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swashmark - deine persönliche arty Flaschenpost

Klima KI

26/20: Rechnen was das Zeug hält



Bauernproteste? Agardiesel? Have you mooed today?

Nun, im Klimawandel ist die Erdrotation der beste Freund der Hitzeopfer. Nachdem wir also die Sommerfreuden der Berliner Bäder und ihre politischen Implikationen geklärt haben, widmen wir uns der Heizperiode, die nicht weniger Herausforderungen bringt. Ansonsten? Na klar, man kann ins Grundgesetz schreiben, was man will. Aber, wenn man bedenkt, was bereits drinsteht und wie die Realität ist, ist die SPD Initiative löblich. Sie sollte aber im selben Atemzug eine neue und mächtige Klima-Bundesbehörde fordern, die z.B. auch bei allen Infrastrukturprojekten, bei Hochwasser und Küstenschutz, bei Wasserbauprojekten, bei Trassenplanung, bei Wassermanagement das letzte Wort hat. Wenn es also eine Grundgesetzänderung geben soll, oder anders ernsthafte Verbesserungen kommen soll, dann müssen die Kommunen und Länder bei allen Belangen des Umweltschutzes und dess Wassermangements, sowie des darauf bezogenen Baurechts beim Bund gebündelt werden und zusammenlaufen, um auch ein nationales Management zu gewährleisten, und um einheitliche Standards zu haben.

Angesichts der zu erwartenden Katastrophen und anderer Veränderungen durch den Klimawandel sollte diese Behörde auch executive Rechte haben. Vergleichbar mit der Bundeswehr, nicht mit der Polizei. Dann erspart man sich auch eine Ändrung des GG hinsichtlich des Einsatzes von bewaffneten Bundeswehreinheiten im Inland. Das ist kein Witz. Man mus nur hochrechnen, was alles durch die Vernichtung von Lebensräumen passieren kann. Da wird auch die Polizei nicht mehr jede Lage in den Griff bekommen. Also - man kann es nicht ernst genug nehmen. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Es darf auf keinen Fall eine Grundgesetzänderug geben, ohne im selben Augenblick neue praktische Taten, Strukturen und Finanzierungen aufzulegen. Weiter muss bei einer solchen Änderung auch besonders in den Blick genommen werden, dass gerade Menschen, die keinen üppigen Geldbeutel haben, die ersten Opfer des Klimawandels und der Umweltzerstörung sind. .

"It truly is brilliant," Mr Bridges continues. "I'm over the moon that we got picked to trial this out. You can't fault the heating system – it is a 100% improvement on what we had before."

Ein Ehepaar aus Essex hat ein Pilotprojekt von UK Power getestet, bei dem es sein Haus mithilfe eines Rechenzentrums im Geräteschuppen beheizt.

Terrence und Lesley Bridges konnten ihre Energiekosten drastisch senken – von 375 £ pro Monat auf nur noch 40 £ –, seit sie ihren Gaskessel gegen einen "HeatHub" ausgetauscht haben – ein kleines Rechenzentrum mit mehr als 500 Computern.

Rechenzentren erzeugen viel Wärme, die von den beiden nun genutzt wird, um das Haus mitzuheizen.

Das ist der Mainframe eines einzelnen Moduls des Thermify.

Es wird bei der neuen KI Ära darauf ankommen, dass man Rechenleistung durch smarte Lösungen umweltgerecht bereitstellen kann. Auch wenn das britische Beispiel noch in den Kinderschuhen steckt, zeigt es das richtige Denken. Es geht nicht unbedingt um Hochglanzrechenzentren, sondern es geht darum, zu identifizieren, wo Rechenleistung untergebracht werden kann und dort noch weiteren Nutzen bringt. Diese Rechenzentren müssen auch nicht als monolithische Blöcke konzipiert werden, besser ist verteiltes Rechnen . Viele Netze, die nicht ursprünglich für Daten gedacht waren können hier eine Rolle spielen.

Wir haben einen organischen landwirtschaftlichen Betrieb, dieser ist bereits vorhanden und hat Fläche. Nun graben wir unter diesen Flächen im Rahmen eines staatlich geförderten Mega-Programms sehr große "Keller". Oben muss weiter Landwirtschaft betrieben werden, ganz normale Weidewirtschaft, Milchwirtschaft, Ackerbau.

