Warten auf die ersten Hochrechnungen: Werden Rechtsradikale in Deutschland wieder an die Macht kommen?
(PS. Sie sind es schon, denn sie zwingen die anderen Parteien zu Koalitionen und Zusammenarbeit, die deren
eigenes Profil nachhaltig zerstört. )
s
Sie feiern nicht das Neue, nicht einen Aufbruch, sie feiern ihre eigene Angst vor dem Tode! Und
dies
auf Kosten anderer!
Die Gründung West, geboren aus dem 12 Jahre dauernden 1000-jährigem Reich, hat vermeintlich alles getan,
um zu verhindern, was nun vielleicht in einem kleinen Ost Bundesland passiert. Tatsächlich steht das gesamte
Konzept der Westrepublik mit Grundgesetz, sozialer Marktwirtschaft, Öffentlich-Rechtlichem Rundfunk und
Tarifpartnerschaft am Scheideweg. Sachsen-Anhalt ist unbedeutend und kleiner, als die Metropolregion
Köln/Bonn. Nach Aufholeffekten, nach der Wiedervereinigung, tritt das Bundesland seit langem auf der Stelle
. Umso merkwürdiger ist, dass Wirtschaft bei der in den Umfragen führenden Partei keine Rolle spielt,
oder nachweislich auf Amateurlevel angesiedelt ist, sich lächerlichen ideologischen Forderungen
unterordnen soll. Diese ideologischen Forderungen produzieren nicht nur bei Migration gewaltige
Zielkonflikte, die nicht ernsthaft im Wahlkampf thematisiert wurden. Das muss, mit oder ohne AfD
Regierung, egal, wer unter diesen Bedingungen regiert im Stillstand enden. Auch eine krampfhaft
zusammengeschusterte Anti.AfD Front wird das Bundesland nicht nach vorne bringen. Es sind die Menschen
mit ihren tölpelhaften und emotionalen Entscheidungen, die den Stillstand ausläsen. Das ist nicht einfach
zu lösen. Hinzu kommt eine gefährliche Schengen-, EU-, Eurofeindlichkeit. Die Ausgangsvoraussetzungen für dieses Bundesland könnten also schlechter nicht sein
. Es besteht die große Gefahr, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes weiter sinkt, weil
viele Leistungsträger bei weiter instabilen politischen Verhältnissen und zusammenhanglosen, moralischen
politischen Forderungen das Bundesland verlassen. Also nicht nur im Fall einer AfD Regierung. Der
Überalterungsfaktor und der Faktor Flucht nach Westen ist in Sachsen-Anhalt bereits jetzt sehr hoch.
Wir warten nun mal ab, wie diese Wahl ausgeht. Die
erratischen und vorwiegend moralisch-ideologischen Forderungen der AfD jedenfalls, lassen nur einen
Schluss zu, es geht nicht um Landespolitik, sondern um den Versuch ein Bundesland um jeden Preis zu
erobern. Auf Kosten der Bürger:innen.
Strategisches Ziel ist die endgültige Legitimierung der AfD,
die besonders durch die rechte Bundespolitik unter Merz/Klingbeil bereits erfolgt ist. Nun sollen die
Früchte dieser Legitimation und der strategischen Fehlleistungen von Merz/Klingbeil
(SPD schon unter der Ampel, namentlich Faser), aktuell
besonders durch die Union, im Bund geerntet werden.
Das Motto der Wahlparty ist: Heute gehört uns
Sachsen-Anhalt und morgen die ganze Republik. Die völlig verfehlte Politik, der Rechtsruck durch Merz und
die CSU haben dies sehr leicht gemacht. Dobrintds Migrationspolitik, etwa, ist eine Aufforderung die AfD
zu wählen. Die Menschen wählen nicht die Kopisten und Nachplapperer, sondern das Original. Dümmer geht es
nümmer. Das ist wissenschaftlich in solchen Fällen seit Jahrzehnten belegt. War eine Lehre der
Konservativen DNVP/Zentrum aus Weimar - war. Strauß kann nicht angewendet werden, die Gruppe rechts
der CDU/CSU ist stärker als die CDU/CSU - der Zug ist abgefahren.
Die SPD
wird nicht mehr als eigenständige Kraft
wahrgenommen
und
kann so auch nicht weiter helfen. Sie hat sich selbst an die Wand gespielt, durch die lächerliche
Münterfering Taktik, dass man immer in der Regierung sein muss. So gelingt keine Erneuerung, was auch für
die Union gilt. Die AfD profitiert vor allem von den Fehlern und der nicht wissenschaftlich
unterfütterten Strategie gegen Rechts, besonders der Union. Ein Land im Würgegriff einer katastrophalen
politischen Klasse, von der die AfD nur am lautesten schreit. Das Land ist mit der AfD auf dem Weg in
eine Kleptokratie, die nur vervollkommnet, was bisher unter den etablierten gelaufen ist.
Um die Heimat wieder herzustellen, musste aus Woppenroth, Dickenschied und Rohrbach, Schabbach werden
. Swashmark's Perspektiven II: "Schabbach". ( I: "Herr
Holz")
KI: Binnenmigration nach Westen und wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt seit der
Wiedervereinigung
Die Wanderungsbilanz von Sachsen-Anhalt nach Westdeutschland war über Jahrzehnte hinweg massiv negativ, hat sich jedoch in den vergangenen Jahren im Gesamtsaldo weitgehend stabilisiert und ausgeglichen. Während das Land nach der Wiedervereinigung zu den größten demografischen Verlierern gehörte, sorgt die aktuelle Trendwende seit etwa 2015 für eine ausgeglichene Binnenwanderung, die primär durch internationale Zuzüge gestützt wird.
Phasen der Migration: Sachsen-Anhalt → Westdeutschland
Die ost-westdeutsche Binnenmigration lässt sich für Sachsen-Anhalt in drei wesentliche Phasen unterteilen:
Sachsen-Anhalt verzeichnete bundesweit die höchsten relativen Wanderungsverluste. Hauptmotive waren hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven.
Der Wanderungssaldo flachte stark ab. Um das Jahr 2022 wurde die Netto-Abwanderung in die westlichen Bundesländer erstmals seit 1990 temporär gestoppt.
Im Gesamtsaldo stabil. Allerdings hält die selektive Abwanderung junger Menschen (18 bis 30
Jahre) in den Westen unvermindert an.
| Phasen |
Entwicklung & Tendenz |
| Phase 1: 1991 – 2009 |
Massenabwanderung nach Westdeutschland aus den bekannten Gründen. Hier verzeichnete SA ein
überdurchschnittliches Problem. Besonders die zunächst unklare Lage der Chemiestandorte und
die hohe Arbeitslosigkeit zwang in den Westen. Diese Menschen fehlen für immer, denn sie
haben ihre Familien im Westen gegründet, bzw. ihre Lebenspartnerschaften.
|
| Phase 2: 2010 – 2022 |
Stabilisierung & Trendwende, aber nur durch internationale Zuwanderung ausgeglichener
Saldo. Fachkräftemangel besteht in industriellen Clustern, die durch den Weltmarkt strakt
unter Druck stehen, wie Leuna.s |
| Phase 3: Ab 2023 |
Demografische Spaltung. Die Überalterung der Gesellschaft in SA liegt über dem Bundestrend.
