken,
hier von Links, stürzte man sich auch in einen atemberaubenden und ineffektiven Aktionismus, weil
man endlich
was tun wollte. Was dabei rumkommt, dies sehen wir heute, die Reaktion, die Konterrevolution
wurde stärker und stärker, während man sich in esoterischen "Diskursen" verloren hat. Diese
Diskurse sind selbstreferentiell geworden und haben keinerlei gesellschaftliche Relevanz. Sie
sind Verlierer:innendiskurse einer selbstgenügsamen kleinen Szene aus Akademikern, die sich in
rätselhafter Sprache verloren haben, die eigentlich schon eine eigene Fremdsprache des
ausgeflippten
akademischen Kleinbürgertums ist.
Aber vor dem
Hintergrund dieser identitären "Verzweiflung",
letztlich so gesehen,
ein Beleg für die Konfusion der Informationsgesellschaft. Diese Fragmentierung hat als letzten
Grund aber nicht eine diffuse "Informationsgesellschaft". Die Beschleunigung des
Kapitalismus, konnte zunächst durch eine Verbürgerlichung der westlichen
Arbeiterklasse abgefangen werden. Es ging einem gut und man konnte, wie die Kleinbürger, vom
eigenen Haus, von Frieden und Wohlstand träumen, man lebte in der Vorstellung, dass es jeder
Generation besser gehen wird, als jener zuvor. Der (amerikanische) Traum ist nun ausgeträumt, das
Krisenpendel
schlägt wieder zu, der Bedarf an größeren, klassenkämpferischen Solidargemeinschaften, die sich aus
der ökonomischen
Stellung ergeben, steigt wieder an. Oh Wunder.
Die Rechten haben dies schon lange
verstanden.
Entgegen
der Annahmen der Sozialdemokratie (Menschewiki, SPD), wurde diese Verbürgerlichung (fragmentierter
Hyperindividualismus) nicht nur auf dem
Rücken
des
globalen Südens erreicht, der umso tiefer in die Armut stürzte, wie die sozialdemokratischen
Funktionäre die Arbeiter und Angestellten zu Kleinbürgern machten, das alles ist auch nicht mehr
bezahlbar, für jene, die davon eigentliche profitieren sollten. Der Wohlstand und die soziale
Sicherheit, welche den
dekadenten
Hyperindividualismus erst ermöglichte, schien für immer zu halten, schien immer weiter ausgebaut
werden zu können, je mehr die Quellen dieses Wohlstandes verdrängt wurden. Nun, das war eine
kurze
Phase
für ausgeflippte Kleinbürger und Arbeiter, mit Mercedes und Reihenhaus und zwei Mal im Jahr
Zrlaub in Italien.
Das genau war
von z.B. Marx vorausgesagt, da sind wir im vorherigen Text
"Are You Dead Or Are You Sleepin'"
drauf eingegangen.
Den Menschewiki fliegen ihre uralten Lügen, ihre Bequemlichkeit,
ihre Angst,
ihre eigene Verbürgerlichung,
um die Ohren,
genau wie
prognostiziert. Den Kapitalismus in seinem Lauf, hält die Sozialdemokratie nicht auf, so
wird ein Schuh draus. Und da hätte selbst die SED untergehen können und Honecker hätte immer
noch recht - hat er aber nicht gesagt. Jetzt ist "die Linke" selber zum Menschewisten geworden,
gewandelt vom Stalinisten - das macht einen so schnell keiner nach, ein vorbildlicher
Abstieg, im Sinne des historischen Materialismus. *rülps*. Auf jeden Fall scheint der
Stalinismus durchlässiger in Richtung Menschewismus als in Richtung Bolschewismus. Hm, ist
irgendwie klar, denn, wenn man die Träume der Sozialdemokratie bis zum Alptraum durch träumt,
dann landet man irgendwo in einem bürokratischen Staatskapitalismus - back and for' - da war
Stalin schon. So ist es - es ist ein Hecken-Labyrinth, hat man keine Ahnung, bleibt man drin.
Bolschewisten haben immer eine Heckenschere dabei.
Fragments on Time
Eines der
elementarsten
Herrschaftsmerkmale der
Nazis, aber bei weitem nicht nur der
Nazis, war es kulturelle Hegemonie herzustellen.
Ein Selektionsprozess, der bei den Nazis
besonders detailversessen betrieben wurde. Es gab verschiedene Abstufungen, nach denen mit der
kulturellen Autonomie, nicht hegemonialer Diskurse umgegangen wurde.
Die einen, insbesondere
deutsche jüdischen Glaubens und Säkularisierte standen zusammen mit den Roma und Sinti
auf der
untersten Stufe. Ebenfalls wurden Menschen verfolgt, die nicht in das Bild von Sex und Familie
der Nazis passten. Ziel all dieser Bestrebungen ist es stets vorzuschreiben,
was angeblich "natürlich" ist und
was
nicht.
Vor den
Kriegsgegnern im Westen hatte man dagegen noch halbwegs
Respekt.
Hitler
ließ es sich nicht nehmen Paris zu besichtigen und die französische Kultur zu rauben.