Unten kommen Server rein, als Teil vernetzter Rechenzentren. Interessant werden da natürlich nicht nur KI sondern auch kryptografische Berechnungen für Zahlungsmittel. Es kann aber auch daran gedacht werden Rechenkapazität zu versteigern, damit Leute Super Cluster und neuronale Netze für KI weltweit einsetzen können. Es entsteht eine kryptografische Infrastruktur und gleichzeitig die nötigen Transportverfahren für die Daten, sowie Software und deren Wartung und Weiterentwicklung.

Das bringt auf jeden Bauernhof eine gewisse Anzahl sehr qualifizierter und gut bezahlter Jobs, bietet dem lokalen Elektrohandwerk und Bau Auftragsmöglichkeiten. Sollte aber nicht zu groß werden, eher dezentral konzipieren. Der ländliche Raum wird Hightech Standort, nicht nur was die Technik angeht, sondern was die Qualifikationslevel angeht. Mental ein gewaltiges Ding - Change. Sicher werden die Treckerkanzeln dadurch noch spaciger. Es wird viele Synergien zwischen modernsten IT Lösungen und Landwirtschaft geben, und zwar ganz praktisch vor Ort.

Oben bleibt alles wie gehabt, aber es ist natürlich eine neue Form der Ernte, unter Tage, die Geld bringt, am besten in Crypto. Dafür können viele, viele Kühe gekauft werden, muss aber nicht zu groß werden, kann organisch bleiben, weil die Server unter dem Acker werkeln.

Oben Solar, MicroWindenergie, Biogas - also im Prinzip auch wie jetzt. Aber, die produzierte Elektrizität bleibt lokal, da sie direkt ohne zwischengeschalteten Energieproduzenten in die Serverfarmen und ins Städtchen wandert. Fertig. Ländlicher Raum? Probleme? Höfesterben? Aldi? War das was?

Ach ja - sicher, da muss ordentlich gebuddelt werden, aber das soll doch angeblich sowieso passieren. Und außerdem: Wer wohnt schon freiwillig in einer überhitzten stinkenden und völlig verpesteten Großstadt auf 30 m2 für 1899.- Euro? Ich nicht.

Das ganze Land voller Micro Rechenzentren mit autarker Energieversorgung. Smart Contracts erledigen den Sale der Aufgaben, die nicht auf Kryptowährungen bezogen sind. Diese Mikrorechnerzentren können auch zusammengeschaltet werden, sie können auch atombombensicher konzipiert werden.

Durch die hohen zusätzlichen Einnahmen kommt es zu einer smarten Industrialisierung der Landwirtschaft, aber nicht auf Kosten der Tiere und der Umwelt. Es kann an Strukturen, wie Genossenschaften, angedockt werden. Damit kann vernünftige und tierfreundliche Landwirtschaft zu vernünftigen Preisen betrieben werden. Der Schlüssel ist die hybride Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen.

Sicherlich wird es dann in der Mittagspause der Administration auch zu erbaulichen Begegnungen zwischen Admins und weidenden, glücklichen Kühen kommen. Systemverwalter:innen und Entwickler:innen, normalerweise in den dunklen Rechenzentren der Metropolen untergebracht, erleben, wenn sie aus den unterirdischen ländlichen Kryptobunkern zum Lunch kommen, erstmals wie schön die Natur ist. Ein kleiner Spaziergang in der Sommerfrische, gute Milch und blutiges Steak, Kräuter, Butter direkt nebenan, statt Mate, Pizza und Chips. Mensch und Tier treten endlich wieder in eine harmonische Kommunikation ein - alles dank Bitcoin. So macht man das. Heute. Organisch. Den Tieren das neue Sicherheitskonzept vorrülpsen, einfach aus purer Lebensfreude. Have you mooed today?

Rijkswaterstaat

Vorwort Delta Programme 2021

We are living in a world confronting us with existential questions regarding our health, the liveability of the planet, the economic model, and our social relations. At the global, national, regional, and local levels uncertainties regarding the future are increasing. Our confidence in governments and institutions, in science, in vital sectors, and – at the most personal level – in one another is under great strain. The Corona crisis shows how dependent we, in the Netherlands, are on what is happening elsewhere in the world. Climate change also revolves around uncertainties and global dependence. Timely preparation is essential for the Netherlands. The tasking is urgent and one that can only be successfully tackled in national collaboration, extending across policy fields and administrative scale levels.” (DeltaProgramme 2021: Staying on track in climate - proofing the Netherlands)

Die Niederländer zeigen vor allem eins: Der Klimawandel kommt, und auch die Vorbereitungen auf seine Folgen müssen heute, jetzt, in diesem Augenblick beginnen. Das ist also kein kleines Ding – oh nein. Dagegen ist der BER ein Einfamilienhaus, ich mein vom Aufwand her.