Die Abwanderung gut ausgebildeter Junger nach Westen hält an, es bildet sich eine Blase der im
wahrsten Sinne des Wortes "zurückgebliebenen" Jungen. Sorry - Statistik ist manchmal, wie
sie ist. |
Aktuelle demografische Eckpunkte
- Gesamtbilanz: Sachsen-Anhalt verzeichnet im Jahr 2025 das zwölfte Jahr in Folge einen positiven Gesamtwanderungssaldo (Zuzug aus dem Ausland und anderen Bundesländern übersteigt die Fortzüge).
- Die Jugend-Lücke: Bei der Kernarbeitsgruppe der 18- bis unter 30-Jährigen verliert Ostdeutschland (ohne Berlin) weiterhin jährlich tausende Personen netto an den Westen.
- Kompensation: Die Verluste an westliche Bundesländer werden rein rechnerisch durch Gewinne aus der Außenwanderung (internationale Zuwanderung) ausgeglichen.
Die wirtschaftliche Entwicklung von Sachsen-Anhalt seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist von einem tiefgreifenden Strukturwandel geprägt. Nach dem Zusammenbruch der DDR-Planwirtschaft und der Schließung unrentabler Großbetriebe erlebte das Land zunächst eine schwere Deindustrialisierung und eine massiv ansteigende Arbeitslosigkeit. Seither hat sich die Wirtschaft jedoch durch gezielte Investitionen in moderne Cluster – insbesondere in der chemischen Industrie (wie dem Chemiepark Leuna), dem Maschinenbau, den erneuerbaren Energien und der Nahrungsmittelindustrie – stabilisiert.
Wichtige Meilensteine und Trends
- Aufholprozess der 1990er und 2000er Jahre: Trotz massiver Transformation vervierfachte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner in den ostdeutschen Flächenländern seit 1990.
- Arbeitsmarktstabilisierung: Lag die Arbeitslosenquote in den Spitzenzeiten nach der Wende zeitweise bei über 20 %, sank sie durch den Ausbau des Mittelstands sowie den demografischen Wandel im Verlauf der Jahre deutlich. Im Jahr 2025/2026 pendelte sich die Quote bei etwa 8,0 % bis 8,5 % ein.
- Demografische Herausforderungen: Der wirtschaftliche Fortschritt wird kontinuierlich durch eine starke Abwanderung und Überalterung gebremst. Seit 2000 verlor das Land fast 18 % seiner Bevölkerung. Dies führt heute zu einem akuten Fach- und Arbeitskräftemangel.
- Aktuelle Konjunktur: Die Wirtschaft Sachsen-Anhalts reagiert empfindlich auf globale Krisen. Umsatzrückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor dämpften zuletzt das reale Wachstum, wodurch das Land im innerdeutschen Vergleich leicht zurückfiel. Zudem verlor die Region durch die Absage der geplanten Intel-Großinvestition bei Magdeburg einen bedeutenden Wachstumsimpuls.
Wirtschaftsleistung im Vergleich zu anderen Bundesländern
Im Vergleich der 16 deutschen Bundesländer nimmt Sachsen-Anhalt beim nominalen Gesamt-BIP einen Platz im unteren Drittel ein (Rang 12) und erwirtschaftet rund 1,8 % der gesamtdeutschen Wirtschaftsleistung. Während die Wirtschaftskraft deutlich hinter den großen westdeutschen Flächenländern zurückbleibt, liegt sie auf Augenhöhe mit den direkten ostdeutschen Nachbarn Thüringen und Brandenburg.
| Bundesland (Auswahl) & BIP-Anteil an Deutschland (ca.) |
Wirtschaftliches Profil / Entwicklungstendenz |
| Nordrhein-Westfalen / Bayernje ca. 17% – 21% |
Wirtschaftliche Schwergewichte;
hohe absolute Wirtschaftskraft und starke
Dienstleistungs- sowie Industriecluster. |
| Brandenburgca. 2,3% |
Führend unter den ostdeutschen Flächenländern,
stark proftierend vom Berliner Umland (Tesla). |
| Sachsen-Anhaltca. 1,8% |
Solide industrielle Basis (Chemie, Maschinenbau, Solar/Wind),
kämpft jedoch mit strukturschwachen ländlichen Räumen und Demografie.
Solar wurde praktisch durch
Subventionsstop abgewickelt,
Chemie sehr Weltmarktabhängig. |
| Thüringenca. 1,8% |
Direkter wirtschaftlicher Zwilling zu Sachsen-Anhalt mit ähnlicher Branchenstruktur und vergleichbarem BIP-Volumen. |
| Mecklenburg-Vorpommernca. 1,4% |
Geringstes Gesamt-BIP der ostdeutschen Flächenländer; stark durch Tourismus und Landwirtschaft geprägt. |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sachsen-Anhalt seit 1990 eine enorme
Modernisierung vollzogen hat. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf bleibt
jedoch aufgrund struktureller Nachteile – wie dem Fehlen von DAX-Konzernzentralen und
einer kleinteiligen Unternehmensstruktur – weiterhin spürbar hinter
dem bundesweiten Durchschnitt zurück. Ebenfalls ist die
ungleiche Vermögensverteilung zwischen Ost
und West ein Problem. Durch die geringen
privaten Vermögen im Osten, also auch in
Sachsen-Anhalt
konnte kein ernsthafter industrieller Mittelstand entstehen, maximal Handwerks-Klitschen, konnte kein
nativer
ostdeutscher Einfluss auf die
Gestaltung der sog. Wiedervereinigung genommen werden.
Diese objektive und materialistische
Ursache
für das Gefühl "nicht ernst genommen" zu werden, transponieren die AfD und Publikationen, wie z.B. die
"Ostdeutsche Allgemeine", zu einer destruktiv-idealistischen, romantisch-schmachtenden,
nostalgischen Abgrenzungsidentität. Die
freilich auch
kein Vermögen bringt, aber die irreale Gemütslage für politische oder monetäre Absichten hijackt, ohne
den
Menschen die realen Ursachen ihrer gefühlten Machtlosigkeit zu erklären. Das ergibt eine toxische
Mischung und eine toxische rückwärtsgewandte Identitätsvorstellung, die dann letztlich zu dem Gefühl
der Selbstermächtigung führt, was schon die alten Nazis perfekt in ihre Deutschtümelei einbauten.
Aber, wie schon bei den historischen Nazis, für "Deutsch sein" kann man sich nichts kaufen, es ist
keine Qualifikation, kein Vermögen, kein Garnichts, sondern ein nataler Zufall ohne jede idealistische
Bedeutung.
Bis es zu einem Krieg kommt, dann ist man eben Kanonenfutter und darf stolz
darauf
sein.
Was bei der AfD ja nur die NATO Kriege problematisch macht, noch so ein hirnrissiges, ostdeutsches
Trotz-Befindlichkeitsparadoxon, was aus dem Gefühl der Marginalisierung und Machtlosigkeit entspringt
.
Praktisch keine einzige größerer Gründung, keine
einzige größerer Investition konnte so nativ-ostdeutsch erfolgen. Diese Folgen mangelnden privaten
Vermögens sind auf vielen Ebenen sichtbar und werden durch einen Wahlsieg der AfD und damit einer
destruktiven, deutschtümelnden Abgrenzungsidentität, deutlich verstärkt werden. Zumal sich diese
destruktive Identitätsschleuder auch auf EU/Euro/Schengen bezieht.