Je
weiter wir nach Osten kommen, umso "untermenschlicher" wurde es.
Wobei insbesondere, nach
Aufkündigung des Hitler-Stalin-Paktes, der "bolschewistische Untermensch" gebrandmarkt wurde. Er
stand aber noch über "den Juden" und "den Z..." immerhin - Arbeit statt Gaskammer.
Die
Nazis hatten offensichtlich nicht mitbekommen, dass Trotzki im Ausland war und Lenin tot, die
alte SDAPR vernichtet, in zahlreichen Schauprozessen praktisch alle Zeitzeugen des
roten Oktober ermordet worden waren, oder geflohen. Bolschewiki - das war die revolutionäre
Minderheit in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR), während die
Menschewiki die reformistische Mehrheit waren. In der KPdSU gab es jedoch
keine
Fraktionen mehr,
sondern nur noch Stalinisten. Wäre es anders gelaufen, dann darf bezweifelt werden, ob die
Deutschen weiter, als bis vor die polnische Grenze gekommen wären.
Stalin
als Bolschewisten zu bezeichnen ist ziemlich schräg.
Ein eigenes Amt, das Amt Rosenberg, mit zahlreichen Unterabteilungen nahm diese perversen
Selektionen in großer Detailtiefe vor, bestimmte damit den Rahmen dessen, was Kultur ist und was
nicht. Eigene Brandkommandos schwärmten dann, mit weiteren Eroberungen im Osten, in ganz Europa aus,
um insbesondere jüdisches Kulturgut und historische Zeugnisse jüdischen Lebens in Europa
auszutilgen, zusammen mit den Menschen.
Das wichtigste ist jeweils: VON DEM ANDEREM DEM FREMDEN SOLL NUR ASCHE BLEIBEN,
DENN ES IST BÖSE. Es soll weg,
abgeschoben werden, ermordet werden, von der Erdoberfläche verschwinden.
Gut,
dass wir
inzwischen Computer und ein dezentrales Netz haben. Das wird schon schwerer mit der Verbrennung. Die
Geschichte lehrt uns aber auch: Das ist alles sinnlos, denn Kunst und Kultur kennt solche Selektionen
nicht, sie ist unendlich, sie dauert fort, und was sie dachten vernichtet und ausgegrenzt zu haben, das
lebt, wie unverfroren, immer weiter und weiter, sie schaffen es niemals. Das Medium ist nicht das
Papier, die
Festplatte, das Medium ist das Herz und der Verstand, das ist nicht aus der Welt zu schaffen.
*seufz*
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zu erheblichen
Zerstörungen von Kulturgütern geführt.
Mindestens 53 Kulturstätten wurden beschädigt oder zerstört,
darunter Kirchen, historische Gebäude, Museen und Denkmäler.
- Beschädigte und zerstörte Kulturstätten:
Mindestens 53 Kulturstätten sind betroffen,
darunter 29 Kirchen,
16 historische Bauten,
4 Museen und 4 Monumente.
- Besonders betroffene Gebiete:
Charkiw ist stark betroffen, wo unter anderem das Holocaust-Mahnmal, das staatliche Theater für Oper und Ballett sowie das Kunstmuseum beschädigt wurden.
Gefährdete Welterbestätten:
Die sieben UNESCO-Welterbestätten in Kiew, darunter die Sophienkathedrale und das Höhlenkloster, sind ebenfalls gefährdet.
- Zahl der betroffenen Gebäude:
Schätzungen gehen von über 250.000 zerstörten Gebäuden aus, darunter auch einzigartige Architekturdenkmäler.
- Zerstörung von Museen:
Kleinere Museen sind besonders gefährdet und benötigen Unterstützung beim Schutz ihrer Bestände.
- Gezielte Zerstörung:
Es gibt Hinweise darauf, dass einige Kulturstätten gezielt von russischen
Truppen zerstört wurden, wie das Museum von Hryhorii Skovoroda.
Warum habt ihr den Putz und Stein von dem alten Gebäude der Nazis gekratzt? Ganz einfach, wir wollten
das Nazidisneyland etwas verkleinern, hatten insgeheim gehofft, die Statik zu gefährden.
Das hat nicht geklappt, war dann doch Stahlbeton unter dem romantischen Klinker - der nach Burg
aussehen sollte. Dann hatten wir aber das ökologische Problem, dass eimerweise
Nazistaub in der Landschaft herumlag. Ich mein, dies tut er jetzt auch, aber ist gebunden
in einem Gebäude - einer "Burg" *grmpf*. Daher haben wir dann gedacht okay, verfüttern wir die
Nazireste eben ans Publikum, dann werden sie endlich verdaut und ausgeschissen in einem
ökologsischen Entnazifizierungsprozess. Vogelsang-Konversion.