Einleitung

Rijkswaterstaat ist die mächtigste Behörde des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt und hat im Laufe seiner Geschichte ganz maßgeblich die Gestaltung der niederländischen Landschaft geprägt. Deiche wurden errichtet, Flüsse umgeleitet, neue Kanäle und gigantische Sturmflutwehre geschaffen oder ganze Landschaftsbereiche trocken gelegt.

Angesichts der bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels und der in naher Zukunft zu erwartenden weiteren gravierenden Auswirkungen der klimatischen Veränderungen lohnt es sich, einmal einen Blick darauf zu werfen, wie sich unsere Nachbarn den kommenden Herausforderungen stellen.

Wie kein anderes Land in Europa sind die Niederlande von einem Leben mit dem Wasser geprägt und ebenso durch das Wasser bedroht. Ungefähr ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und rund die Hälfte liegt weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel. Ohne Deiche und andere Schutzanlagen würden gut 66 % regelmäßig oder dauerhaft unter Wasser stehen. Davon wären einige der wichtigsten wirtschaftlichen Gebiete betroffen, die gut 70 % des niederländischen Bruttoinlandsproduktes ausmachen (Deltawerken). Es ist kaum vorstellbar, dass es die Niederlande dann noch geben würde.

Bis weit ins 20. Jh. war es die gängige Politik, das Land gegen Überströmung der Flüsse durch eine permanente Erhöhung der Deiche und der Errichtung anderer Befestigungsanlagen zu sichern. Nach und nach setzte sich aber die Einsicht durch, dass zukünftige Herausforderungen andere Strategien und Maßnahmen dringend erforderlich machen. Die jahrhundertealte Politik der engen und hohen Eindeichungen als primärer Hochwasserschutz wich mehr und mehr neuen Ansätzen im Rahmen eines nachhaltigen Wassermanagements und einer darauf abgestimmten Raumplanung. So entstanden institutionalisierte Programme wie das Programm „Raum für den Fluss“ im Jahr 2000 und insbesondere das Regierungsprogramm „Delta Programme“, das seit 2011 unter anderem jährliche Studien und Pläne vorlegt, um einen Deltaplan für das 21. Jahrhundert zu erarbeiten und damit vor die Lage und potenzielle Katastrophen zu kommen (Delta Programme).

Das Mammutprojekt der Deltawerke war dagegen zunächst noch eine Reaktion auf eine der größten Flutkatastrophen der jüngeren Geschichte des Landes, die Sturmflut von 1953. Die Niederlande tun seitdem viel, um zukunftsfähige Strategien zu erarbeiten und Maßnahmen frühzeitig einzuleiten.

Rijkswaterstaat – a state within the state?

Die Anfänge der Regierungsbehörde Rijkswaterstaat gehen auf die Gründung des „Bureau voor den Waterstaat“ im Jahr 1798 zurück und stehen damit in direktem Zusammenhang mit der französischen Besatzung der Niederlande unter Nopoleon (1795-1814). 1848 wurde der Name in Rijkswaterstaat geändert. Die Behörde hat sich seit dem frühen 19 Jh. zu der mächtigsten Behörde des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt entwickelt.

Da die Deiche sich in einem schlechten Zustand befanden und das Land immer wieder von katastrophalen Überflutungen getroffen war, rief Nopoleon ein zentralistisches Organ für das bis dahin durch lokale Autoritäten wie den Deichgrafen oder anderen lokalen Gremien stark fragmentierte Wassermanagement ins Leben. Wasserwirtschaft wurde damit eine staatliche Aufgabe, wobei lokale Gremien in Form der waterschappen (dt. Wasserschaft) auch weiterhin für bestimmte regionale Teile der Wassersysteme bis heute zuständig sind.

Rijkswaterstaat wird auch oft als eine „core component of Dutch national identity“ begriffen, zuständig für die „wet and the dry functions“ des Landes, also für das Wassermanagement und für Verkehrsinfrastrukturprojekte (Goverde 2021: 334). Einerseits wird Rijkswaterstaat heute mit einem erfolgreichen Management des komplexen und in Teilen monumentalen Delta-Urbanismus verbunden, auf der anderen Seite wurde der Behörde auch immer wieder ein technokratischer, undemokratischer Zentralismus vorgeworfen und damit als eine Institution betrachtet, die als „state within the state“ agiert.