Mit der AfD wird
der enge, deutschtümelnde Muff immer stärker. Weiter zeigt sich unter diesen Bedingungen, dass es
vielleicht besser war keine DAX Zentrale in derartigem Provinzmief unterzubringen.
Eines der zentralen Probleme wird schon jetzt dramatisch
verschärft: Fachkräftemangel und damit auch demografischer Wandel, wird durch die rechte- und
rechtsradikale Politik gegen alles Fremde verstärkt. Angesichts der realen Zahlen kann kaum
bezweifelt werden, dass gerade Sachsen-Anhalt nur durch internationalen Zuzug die Abwanderung nach
Westen halbwegs lösen konnte.
Wer hier den Migrations-Kurs von AfD oder CDU/CSU unterstützt, der
erweist seiner
Heimat einen Bärendienst. Es sei denn, er versteht sie als totes Freilichtmuseum oder Friedhof. Dem
sind die meisten in Sachsen-Anhalt, ohne jeden Zweifel, rein objektiv, näher als der
Geburtsstation.
In dieser, mühelos für jeden, anhand von objektiven Zahlen, als selbstschädigend zu erkennenden,
fremdenfeindlichen Haltung liegt das Hauptproblem. Diese Selbstzerstörung, die ja schon auf der
Ebene der Propaganda und nicht erst bei realer Macht der AfD oder
Bundes-Merz-CDU/CSU (Auch der Umgang mit Fakten nähert sich bei der BundesCDU
unter Merz der AfD an. ) einsetzt, ist
das große
Rätsel. Weiter ist klar, dass nur die wenigsten dieser propagandistischen Inhalte überhaupt auf
Landesebene verhandelt werden können.
Andererseits, wenn man
auf andere Länder schaut und auf
historische Tendenzen des Rechtsextremismus, sogar auch in Israel, findet man überall eine
selbstzerstörerische Propaganda. Sie wollen, wie auch Dobrintd, eine Politik aus ideologischen
Gründen unbedingt durchsetzen, fragen nicht nach den realen und belegbaren Folgen
für die Ökonomie und viele
andere gesellschaftliche Bereiche. Ideologische Verblödung ist das Bevorzugen von Ideologie,
gegenüber Fakten. Das ist auch ein Problem der CDU/CSU bei ihrem Überbietungswettbewerb mit der AfD,
was ein rückschrittliches Gesellschaftsbild angeht. Das Heil in der Vergangenheit suchen jene, die
sich selbst für die Zukunft keine großen Chancen ausrechnen, die Fortschritt als Verlust ihrer
eingebildeten Identität verstehen.
Scheint in
den Genen der Rechtsextremisten
zu liegen. Kleine
Selbstmörderlein. Wie bei den alten Nazis. Das was sie vorgeben am meisten zu lieben, ihr Land,
zerstören sie durch ihre suizidale Politik und Propaganda. Also - Herzlich Beileid Glückwunsch!
Sie feiern nicht das Neue, nicht einen Aufbruch, sie feiern ihre eigene Angst vor dem Tode! Und
dies
auf Kosten anderer!
Pointed threats, they bluff with scorn
Suicide remarks are torn
From the fool’s gold mouthpiece the hollow horn
Plays wasted words, proves to warn
That he not busy being born is busy dying
Rare Electric!!! Uploaded by Don Draper, of course!!! I curse the day someone told him to
play acoustically. Was it just him talking to himself about music?
Das Persilgedenken
Die Bücherverbrennungen in Deutschland waren das Ergebnis eines langen Prozesses, der bereits
vor der
Ermächtigung der NSDAP durch den Reichstag erfolgte. Es ist auch Unsinn dieser Verbrennungen an einem
Tag zu
gedenken, denn schon vor den Nazis gab es Verbrennungen und Schmähungen durch Rechtsnationale,
Kaisertreue, Bürgerliche Rechte, Nationalsozialisten, die man heute Rechts-Populisten Sammelbecken nennen würde.
Erst nach der Propagandashow Bücherverbrennungen setzte der eigentliche Prozess der Entfernung von Büchern aus
dem öffentlichen Raum ein.
Das
Ritual der Verbrennung selbst, ist lediglich eine besonders eindrückliche Manifestation gewesen,
die aber im Grunde nicht wirklich wichtig war. Wichtig war vornehmlich der in Kulturbürgerkreisen
geführte Kampf, um die Deutungshoheit in kulturellen und gesellschaftspolitischen Fragen.
Gerade
dieser Prozess hat auch heute lange begonnen und wurde, genauso wie seinerzeit, von entscheidenden
gesellschaftlichen Formationen nicht verstanden, wird heruntergespielt, als nebensächlich angesehen,
nicht in einen Zusammenhang mit Wahlergebnissen gestellt, die aber als Grundlage jenen Kulturkampf
haben
Unter Historikern:innen ist diese Prozesshaftigkeit und die Beteiligung der Institutionen
der Bildung und Kultur - eine Kontinuität, vor und nach den Nazis, unumstritten. Umso verwunderlicher
ist
es, dass wir eine Gedenkkultur haben, und pflegen, die aus jener Kontinuität stammt und von jenen
mitentwickelt wurde, die ohne jeden Zweifel zu den Tätern gehörten. Was steckt also hinter diesem Gap
zwischen realer Gedenkkultur und realer historischer Forschung?
Wieder haben wir die Situation, dass gerade jene, die in diesen Institutionen
tätig sind, den Fokus nicht auf den gerade in den Orten der Bildung und Kultur, dem Buchmarkt
tobenden Kampf legen. Weil
sie, wie
damals, ein Selbstbild pflegen, welches einer offenen Thematisierung dieser Prozesse im Wege steht,
weil auch diese heutigen Organisationen nie einer ernsthaften Revision unterzogen wurden, die
insbesondere der Frage nachgeht: Welche Strukturen in unseren Institutionen der Kultur, der Bildung,
des Gedenkens sind es, die gerade diesen Bereich zum Schlachtfeld für die in Wählerstimmen umgemünzte
Deutungshoheit werden lassen? Trotz all der Bücher, die wir verleihen oder verkaufen? Was macht die
Erinnerungskultur, die Kultur, die Bildung so
harmlos und
wirkungslos, dass die
AfD mit 20-42 % punkten kann?
Dass in einigen Teilen Europas Rassismus, autoritäre Führung,
phrasenhafte
Politik - immer mehr an Bedeutung gewinnen konnten. Wie konnte der Wandertag der Mitte nach rechts
schon wieder beginnen, und den Prozess der gesamtgesellschaftlichen Radikalisierung so weit treiben,
dass ein CDU-Vorsitzender jede Sachlichkeit fahren lässt und rassistische Elemente zu christlicher
Politik erklärt und seine C Partei schweigt? Wieso verstehen sie nicht, dass die AfD, wenn das Asylrecht
abgeschafft ist, der erste Flüchtling, wie Spahn es gerne hätte, erschossen wurde, vom
Bundesgrenzschutz, an irgendeinem Zaun, eben das nächste Fass aufmacht, warum begreifen diese
Leute es immer noch nicht und lassen sich vor den Karren des Extremismus spannen? Sie haben
trotz ihrer auf dem Papier vorhandenen, rein formalen Bildung und trotz, oder wegen,
ihrer herausgehobenen politischen Positioned in
Deutschland, keinen
blassen
Dunst davon, wie die Taktik der Nazis aussah.