Daher haben wir dann die
Konstruktion mit den Ventilatoren gebaut, das hat einen ausgeklügelten Luftstrom erzeugt, der das
Publikum, was sich sicher hinter einer Videoinstallation wähnte, da die Performance
scheinbar abgekapselt war, nur mit Video in den Ausstellungsraum übertragen wurde, doch sehr
überrascht. Wir waren natürlich
die
einzigen mit Atemschutz. Selektionsprozesse, die sollte man am eigenen Leib erfahren, wenn man
schon so sensationslüstern ist und sich die Spukorte der Nazidiktatur anschaut. Das bleibt in
Erinnerung. Natürlich haben wir die Leute nicht gezwungen zu bleiben, einige haben die Flucht
ergriffen, andere fandes es "geil". Der damalige Historiker meinte: "Genau so fühle ich mich
manchmal, als ob ich das hier alles herunterschlucken muss" oder so ähnlich.
"Ihr sagt doch es ist konkreter Surrealismus - das ist doch eher Situationismus?"
"Ah so, findest du, Klugscheißer mit Museumsdiplom aus dem Andenkenshop, ja? Ich sag dir was, bei der
nächsten Naziarbeit
stellen wir ein
Erschießungskommando nach und du spielst den erschossenen - das ist Situationismus. Aber nur,
wenn Blut fließt."
Wir hassen Publikum, was nach dieser Installation niemand mehr bezweifelte. So bescheuert muss man
erstmal sein, von Köln 50 KM in den Eifel-Dschungel fahren, um Nazi Staub zu atmen. So ist es, das
Kunstpublikum. Na ja, muss es auch geben. ;)
Es werden unter sehr anstrengenden Bedingungen die Namen von Autoren verlesen, die sich auf der
sog. "Liste 1 schöne Literatur" befanden. Diese Liste wurde vom "Amt Rosenberg" (bzw
unspezifischen Vorläufern der Nazi Kulturbürokratie) erstellt und an
Bibliotheken und den Börsenverein des deutschen Buchhandels gegeben. Damit sollten die genannten
Autoren aus öffentlichen Bibliotheken und dem Buchhandel entfernt werden.
Während die sog.
Bücherverbrennungen ein inszeniertes Theater im Rahmen der Machtergreifung waren, stehen diese und
andere Listen für den bürokratischen Prozess, mit dem im Laufe der Zeit die gesamte deutsche
Kulturlandschaft umgeformt werden sollte.
Diese Liste ist ein Selektionsinstrument, was als
Symbol für diese Art von Selektionsprozessen steht, die zur Diktatur und Herrschaft gehören, wie
die Mutter zum Kind. Die Form einer Liste - Schindlers Liste - ist ja selbst immer
schon eine Selektion, sonst wäre es keine Liste.
Doch man kann sich auch einmal selber
fragen - was
sind
eigentlich meine
Selektionsprozesse, wie komme ich eigentlich darauf bestimmtes einzusortieren und anderes
auszusortieren. Macht man sich einmal auf diesen Pfad, wird man schnell bemerken, dass
Selektionsprozesse immer und überall auftauchen, sie werden aber kaum hinterfragt, sondern
routiniert abgespult. So war es sicher auch bei dieser Liste - brav wurden die Bücher aus dem
öffentlichen Raum entfernt - als Dienstanweisung - kaum jemand wird dies ernsthaft hinterfragt
haben. Die Nazis - eine gewaltige Inszenierung menschenverachtender Bürokratie. Bürokratie - deren
eigentliches
"Wesen", ohnehin die Selektion ist und war.
Ihr könnt euch denken, dass die Liste unten unendlich werden würde, wenn wir sie nicht begrenzen. Interessant ist hier die Saatgutbank. Was man nicht auf den
ersten Blick als Kulturgut vermuten würde, ist es im wörtlichen Sinne. Hier befanden sich Saaten,
die perfekt auf das besondere Klima abgestimmt waren. Das landwirtschaftliche Wissen von
Generationen wird zum Bestandteil des Hungerkrieges gegen die palästinensische Bevölkerung.
Seit Jahrzehnten fallen Heiligtümer der australischen Ureinwohner dem Bergbau zum Opfer.
Die neuerliche Sprengung zweier Kultstätten der Aborigines löst einen Sturm der Entrüstung aus.
Jetzt muss der Chef des Bergbaukonzerns Rio Tinto gehen.
Tenochtitlán (Azteken)
Die spanische Eroberung führte zur vollständigen Zerstörung der
aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán. Mexiko-Stadt wurde auf den Ruinen dieser antiken
Metropole errichtet.
Machu Picchu (Inka)
Obwohl die Ruinen von Machu Picchu bis heute erhalten sind,
wurden viele andere Inka-Städte und -Heiligtümer
von den Konquistadoren zerstört oder geplündert.
Die israelische Armee hat die Saatgutbank im besetzten Westjordanland zerstört. Den Bauern fehlt nun lokales Saatgut.
„Our memory no longer exists. The cradle of civilization writing, and law
has been
burned. Only
ashes remain.These are the Words of a professor
of mediaval history in Baghdad: a few days later he was arrested for
the belonging to the Baath Party. He spoke as he left the modern university
building, where every single book in the library had been looted.“
„In 1999, I went to Sarajevo with an
investigating team and saw the ruins of the National Library,
situated in the town hall known as the Vijecnica. Prior to
its deliberate firebombing, it haoused 1.5 Million volumes,
including over 100.000 manuscripts.“