„On the other hand, Rijkswaterstaat has developed the reputation of being ‘a state within the state’. Viewed in this way, it can be said to have positioned itself as a technocratic institution that claims to know best what is good for the country’s security, i.e. for its people. In short, at the heart of Rijkswaterstaat is an organisational culture whereby decisions are made on behalf of the polity but without much in the way of democratic deliberation“ (Goverde 2012: 334).

Seit den späten 70er und frühen 80er-Jahren sah sich Rijkswaterstaat allerdings zunehmend mit gesellschaftlichen Veränderungen und daraus resultierenden Forderungen konfrontiert, die das Selbstverständnis und den gesellschaftlichen Status der Behörde im Kern erschüttern sollten.

Bis zum letzten Drittel des 20. Jahrhunderts lassen sich in Anlehnung an Harry Lintsen (Lintsen 2002: 550-551) grob drei Perioden in der Geschichte von Rijkswaterstaat unterscheiden, die die Behörde und das Wassermanagement der Niederlande auf unterschiedliche Weise geprägt haben: a autocratic-traditional period (1798 – 1850), a democratic-mechanized period (1850-1930) and a technocratic-scientific period (1930 – 1970/1995). Das Ende des 20. Jahrhunderts bis heute markiert sicherlich einen erneuten „turning point“, der gesondert betrachtet werden soll.

Die Anfänge: die Autocratic-Traditional Period (1798 – 1850)

Die französische Besatzung Teile der Niederlande ab 1794/1795, die sich bis dahin aus der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen (1579-1795) zusammensetze, stellt innenpolitisch eine größere Zäsur dar. Waren die Vereinigten Niederlande noch ein Zusammenschluss mehrerer Kleinstaaten gewesen, die innenpolitisch souverän agierten, wurde mit der Gründung der Batavischen Republik (bis 1806) erstmals eine zentrale Regierung für die Niederlande eingesetzt. Bereits seit den 1770er-Jahren hatte sich eine politische Bewegung ausgebildet, die sich für Aufklärung und demokratische Erneuerungen stark machte und diese Entwicklung aktiv unterstützte. Die Gründung des „Bureau voor den Waterstaat“ imJahr 1798 muss in diesen Kontext eingeordnet werden und ist daher eher als das Resultat der politischen Veränderungen seit 1795 und nicht akuter Krisen im öffentlichen Bausektor zu verstehen (Lintsen 2002: 553). Die Behörde wurde unter dem Slogan “unity, simplicity, and indivisibility” gestellt und sollte federführend die Verwaltung des öffentlichen Bausektors übernehmen. Bis dies auch tatsächlich weitestgehend der Fall war, war es aber noch ein längerer und keinesfalls geradlinig verlaufender Weg. Die politische Situation wandelte sich unter der französischen Einflussnahme auf die Niederlande oft in kürzester Zeit, was auch die Stellung und Bedeutung von Rijkswaterstaat in den Anfängen maßgeblich beeinflusste.

So wurde 1806 aus der Batavischen Republik das Königreich Holland unter Führung von Louis-Napoléon Bonaparte, welches dann 1810-1813 von dem napoleonischen Frankreich einverleibt wurde. Rijkswaterstaat wurde in dieser Zeit von der französischen Behörde des „Corps de Ponts et des Chaussées“, einer mächtigen militärischen und bürokratischen Organisation, inkorporiert (Lintsen 2002: 554). 1813 erlangten die Niederlande ihre Unabhängigkeit zurück und 1815 wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau König des Vereinigten Königreichs der Niederlande, das bis 1830 auch das heutige Belgien umfasste.

In den Anfangsjahren von Rijkswaterstaat basierte die Organisation noch stark auf einer Handwerkstradition. Die ersten Ingenieure entstammten mehrheitlich diesem Milieu und waren Zimmermänner, Landvermesser oder Windmühlenbauer. Ihr sozialer Status war in dieser Zeit nicht besonders hoch. Die wichtigsten politischen Positionen, Administration und der Staatsdienst wurden von der Aristokratie und der Oberschicht besetzt, die die Ingenieur der neuen Behörde als nicht gleichrangig anerkannten, da sie meist keine professionelle militärisch-technische Ausbildung vorweisen konnten (van den Brink 2009: 73). Waren die ersten Ingenieur also noch „trained by the job“, wurde die nächste Generation von Bauingenieuren ab Anfang des 19. Jahrhunderts an militärischen Akademien im Ingenieurwesen ausgebildet, sodass sich auch der soziale Background der rekrutierten Ingenieur wandelte (Lintsen 2002: 555-556). Mit dieser Entwicklung fand auch eine Militarisierung der Organisation statt. Ein „esprit de corps“ und das Bewusstsein, ein Dienst für die Nation zu verrichten wurde gefördert (van den Brink 2009: 74).