Man kann aus ihnen einen neue lebende Form der
Erinnerungskultur basteln, den Garten der Erinnerung mit ihnen als hilflose und getriebene Laborratten,
die durch den Irrgarten - na, was -- irren: Ordnet man
diese Leute so ein, dann sind sie
ein
lebendes Mahnmal dafür, wie aus "Nie Wieder", Wieder und Wieder wird, während sie Kränze abwerfen,
mal so nebenbei im Alltag der Wahlkämpfe im Rausch der rasenden Socials, deren Algos sie füttern,
füttern womit? Mit Toten an Grenzen, zum Nutzen des eigenen Volkes, Kinder, Frauen, die zuvor über
einen Kulturkampf zu Untermenschen, gemacht werden. Schritt für Schritt. Wie weit ist es dann
noch, wenn
diese "Politiker der Mitte" keinen Halt mehr in dem finden, was sie selbst zuvor zur Mitte
erklärten? Ist Mitte das Durchschnittseinkommen? Das Mittelmaß? Das, wo die Mehrheiten gerade ihren
Hass und ihre Angst, ihren Sozialneid austoben? Was ist Mitte dann Morgen, oder gestern? Sie
verwischen,
sie etikettieren um, sie
versinken in der ihnen nebulösen Taktik der Rechtspopulisten, und glauben, es hört auf, wenn sie
den Popos immer ähnlicher werden, dabei bleibt reale Politik auf der Strecke, was das Tempo des
Abstiegs beschleunigt - Wilders zeigt, dass sie Unrecht haben, ihre Taktik funktioniert nicht.
Erst recht nicht Koalition - die VVD ist am Ende, wie zuvor der CDA - das ist das Ziel der
Rechtspopulisten, nicht pragmatische Politik, dann würden ihnen ja die Phrasen abhandenkommen, wenn
sie
Koalitionen
eingehen, dann um
einen
Einparteien Staat zu schaffen.
So war es in Weimar mit dem Zentrum und anderen.
Sie
haben sich
Verirrt im
Irrgarten,
der
fein säuberlich von den europäischen Rechtspopulisten seit Jahrzehnten gepflegt wird, ein Labyrinth
ohne Ausgang,
über dessen Hecken die Rufe der Politiker schallen - die eigentlich sagen - "Wie komm ich hier
raus?" Da braucht man nur warten, bis ihnen die Puste ausgeht und sie zu allem Ja und Amen sagen,
auch zu einem Ermächtigungsgesetz, denn sie hoffen dann endlich aus dem Irrgarten herauszukommen.
Der Wahlsieg Wilders und der Niedergang der VVD, nachdem schon die CDA in dieser Sache zerlegt
wurde, zeigen haargenau, was auch der CDU bevorsteht, wenn sie hier die Fehler der Niederlande
wiederholt.
Es begann mit dem Mord an Pim Fortuyn, den sogar ich garnicht mal dumm fand,
eigentlich lustig, nur ein Anarcho Kapitalist, der nicht auf dem Fahrrad, sondern im rosa Rolls Royce
mit Nerzmantel zur Parlamentssitzung kam, Champus im Anschlag. Und so nennt sich die
Wilders
Partei in
Nachfolge und
nach Spaltungen -
Partei für die Freiheit - auch das ist das Muster des
systematischen Umetikettierens, angesichts dessen die bürgerliche Politik erstarrt, wie
der
Frosch vor
der
Schlange. Diese Erstarrung hat auch sämtliche Kranzabwerfer:innen
von SPD bis Grün
erfasst.
So
werden
extremistische Positionen Schritt für Schritt zum Mainstream, zur Notwendigkeit, bei Kretschmann / BW
zum
Ausdruck von Pragmatismus und Machtwillen, alles fügt sich zusammen, die Götterdammerung der Realität,
aller Begriffe, das ist wichtigstes Instrument der Rechtsradikalen, wie Orwell in 1984 mit
Neusprech eindrücklich zeigte.
Erinnerungskultur? Um-deutbar, weil unscharf und beliebig, weil
symbolisch und tatenlos. Parlamentarismus und bürgerliche Demokratie? Mühelos zu
instrumentalisieren, wenn die Zahnräder der Strategie ineinandergreifen, sind alle die warnen
plötzlich Panikmacher, aus nacktem Rassismus werden pragmatische Rückführungsgesetze,
Lebensmittelkarten, alleinreisende Kriminelle, Gewalttäter, die man zuvor so untergebracht und
abgespeist hat, dass jeder mit dem es so machen würde, auch zur Gewalt neigen könnte, wieder Umkehr
Täter Opfer und Umetikettierung, obschon selbst die Polizei sagt, dass es bei dieser Form der
Unterbringung durch die Kommunen zu Gewalt kommen muss, so geht die Kette ohne Ende weiter, weil der
der sorgsam
aufgebaute "Volkszorn" von Oben, die Revolution der Kleinbürger und Rolatorlenins, es so will. Dann
können
sie es
wieder
von sich
weisen: Wenn du Wahlen
gewinnen willst, musst du Rassist sein, das Volk will es so.
.
Das
wird man
kaum
dem
Antisemitismus von Muslimen
anlasten können.
Auch das Wort Antisemitismus, was jeder im Munde führt, ist so ein Beispiel.
Antisemitism ist erst seit 1879 im Zuge des
gescheiterten Versuchs der
Verwissenschaftlichung
der
"Rassenlehre" aufgekommen, er
ist nur und ausschließlich ein bürgerlicher Vorbehalt, ein christlich bürgerliches Element des
Nationalismus und zu unterscheiden von Judenhass.
Der Ursprung des Begriffs und Konzepts „Antisemitismus“
Das Wort und das spezifische politische Konzept des
Antisemitismus tauchten im Jahr
1879 in Deutschland auf1.1.4.
Geprägt und popularisiert wurde der Begriff durch den deutschen Journalisten und Publizisten Wilhelm Marr 1.1.5,
die „Antisemiten-Liga“ war kein Fussball. Gegründet von Marr im gleichen Jahr. Das war die erste nachweisbare institutionalisierung des neuen Konzeptes des modernen Anti-Semitismus 1.2.2.
Wichtig zu wissen:
Während die Judenfeindschaft (der christliche, muslimische Judenhass) eine jahrtausendealte Geschichte
hat, markiert das Jahr 1879 die Geburtsstunde des modernen, säkularen Begriffs und Konzepts:
Anti-Semitismus als Teil des rassistischen Fächers menschenverachtender Konzepte.
Das moderne, industrielle und rassistische Konzept dahinter
Mit der Schöpfung des Begriffs "Antisemitismus“
sollte eine wissenschaftliche Abgrenzung zum traditionellen,
religiös motivierten Judenhass (dem Antijudaismus)
vollzogen werden
1.1.4, 1.1.10.
Die Intention der damaligen Akteure war es, ihrer Judenfeindlichkeit einen scheinbar modernen,
wissenschaftlichen und rationalen Anstrich zu geben
1.1.1, 1.3.5.
Damit war ein neues Konzept geboren, was angelehnt wurde, an die endlosen
Diskussionen der
Anthropologie, der
Ethnologie, um die Frage nach den Rassen in den Kolonien und welche Stellung sie im Verhältnis zur christlich,
weißen, reinen Rasse standen. Wenn also heute über das Stadtbild
diskutiert wird,
als sei es das
Problem
"dreckiger" Flüchtlinge ist dies eine Neuaflage alter weißer "Reinheitsvorstellungen". Durch die
einschlägigen Fettnäpfe eines Kanzlers erfolgt die Legitimation dieser Konzepte von "ganz oben".