Rijkswaterstaat baute unter Wilhelm I dann die eigenen theoretischen und praktischen Kompetenzen in allen Bereichen des Wasserbaus enorm schnell weiter aus und sammelte und vereinte das regional vorhandene Wissen in einer zentral organisierten staatlichen Behörde.

The impressive achievements of the first half of the nineteenth century were made possible because the Rijkswaterstaat added two important ingredients to the trade-oriented, practical aspect of hydraulic engineering: knowledge consolidation and organizational capacity (Lintsen 2002: 556).

Trotz des Aufbaus einer zentralstaatlichen Organisation behielten die Provinzen über die Waterschappen ihren Einfluss auf das lokale und regionale Wassermanagement. Sie kontrollierten den lokalen und regionalen Wasserbau und waren zum Teil auch für den nationalen Wasserschutz mitverantwortlich. Die Ingenieure von Rijkswaterstaat nahmen dabei häufig die Rolle eines ausführenden Organs ein. Größeren Einfluss hatte die Organisation dann, wenn es sich um staatlich geförderte Projekte von nationalem Interesse handelte (Lintsen 2002: 554-555). Wilhelm I., der auch als Kaufmann-König galt, war dabei von entscheidender Bedeutung, da unter seiner Führung eine ganze Reihe von Großprojekten realisiert oder initiiert wurden (1813-1840). Etwa die Schaffung von circa 500 Kilometer neuer Kanäle oder die Initiierung zur Trockenlegung des Haarlemmermeeres, südwestlich von Amsterdam.

Mit der belgischen Unabhängigkeitserklärung (1830) und dem Bestreben Wilhelms I. dieses zu verhindern (bis zum Frieden 1839), brach für Rijkswaterstaat eine schwierige Zeit an. Durch die hohen Kosten der langen Mobilisierung brachen für Infrastrukturprojekte die Unterstützung und die Gelder weg, sodass die Behörde in dieser Zeit stark an Bedeutung und Einfluss verlor.

The Rijkswaterstaat was rapidly downgraded. It became a marginal organization of minimal means with unimportant tasks to fulfill and a regular victim of reorganizations and spending cuts (Lintsen 2002: 557).

Die Democratic-Mechanized Period (1850–1930)

Um 1848 setzten sich mehr und mehr liberale Forderungen im Königreich der Niederlande durch, die darauf abzielten, den Einfluss der Monarchie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene zurückzudrängen und dem Parlament ein größeres Mitspracherecht zuzusprechen. Aufgrund revolutionärer Bewegungen in ganz Europa willigte Wilhelm II. einigen Änderungsentwürfen zu und am 3. November 1848 trat eine neue Verfassung in Kraft, die unter anderem das Parlament stärkte. Die seitdem einsetzenden politischen Entwicklungen hatten großen Einfluss auf die Stellung von Rijkswaterstaat. Es führte zu einer klaren Trennung zwischen den Verantwortlichkeiten im nationalen und provinzialen Wassermanagement. Dies ging in den folgenden Jahrzehnten mit einer ständigen Erhöhung der staatlichen Ausgaben für öffentliche Bauvorhaben und Infrastrukturprojekte, wovon insbesondere Rijkswaterstaat profitieren konnte.

The Rijkswaterstaat could now devote itself completely to overseeing public works and executing projects of national importance. (…) The liberal élan was infectious. Public works engineers spoke of “a newborn country” and believed that the time was ripe for major undertakings to construct railways, improve rivers, excavate new canals, and close off the Zuider Zee. (Lintsen 2002: 557-558).

Schon seit den Anfängen von Rijkswaterstaat bestand Uneinigkeit darüber, mit welcher Strategie Überflutungen durch Flüsse am besten vorgebeugt werden kann. Oft verlief ein Flussbett durch eine ganze Reihe von Flussarmen, die durch Untiefen, Sandbänke und Inseln geprägt waren. Größere Wassermengen und Eis konnten so schlecht oder gar nicht abfließen, was zu Überflutungen führte. Zwei Positionen standen sich grundlegend gegenüber, um eine dauerhafte Lösung für dieses Problem zu finden: 1. Überflutungsgebiete schaffen oder 2. die Flüsse zu vertiefen und die vielen natürlichen Kanäle in zentrale standardisierte Kanäle zu überführen (van de Ven, G. & Bosch, A. 1993: 104).

Erst ab 1850 konnte der Stillstand in dieser Frage überwunden werden. Rijkswaterstaat sprach sich gegen Überflutungsgebiete und für die Vertiefung und Umleitung von Kanälen aus.

Pas na 1850 kwam men tot een systematische aanpak van de problematiek. De rivierverbetering bleek niet slechts een waterbouwkundige kwestie te zijn. Talrijke factoren van politieke, culturele en economische aard speelden een rol (van de Ven, G. & Bosch, A. 1993: 104).
Freie Übersetzung: Erst nach 1850 kam es zu einer systematischen Herangehensweise an das Problem. Die Verbesserung der Flüsse stellte sich nicht nur als Problem des Wasserbaus heraus. Zahlreiche politische, kulturelle und wirtschaftliche Faktoren spielten eine Rolle.

So sind in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Großprojekte im Wasserbau aus dem Boden gestampft worden, die die Landschaft komplett verändern sollte. Hunderte von Flusskilometern wurden systematisch umgestaltet und neue Kanäle und Mündungsarme erbaut. Beispielsweise erhielten Waal und Maas mit der Nieuwe Merwede und der Bergse Maas neue Mündungsarme. 1865 begann der Bau des Nordseekanals, der Amsterdam mit dem Meer verbinden sollte. Die Konzession für den Bau wurde in diesem Fall durch den König an eine private Firma erteilt, die jedoch auch auf Ingenieure von Rijkswaterstaat für die Dauer des Projekts zurückgreifen konnte. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde mit dem Bau des Nieuwe Waterwegs begonnen, ein künstlicher Rheinarm, der Rotterdam über den Hafen mit der Nordsee verbindet und 1872 für den Schiffsverkehr freigegeben wurde. Dieses Großprojekt lag wiederum vollständig im Verantwortungsbereich von Rijkswaterstaat. Neben dem Wasserbau war Rijkswaterstaat auch in anderen Infrastrukturbereichen tätig, insbesondere in dem Ausbau des nationalen Eisenbahnsystems.

Herausforderungen und technische Entwicklung in dieser Zeit

Das gesamte Fluss-Verbesserungsprogramm war im 19. Jh. eine gewaltige Herausforderung, nicht nur auf technischer Ebene, sondern auch auf einer theoretischen Ebene. Noch fehlte es an Wissen, vor allem im Bereich der Hydrodynamik.

Um das ehrgeizige Flussprogramm umsetzen zu können, mussten jedoch unter anderem:

Die Übernahme einer technischen Innovation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war für Rijkswaterstaat entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung dieser gewaltigen Anforderungen: Der Dampfbagger wurde eingeführt.

Dampfbagger kamen ab 1861 beispielsweise zur Vertiefung der Nieuwe Merwede und im großen Umfang des Nieuwe Waterwegs zum Einsatz. Dies war aber auch einem noch unausgereiftem theoretischem Wissen im Wasserbau geschuldet.

In reality, steam dredging compensated for a lack of knowledge of hydrodynamics and of the ways in which rivers flow and the sea moves. Changes in the engineering profession had not yet led to a consolidated and useful theoretical body of knowledge on hydraulic engineering (Lintsen 2002: 560).

Mit der Gründung der Royal Academy of Civil Engineers in 1842 änderte sich das langsam und ein ziviles akademisches Ausbildungssystem für Ingenieure wurde im Laufe der Zeit aufgebaut. Die technischen Innovationen im Zuge der Industrialisierung prägte eine neue Generation von Ingenieuren und deren Stellung in der Gesellschaft. Nicht selten bekleideten ausgebildete Ingenieur auch wichtige politische Ämter, wie beispielsweise Cornelis Lely (1854 – 1929). Lely war von 1891 – 1894 Minister für Wasserangelegenheiten, Handel und Wirtschaft und hatte auch danach einflussreiche Ämter inne. Nach seinen Plänen wurde unter anderem die Bergsche Maas gegraben, er förderte den Eisenbahnbau und sorgte dafür, dass die lange heftig umstrittenen Pläne zur Einpolderung der Zuiderzee 1913 in das Regierungsprogramm aufgenommen wurde. Bis zur Schließung des Zuiderzeedamms sollte es allerdings noch bis 1932 dauern.

Anfang 20. Jh.

Nach der Umsetzung der genannten Großprojekte und dem massiv verstärkten Hochwasserschutzprogramm in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlangsamten sich die Aktivitäten im öffentlichen Wasser- und Infrastrukturbau und die staatlichen Investitionen gingen Anfang des 20. Jh. deutlich zurück. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs verhinderte ebenfalls die Umsetzung einiger größerer Projekte in dieser Zeit, wie den Ausbau des Straßennetzes oder die Eindämmung der Zuiderzee.