Das ist das Konzept des Ausschlusses. So
wurde seinerzeit also letztlich auch der
Auschluss der
jüdisch Gläubigen
aus dem Konzept
der modernen Staatsbürgerschaften betrieben. Das ist ein entscheidender Punkt, den der alte Judenhass nicht
leisten kann. Als er aktuell war, war Volk kein nationaler Begriff, sondern es war ein "Volk"
dieses oder jenen Gottes. Ein solches altes Konzept kann in Industriegesellschaften nicht den
Impact haben, der in Deutschland zur Shoa führte.
Während bei
Christen Deutsch ein Adjektiv ist, wurde dieses
Adjektiv
den Juden nun aberkannt, sie waren eine andere Rasse, somit keine "völkischen" Deutschen. Dieser Ansatz machte
die Shoa im Gegensatz zu belibiegen Pogromen und Massakern, zu einer Sache, die der deutsche Staat industriell
auf vermeintlich wissenschaftlicher Grundlage betreiben konnte. Die industrielle Form dieses Massenmordes ist
also der direkte Spiegel der Verwissenschaftlichung des religiös motivierten Judenhasses.
| Judenhass |
Antisemitismus
|
| Religiös, Ablehnung des christlichen Glaubens, Vorwurf des "Christusmordes“ |
Pseudowissenschaftlich, rassistisch und sozialpolitisch 1.1.10, 1.1.12 |
| Definiert über die Religion (Judentum) 1.1.1 |
Definiert über die vermeintliche biologische Abstammung (Rassismus) 1.1.2 |
| Konversion, Übertritt zum Christentum / Taufe 1.2.3 |
Kein Ausweg. Da die Herkunft als unveränderlich galt, half auch eine Taufe nicht mehr 1.2.3, 1.3.3 |
Der sprachliche Trugschluss (Etymologie)
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist das Wort eine irreführende Neuschöpfung:
- Der Begriff „semitisch“ stammt ursprünglich aus der Linguistik des
späten 18. Jahrhunderts und beschreibt eine Sprachfamilie
(zu der u.a. Hebräisch und Arabisch gehören)
1.1.1, 1.3.6.
- Wilhelm Marr und andere Rassentheoretiker übertrugen diesen Begriff fälschlicherweise auf Menschengruppen, um eine vermeintliche „semitische Rasse“ zu konstruieren 1.1.12, 1.3.5.
- Obwohl das Wort theoretisch alle „Semiten“ einschließen müsste, wurde es von seiner Entstehung an ausschließlich als Kampfbegriff gegen Jüdinnen und Juden verwendet 1.3.5.
Aber selbst Bundespräsidenten bezeichnen
israelbezogenen Judenhass, der nicht das geringste mit dem Antisemitism zu tun hat, als
Antisemitismus und ziehen im nächsten Satz eine Linie zur Shoa. Als ob sie in Wirklichkeit sagen
wollten: "Antisemitismus, da sind wir Experten, aber sehet doch, "der Araber", er ist der Antisemit, wir
haben ja gelernt" - gelernt was, dass man 10 Tausende umlegt, um eine beschissene IRA Kopie zu jagen,
weil man zu blöde ist seine Grenzen zu schützen?
Salafisten des Gen-denkens, in deren Land der Mob tobt, und Menschen sterben, NSU unerkannt wütet.
.
Das ist
Bullshit und wenn es vom
höchsten Amt des Staates kommt, dann wissen wir, dass bis in die Referentenebene des Präsidialamtes,
was neuerdings Erinnerungskultur des Amtes als neues Lieblingsthema entdeckt hat, keinen blassen Dunst
hat. Diese Leute aber sind die Chefkranzabwerfer im Land der neuen und alten Nazis, wem da nicht das
Grauen kommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Im Grunde gibt es mit einem solchen Präsidenten keinerlei
Diskussiongrundlage, weil sein Wissen über den Begriff Antisemitism offensichtlich auf Talkshowniveau
ist.
Niemand der
Mainstream Öffentlichkkeit scheint zu
bemerken, wie wichtig derartige Differenzierungen sind, um HEUTE, zu bemerken, wie weit wir bereits in
einem Kulturkampf stecken, der sich auf politischer Ebene da noch vergleichsweise milde äußert.
Wer
nicht Ross und Reiter nennen kann, jene für die alles was gegen "Juden" ( also Deutsche oder mit
migrantisch-jüdischem Hintergrund, denn Jude ist
nach wie vor keine Nationalität oder Staatsangehörigkeit) unflätig gesagt wird, Antisemitismus
ist,
sogar in Gesetzen und Verordnungen, der zeigt doch nur eins: Er kann "Nie Wieder" nicht garantieren,
weil die Grundlagen für ein solches Verständnis in einem Nebel der Beliebigkeit, der leeren immer
gleichen Phrase
gleichen Phrase
gleichen Phrase
verschwinden - es mag eine Selbstvergewisserung sein, eine Geborgenheit im Erinnern, mehr nicht. Daraus
wird schneller als man glaubt - ein Tanz auf Gräbern.
Diese Unschärfen, bei mangelnden realen Definitionen sind das Einfallstor des Kulturkampfes
der Rechten, sie brauchen das Verwischen, Relativierung der Wissenschaft, das Unpräzise, um einfach
alles
zur Wahrheit
erklären
zu können, was sie gerade strategisch-politisch benötigen. Auch der Judenhass auf der sog. "Documenta"
entsprang einer solchen Unschärfe und wir finden diese Prozesse auch bei allen anderen Formen von
Rassismus et.al. Dieses zeigt auch, dass die Nazis keine im heutigen
Sinne randständigen Extremisten waren, sondern aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft und
insbesondere auch aus dem formal-akademischen Milieu kamen. Heute erleben wir bereits einen ähnlichen
Kulturkampf, dessen Ausgang keineswegs gewiss ist. Es geht ja sogar, wie schon bei den Nazis, die für
ihren Hokus Pokus berühmt sind, den
Naturwissenschaften, den Naturgesetzen, der Physik an den Kragen, denn auch der Klimawandel wird zu
einem eben solchen beliebigen Begriff, wie Antisemitismus.
Die Nazis geben ihrem Umsturz den usurpierten Namen Revolution. In Wirklichkeit läßt der Faschismus in Deutschland wie auch in Italien die Gesellschaftsordnung unangetastet. Hitlers Umsturz hat, isoliert betrachtet, nicht einmal Recht auf den Namen Konterrevolution. Aber man darf ihn nicht abgesondert sehen, er ist die Vollendung des Kreislaufs von Erschütterungen, der in Deutschland 1918 begann. Die Novemberrevolution, die die Macht den Arbeiter- und Soldatenräten übergab, war in ihrer Grundtendenz proletarisch. Doch die an der Spitze der Arbeiterschaft stehende Partei gab die Macht dem Bürgertum zurück. In diesem Sinne eröffnete die Sozialdemokratie die Ära der Konterrevolution, ehe es der Revolution gelang, ihr Werk zu vollenden. Solange die Bourgeoisie von der Sozialdemokratie und folglich von den Arbeitern abhängig war, enthielt das Regime aber immer noch Elemente des Kompromisses. Bald ließ die internationale und die innere Lage des deutschen Kapitalismus keinen Raum mehr für Zugeständnisse. Rettete die Sozialdemokratie die Bourgeoisie vor der proletarischen Revolution, so hatte der Faschismus seinerseits die Bourgeoisie vor der Sozialdemokratie zu retten.