Auch die dominante Stellung von Rijkswaterstaat im überregionalen Wassermanagement und Infrastrukturbereich war selten komplett unumstritten in der Gesellschaft. Das umfangreiche Wasserbauprogramm im 19. Jahrhundert hatte das Prestige der Behörde zwar enorm erhöht, aber schon zu dieser Zeit mehrten sich vereinzelt kritische Stimmen.

There were even some who feared that an engineers’ pressure group, independent of parliament, might develop (Lintsen 2002: 559-560).

Dies spitzte sich Anfang des 20. Jh. deutlich zu. Rijkswaterstaat wurde öffentlich kritisiert zu bürokratisch, schwerfällig in der Entscheidungsfindung, zu wenig innovativ, zu hierarchisch und insgesamt zu konservativ aufgestellt zu sein. Insbesondere als der Stahlbeton und andere Innovationen wie neue Schleusentypen in anderen Ländern in den Wasserbau eingeführt wurden, reagierte die Behörde nur zögerlich.

This led the minister of public works to accuse the agency’s managers of indecision, lack of expertise, and an overly conservative attitude (Lintsen 2002: 561).

Auch das Prestigeprojekt zur Eindämmung der Zuiderzee und der Schaffung neuer Polder in dem Gebiet konnte Rijkswaterstaat nicht erfolgreich vorantreiben und wurde der Behörde schließlich entzogen. Stattdessen wurden zwei neue Organisationen eigens für dieses ehrgeizige Projekt geschaffen. Eine Organisation zuständig für die Konstruktion der Deiche und zur Einpolderung von Land (Dienst der Zuiderzeewerken) und eine andere Organisation (Voorlopige Directie van de Wieringermeer), zuständig für die Entwicklung des neu gewonnenen Landes (van den Brink 2009: 76). Erst 1977 erlangte Rijkswaterstaat in bestimmten Bereichen in der Ijsselmeerregion durch die Inkorporation der Dienst der Zuiderzeewerken wieder an Einflussnahme.

Die Technocratic-Scientific Period (1930–1995)

Ab 1930 wurde die Behörde unter Leitung des Wasserbauingenieurs Johan Ringers dann entscheidend umgebaut und konnte sich damit auf Organisationsebene und in technischen Bereichen erneuern. Im Rahmen dieses Reorganisationsprozesses wurden unter anderem spezialisierte Abteilungen für spezifische Aufgaben und Techniken geschaffen. Es entstand beispielsweise eine Abteilung für den Brückenbau, eine für Schleusen, eine für Wehre oder auch eine für den Oberlauf und eine für den Unterlauf der Flüsse zuständige Einheit. Damit und mit dem Ausbau der technisch-wissenschaftlichen Expertise und Einführung neuer Technologien konnte Rijkswaterstaat viel an politischem und öffentlichen Vertrauen zurückgewinnen und wurde zu einem der größten Arbeitgeber des Landes (Lintsen 2002: 562).

The Rijkswaterstaat invested heavily in roads, canals, river canalization, and reclamation, becoming in the process the country’s largest public employer (Lintsen 2002: 562).

Die Ingenieure von Rijkswaterstaat wurden zu international führenden Experten im Wasser- und Straßenbau, wofür auch neue Forschungseinrichtungen in diesen Bereichen stehen (van den Brink 2021: 243).

Trotzdem konnte die große Flutkatastrophe von 1953 nicht verhindert werden, obschon es bereits lange vorher warnende Stimmen vor den katastrophalen Folgen großer Sturmfluten und Pläne zur Absicherung der großen Flussmündungen gab. So warnte beispielsweise der Ingenieur Johan van Veen bereits in den 30iger-Jahren davor, dass die Infrastruktur gerade im Süd-Westen einer Flutkatastrophe nicht standhalten würde. Die von van Veen ausgearbeiteten Pläne wurden zum Vorläufer für den späteren Delta-Plan (van den Brink 2021: 243).