Hitlers Umsturz ist nur das Schlußglied in der Kette der konterrevolutionären Verschiebungen.
Trotzki, Leo, "Portrait des Nationalsozialismus"
Mit dem erstmaligen Aufritt nationalistischer,
esoterisch-rechtspopulistischer, rechtsradikaler und pseudophilosophischer Verlage auf der Frankfurter
Buchmesse wurde eine erste eindrückliche Marke gesetzt.
Wir haben bereits viel über
Erinnerungskultur geschrieben, diese
verleugnet bis heute, sowohl die Herkunft der Nazis aus einem bürgerlichen und akademischen Milieu, wie
die Prozesshaftigkeit ihres allmählichen Aufstiegs, der stets von einem Kulturkampf und Populismus
begleitet war. Man neigt dazu eine Wahrnehmung zu erzeugen, die wenige besonderes eindrückliche
Ereignisse, wie auch den 9.11. in den Mittelpunkt stellen, dabei weder Täter noch Opfer hinreichend
trennen, um das Ganze schließlich in Form von Einzelereignissen, die plötzlich da waren, abzuhandeln,
stets mit einer Betonung auf das Leid und den Schrecken, nur selten mit einem Beitrag zum Überbau und
zur Ideologie. Dabei
gerät eine zentrale Forderung dieser Form des traditionellen und konservativen Gedenkens, das "Nie
wieder" zur
leeren Phrase, denn wenn man das Augenmerk nicht auf die vielen kleinen prozessualen Aspekte legt, die
keineswegs im einzelnen besonders eindrücklich waren, dann versteht man nicht, wie eine Summe von kleinen
und unscheinbaren Ereignissen sich allmählich verdichtet bis es zu einem Ausbruch kommt. Dieser
formt ein neues Plateau. Von diesem Plateau starten dann wieder viele kleine Ereignisse,
bis zum nächsten Burst.
Dies haben die
Deutschen und Juden ja nicht mal selbst wahrhaben wollen, als ihr Nachbar schon abgeführt wurde, denn
zu diesem Konzept gehört auch, alle gegen alle auszuspielen, sodass das Abführen des Nachbarn eher
die Hoffnung antreibt, selbst nicht dranzukommen. Das bringt Ruhe in die Sache.
Auf diese Weise schreit man noch "Nie wieder", wenn es längst wieder so weit ist.
Eine Frage, der sich besonders Gilles Delleuze und Felix Guttari in Anti-Ödipus und Tausend Plateus
gewidmet haben, formuliert als Augangspunkt die enschteidende Frage, die aber das tradtionelle Gedenken
nicht
beantworten kann und will, die aber gerade auch im Osten die entscheidende Rolle spielt:
Es
gerät
dabei der wichtigste Aspekt, um ein "Nie wieder" wirklich praktisch erreichen zu können völlig ins Abseits:
Niemand wird als Nazi geboren, er muss einen langen Prozess der Radikalisierung durchgemacht haben, wie
die Gesellschaft selbst. Dies
galt, angesichts der Wahlergebnisse, auch für die NSDAP, in einem langen zähen Ringen ist die Mitte der
Gesellschaft immer weiter nach rechts gerutscht, bis selbst die totale Übernahme der Macht ohne jede
Gewaltanwendung und unter Beibehaltung der gesamten Verwaltung des Weimar"Staates" möglich war. Republik?
Da lachen ja die Hühner, auch so eine Sprachverwirrung der Preußen.
Es
drängt sich der Eindruck auf, dass die bisherige Form des Gedenkens viel dazu beiträgt, so zu tun, als ob
es nicht möglich wäre, dass eine gesamte Gesellschaft - mit ihrer Mitte - so weit nach rechts wandert, bis
Hitler ein Vertreter der Mitte war, denn dies zeigt unmittelbar, dass es hier um keine Sonderform der
Herrschaft ging, um keinen Putsch, um keinen ungeliebten Diktator, der nur mit Gewalt an der Macht
bleiben konnte, sondern, um einen politischen Prozess, der die gesamte bürgerliche Gesellschaft und alle
Unternehmen erfasst hat.
Das Meiste im Text unten ist so nichts Neues, aber wir haben uns bemüht, die
Zusammenhänge so zu sortieren, dass die vorgenannten Aspekte deutlich hervortreten. Daneben ist auch
jetzt längst der Kulturkampf zwischen Fortschritt und Blut und Boden auf einem Höhepunkt, denn dieser,
ist Voraussetzung, dass der derzeitige Nationalismus und Rechtsradikalismus sich in einem mehrdimensionalen
Prozess entwickeln kann: 1. Zunächst tritt der Rechtspopulismus auf, der sich stark bemüht nicht sofort
als Rechtsradikalismus, Faschismus, Nationalsozialismus erkennbar zu sein, damit werden auf der
politischen Bühne zunächst Erfolge erzielt. 2. Diese ersten Erfolge geben im Bereich der Kultur, wie bei
der Frankfurter Buchmesse, erste Möglichkeiten in eine breitere Öffentlichkeit vorzudringen. Dieses wird
genutzt, um eine weiter Verschriebung nach rechts auch als Kulturkampf durchzuführen. 3. Diese beiden
Prozesse gehen
Hand in
Hand und scheinen nicht unbedingt gekoppelt zu sein. Wenn dann der Erfolg auf politischer Ebene, auch bei
einer Radikalisierung der kulturellen Vorgehensweise anhält, kann weiter radikalisiert werden. Durch
dieses parallele Vorgehen entsteht nicht der Eindruck, dass es sich um einen Radikalisierungsprozess
handelt, der auch andere Gruppen erfasst. Die Art und Weise, mit der es auch der NSDAP gelang
viele Konservative, Monarchisten,
Nationalisten, bürgerliche weiter nach rechts zu ziehen, die Kultur verändert also das Gesamtklima und so
ist das, was gestern noch Radikal war, heute normal. Das ist ein Prinzip, für dieses Pattern
eines prozessualen gesamtgesellschaftlichen Wandertages nach Rechtsaußen, stehen die Bücherverbrennungen,
sie sind die Spitze eines Eisberges.
Man sollte, wie bei allen anderen ähnlichen
Ereignissen
dringend
beginnen die Prozesshaftigkeit in den Vordergrund zu stellen und nicht mehr das letztlich unbedeutende
Einzelereignis. Dies wird mit dem Tod der letzten Zeitzeugen immer wichtiger. Es reicht nicht zu
berichten: Was war? es muss gezeigt werden, wie es dazu kam. Also ist aus unserer
Sicht, hanz konkret,
z.B. das Mahnmal am
Bebelplatz - äh - Opernplatz - in Berlin
viel eher ein
bürgerliches Instrument der Ablenkung, als ein realer Gedenkort. Wenn man sich überlegt, dass bis zum
Ende des Krieges ein Prozess angehalten hat, der Bücher aus dem öffentlichen Raum, also aus
Universitäten, Schulen, Bibliotheken fast unbemerkt entfernte und somit den gesamten öffentlichen Raum
umfunktionierte, manipulierte, um eine Fakewelt zu schaffen, dann kann man die eigentlichen
Bücherverbrennungen, die auch noch, jedenfalls bei den Gedenkprofis, an einem Tag stattgefunden haben
sollen, nur als holen Theaterdonner bezeichnen. Daneben suggeriert das Mahnmal Bücherverbrennungen
seien nichts alltägliches, sonder etwas besonderes, was irgendwie sogar noch an einen Ort gekoppelt
ist, an ein Land, an eine Zeit, an einen Kontext. Damit reduziert man den realen Kontext so weit,
bis eigentlich garnichts mehr stimmt, es bleibt ein Loch im Boden, mit ein paar Regalen. Ohne
Schilder und künstliche Kontextuierung könnte es genauso gut an die Bücherverbrennungen in Sarajavo
erinnern. Und an diesem Ort will man dann gedenken, was genau meint man damit, was gedenkt man?
Pflegt man nicht viel eher seinen Fetisch der Hilflosigkeit, von dem man sich nach rituellen
Zaubersprüchen Erleichterung und Einsicht erhofft, wie nach einem Gang durch glühende Kohlen?
Einfach jeder, mit jeden Gedanken im Kopf, kann da machen, was er will, kann es beliebig
interpretieren, und wenn jemand davor "Heil Hitler" sagt, dann antwortet es nicht mal "Halt die
Fresse" in 56 Sprachen, es löst sich auch kein Schwall braune Farbe aus dem Inneren, der die
umstehenden Grüssenden abstraft. Keine Sensoren für sowas, sonst wäre es kein Mahnmal, denn der
Mechanismus würde nicht zum Tourismus und zum Stadtmarketing passen. Und kein trauriger Regierender
würde Krokodilstränen vergießen, wenn wieder mal Mai ist.
Die Macher dieses Denkmals, was leere Regale zeigt, haben
sich zwar bemüht, auch durch Kooperation und lebendige Arbeiten in Bibliotheken, viel später, auch
den Fokus auf die Prozesse zu lenken. Dennoch 1. ist das Mahnmal eben das Mahnmal, es wird als
solches bespielt, 2. die Institutionen der Bibliotheken können bis heute keine Maßnahmen ausweisen,
wie sie denn sowas verhindern wollen, wenn die AfD damit beginnt bestimmte Bücher aus Bibliotheken in
Thüringen zu entfernen. Also Hypothetical z.B. Literatur, die gegen sie gerichtet ist. Dann kommt
aber keine Truppe blau uniformierter und klaut Bücher, es kommt eine Dienstanweisung im feinsten
Amtsdeutsch, dass dieser und jener Titel landesverfassungsrechtliche Bedenken auslöst und bis zu
einem anders lautenden Urteil ins Archiv zu verbringen ist, mit Dienstsiegel, in feinstem
Amtsdeutsch.
Da braucht mir keiner erzählen, eine durchschnittliche Angestellte einer solchen
Kultur Organisation würde die Bücher nicht in den Keller bringen, sie wird es tun, so sicher wie das
Amen in der Kirche. Denn - es gibt viele weitere Aspekte -
Disziplinarmaßnahmen aus dem öffentlichen
Recht
etc. Es
gibt dabei nichts sensationelles - es ist Alltag. Dies st das Geheimnis des Erfolgs einer
solchen Taktik. Die AfD würde sowas natürlich niemals machen, sie dient nur als Beispiel. Weiter gibt
es sehr viele Aspekte, die auch hier Trennschärfe sehr wichtig machen. Wie soll eine
Bibliotheksmitarbeiterin in der Praxis beurteilen was Sache ist, wenn auch Texte der Punk Band
"Slime" aus ganz anderen Gründen überpiept werden mussten, in einem demokratischen Rechtsstaat BRD. Sie
tun immer so, als ob alles ganz klar voneinander abgegrenzt wäre, als ob die Institutionen der
Demokratie uns retten könnten,
das Gegenteil ist der Fall.
Die
Nazis operieren zunächst immer Niemandsland zwischen Demokratie und Diktatur, und das bringt jede
hierarchische Institution schon von Hause aus mit - wir können nur die Spitzenpolitikerinnen wählen,
schon die LIsten der Parteien sind nicht mehr in realer demokratischer Kontrolle, wir verlassen uns
auf diese Parteien, wie wir uns auf die Institutionen des Parteienstaates verlassen. Die einzige
Grenze ist die theoretische Gewaltenteilung - das wissen die Nazis, die Rechten, sogar in Israel, weshalb
eines ihrer wichtigsten Anliegen, wie auch in Polen, die Abschaffung der Gewaltenteilung, zunächst
eine Einschränkung des Verfassungsrechts ist, indem die Parteipolitik über das
Verfassungsgericht gestellt wird.
Dennoch hält jeder Israel oder Polen oder Ungarn oder die
Slowakei die Niederlande
für eine stabile Demokratie. Die Nazis brauchen keine Revolution, sie können in einem formal
demokratischen Prozess elementare Grundlagen der Demokratie abschaffen, leise, unbemerkt, schleichend - und
plötzlich kann nur noch die außerparlamentarische Zivilgesellschaft verhindern, was eigentlich das
Parlament verhindern soll.
Die Zivilgesellschaft gibt es in Israel, der Krieg zeigt aber auch,
wie leicht sie
wieder auf Linie gebracht werden kann, wenn eine äußere Bedrohung zum schlimmsten Pogrom seit der Shoa
hochgejazzt wird, um dann tausende und abertausende Unschuldige zu ermorden, weil das alternativlos
ist, weil die Hamas Israel sagt, was es zu tun hat, vermittelt durch eine rechtsradikale Regierung,
die einen atemberaubenden Radikalisierungsprozess des Likud ermöglichte, den alten Likud, gefressen
hat. Eigentlich eine nette Partei,
vergleichbar mit der CDU - jetzt weit rechts von der AfD. So bauen Nazis ihre Staaten, sorry, der
musste kommen, sie
sind keine
Revolutionäre, sie sind ein Teil der kapitalistischen Machtoptionen, und das ist auch diese Form des
Gedenkens, es hört da auf, wo es anfangen müsste, bei der realen Tat. Bei einer Härtung der
Demokratie gegen das unterliegende Wirtschaftssytem und die alten Institutionen.
Anhand des Waffenstillstandes, der am meisten auf die israelische Zivilgesellschaft zurückgeht, vor
allem auf die Angehörigen der Verschleppten, sieht man auch, welche Macht dieses Zivile inmitten des
Hasses entfalten kann - sie sind stärker als alle Armeen und alle Terroristen, sie können über alle
Grenzen fliegen. Oder wie man bei uns sagt, mit der GDL, wenn dein Starker Arm es will, stehen alle
Räder still. So und nicht anders muss es weitergehen, auch im Westjordanland, es muss auch darum
gehen die Rassisten und Reaktionäre, die Judenhasser, die Korrupten, die Verräter der eigenen
Gesellschaft
zurückzudrängen, um eine
Zukunft in
Frieden und Wohlstand für alle zu ermöglichen. Die Kampfhandlungen dürfen nicht wieder aufgenommen
werden. Die
Plätze in
Gaza und den wichtigsten Städten in Israel sind durch Bürger:innen zu besetzten, ggf. zu verteidigen,
für
den Frieden,
Krieg dem Krieg. Das können keine Staaten, keine Armeen, das könnt nur ihr. Im Namen des Maidan, der
für immer gezeigt hat, wie man es macht.
Also wurde auch im Falle des Bebel .äh - Opern Platzes
nur
der Mahnmal Charakter erweitert, durch die Einbeziehung einzelner Bibliotheken, und Büchern auf Reisen,
aber die Frage nach
wehrhaften
Bibliotheken, die wohl eine ganz
andere Organisationsstruktur benötigen würden, wird nicht einmal gestellt, auch nicht von den
Bibliotheken und Büchereien selbst. Es gibt eine Verantwortung des "Nie Wieder", die kann aber nur aus
einer Verantwortung für die eigene Passivität, Anticipation und Angst entstehen, nicht indem man "das
absolut
Böse vs. armes hilfloses z.B. Bibliothekenpersonal" letztlich zum Gegenstand des Gedenkens macht.
Sie halten sich für demokratische Institutionen eines
bürgerlichen
Staates, denen sowas nicht passieren kann, jenes dachten die gleichen Institutionen vor 33 auch, sie
haben es nicht bemerkt, weil die Nazis diese Prozesse schleichend angelegt haben, langsam, in
Amtsdeutsch,
nur für
ihre Anhängerschaft und die Medien, den öffentlichen Raum, Rituale eindrücklicher Prägung erzeugt
haben, die den eigentlichen Prozess
überdecken ( damit sind natürlich keine expliziten
gemeint ), wenn auch in guter Absicht. Dennoch, auf
eine
perverse
Art
folgen sie den falschen Spuren der Geschichte, sie fallen auf die Strategie der Nazis herein und
werden, wie im Fall der Verbrennungen, selbst zu inszenieren Orten, zum Wi(e)dergänger, der den
Inszenierungen der
Nazis
folgt.
Die Inszenierungen der Nationalsozialisten
sollten
sogar,
so
aussehen,
wie heute gedacht wird,
inszeniert als Volkszorn als Aufbegehren, wie stets beim Zeremonienmeister Göbbels, um die unterliegenden
Prozesse zu verbergen.
Beispielsweise hat der Börsenverein des deutschen Buchhandels
wichtige
Listen
erstellt, auf deren Basis die Bücher dann entfernt wurden. Eine ganz klare Kollaboration, um den Willen
der Nazis zu vollstrecken, ein Beisiel dafür, wie Institutionen, die ungebrochen bis heute fortbestehen,
mühelos in den Dienst der Nazis gestellt wurden, der Kreis zu den Bemerkungen eingangs schließt sich
spätestens dann, wenn man erlebt, dass diese Organisation eben auch an der Frankfurter Buchmesse
beteiligt ist, auf der nun auch wieder Verlage ausstellen, die klar zum rechtspopulistischen Spektrum
gehören, Titel verbreitet werden, "Theoriebildung" der neuen Rechten.
Das ist die Ohnmacht des
Gedenkens in "Feiertagen", es ist den Tätern immer schon
nützlich gewesen, weil es durch die Ungenauigkeiten hinsichtlich der realen historischen Prozesse erlaubt
einen Mantel des Schweigens im Schatten des Gedenkens aufzubauen. Insbesondere war diese Form des
Gedenkens in Deutschland notwendig, damit die Tätergeneration sich von Schuld freimachen konnte, ohne
Konfrontation, und eben die "neue" Republik aufbauen, mit den Institutionen und der personellen
Zusammensetzung des 3. Reiches, dies war in den Unternehmen noch dramatischer, als beim Staat. In der
Privatwirtschaft gab es nur Persilscheine.
Und daraus ergibt sich auch die treffende Bezeichnung
für
die rituell abgespulte Gedenktage: "Persilgedenken - nicht nur sauber, sondern rein". Daraus haben sich
so festgefügte Rituale, regelrecht nach einem Drehbuch, gebildet, die aber kaum noch in die Gesellschaft
ausstrahlen, dass man von "Erinnerungsbunkern" sprechen kann. In Sachsen Anhalt sind die Stolpersteine
bald vielleicht in Hand einer rechtsextremistischen Landesregierung. Das alles ist so sinnvoll, wie die
Marx Bronzen im Staatskapitalismus DDR.
Bunkers in their totality as spectacle colonize the mind, and construct
the micro-bunker of reification, which in turn is the most difficult
of all to penetrate and destroy. Bureaucracies,
factories, malls, work stations, media—all are the products of the fortress mentality
.
Übersetzung: Bunker in ihrer Gesamtheit als Spektakel kolonisieren das Denken und
konstruieren den
Mikro-Bunker der Verdinglichung, welcher wiederum am schwersten von allen zu durchdringen und zu zerstören ist.
Bürokratien, Fabriken, Einkaufszentren, Arbeitsplätze, Medien – sie alle sind Produkte einer
Festungsmentalität.
Warum diese
Form
des
Gedenkens aber
immer noch zu fast 100 % im Fokus steht,
das ist eine ganz andere Frage. Jedenfalls kann am flächendeckenden Versagen dieser Form des Gedenkens
nicht mehr der geringste Zweifel bestehen. Es ist wirkungslos und bietet stets die Möglichkeit nur die
halbe Wahrheit zu erzählen, eine AfD Vorsitzende kann mühelos über Messermänner und Kopftuchmädchen
hetzen und am 9.11. Blumen ablegen - alles kein Problem. Zum Kotzen.
Es ist ein heuchlerisches
Gedenken,
und das ist es vom ersten Tage an gewesen. Es wird mit Höcke als Kanzler genauso weiterlaufen, so
harmlos ist es. Und wenn die ersten Moscheen geschlossen werden, geht es auch weiter. Eine Revision
reicht nicht aus
.
Diese Form ist succesesive in den Raum der
Täter zu
verbringen, das ist die wichtigste Aufgabe nachfolgender Generationen, sie muss das Gedenken der
Alten in den Fokus nehmen, kritisch hinterfragen, darf die Rituale nicht mehr abspulen, sondern muss
sie vor den Hintergrund der Tätergeneration stellen, die diese Form etablierte. Es ist selbst eine
Nachwirkung der Diktatur und kein brauchbares Instrument einer wehrhaften Demokratie, es steht im
Kontext und der Kontinuität der Nazidiktatur, auch der SED Kranzorgien, und nicht im Kontext einer neuen
und
wiedervereinigten
Bundesrepublik - ein peinlicher, verräterischer Denkfehler, auch der damit befassten Institutionen,
die natürlich denken, wie die damit befassten Institutionen.
.
Steinmeier stellt ein Buch zur Aufarbeitung der Gedenkkultur des Präsidialamtes vor, Rückfragen von
Journalisten waren nicht erlaubt. Was soll das?
Einen guten Ansatz haben wir bei Steinmeier gesehen, das Gespräch mit Schüler:innen zur Frage
rassistischer Gewalt an Schulen, mal abgesehen davon, dass Antisemitismus als Wort hier auch zum
modisch entkernten Begriff mutiert, immerhin. Aber natürlich wieder eine exclusive Veranstaltung mit
sorgsam ausgewählten Repräsentanten in präsidialer Würde, mit weihevoller Rede und allen
Einschüchterungen der Repräsentation. Dennoch,
sowas weist
in die richtige Richtung, aber es ist ein absoluter Ausnahmefall. Steinmeier sollte ohne Pomp die
Schulen besuchen und mal einen Tag mitmachen, am besten als Referendar verkleidet. Haare färben
nicht vergessen.