Anfang des 20. Jh. änderten sich mit neuen technischen Möglichkeiten auch die Prioritäten im Wassermanagement der Flüsse. Stand in früheren Zeiten immer der Hochwasserschutz im Fokus, wurde nun der Schiffbarkeit der Flüsse eine höhere Bedeutung als vorher beigemessen. So wurde der Navigationskanal der Waal dauerhaft um drei Meter vertieft und 1915 entschieden, dass die Maas durchgängig schiffbar gemacht werden sollte, was im Abschnitt der Grenzmaas nicht der Fall war. Von Plänen, den problematischen Abschnitt auszubauen, nahm man später Abstand. Stattdessen wurde entschieden, einen neuen künstlichen Wasserweg zu erschließen, der zwischen Maastricht und Massbracht dem Schiffsverkehr dienen sollte. Zwischen 1925 und 1935 entstand so der Julianakanaal. Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, dass ein enormer Höhenunterschied von insgesamt über 23 Meter mit Schleusen überwunden werden musste. Eine der zunächst drei Schleusen, die Schleuse bei Maasbracht, ist auch heute noch die niederländische Schleuse mit der höchsten Fallhöhe von knapp 12 Metern.

The Ruler of the Delta

Mit dem Ausbau der eigenen wasserbaulichen Expertise wurden die Pläne von Rijkswaterstaat immer umfassender und visionärer und mündeten schließlich in dem monumentalen Deltawerke-Projekt. Nach der großen Flut von 1953 zögerten die Niederlande nicht mehr lange und schon 20 Tage nach der Katastrophe wurde eine Deltakommission unter der Leitung von Rijkswaterstaat gegründet. Die Kommission sollte einen Plan erarbeiten, um 1. den Hochwasserschutz dauerhaft zu verbessern und 2. eine zu starke Versalzung des Bodens und der Gewässer zu verhindern.

Aber schon in den 30er-Jahren erkannte man neben dem Hochwasserschutz noch ein anderes Problem. Die Wasserversorgung der Bevölkerung sowie der Bedarf für Transport, Industrie und Landwirtschaft musste sichergestellt werden, was in den Niederlande in erheblichem Maß von den großen Flüssen abhängt. Stark schwankenden Wasserstände, Verschlickung und zum Teil einer allmählichen Versalzung von Grund- und Oberflächenwasser in Küstenregionen sollte entgegengetreten werden (Lintsen 2002: 563).

Daher wurde ein ausgeklügelter Plan entwickelt, um die Wasserversorgung im Norden und Süden sicherstellen zu können. Dazu musste im Norden unter anderem der Niederrhein kanalisiert werden und Schleusen- und Wehranlagen bei Amerongen und Driel errichtet werden. Fertiggestellt wurden die Anlagen im Rahmen des Deltaplans in den 60er und 70er-Jahren. Bei Niedrigwasser sorgen geschlossene Wehre dafür, dass Wasser vom Rhein in Waal und Ijssel fließen kann. Bei Normal- oder Hochwasser sorgen geöffnete Wehre dagegen für ein schnelleres Abfließen des Wassers in die See.

Im Süden dagegen wurde das Haringvliet engedeicht, sodass ein großes Süßgewässer entstand. Dieses Bauwerk wurde 1970 fertiggestellt. Auf die erheblichen Auswirkungen, die dieser komplette Abschluss auf das ehemalige marine und brackische Ökosystem hatte, gehen wir in einem anderen Artikel gesondert ein. Auf jeden Fall ist eins klar. Spätestens mit diesem Bauwerk kann gesagt werden: „The Rijkswaterstaat became the ruler of the delta“ (Lintsen 2002: 565). Das drückt sich auch in erheblich gestiegenen Beschäftigungszahlen aus. Zählte die Behörde um 1900 noch circa 340 Beschäftigte, waren es 1970 bereits circa 10.000 (van den Brink 2021:244) und Anfang der 80er 14.000 (Lintsen 2002: 367).

Rijkswaterstaat wurde also zu dem dominanten Player im Wassermanagement der Niederlande. Die regionalen Waterschappen oder auch hoogheemraadschap (Hochheimratschaft) genannt, verloren im Gegenzug zunehmend an Einfluss. Ein umfassendes Wassermanagement von nationaler Bedeutung konnte diese fragmentierte institutionelle Landschaft nicht leisten. Bei den Waterschappen handelt sich dabei um eine recht alte Institution, die sich als örtliche Selbstverwaltung schon offiziell im 13. Jahrhundert zur Verwaltung der Wasserwirtschaft bildete. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die zahlreichen Waterschappen neben dem regionalen Wassermanagement auch noch für einen Großteil der Küstenbefestigungen zuständig. Das änderte sich nach dem 2. Weltkrieg und spätestens mit der Flut von 1953. Gab es 1940 noch 2.700 Waterschappen blieben nach einem kompletten Umbau dieses staatlichen Organs in den 70er-Jahren noch circa 60 übrig (Lintsen 2002: 565). Stand 2019 sind es noch 21 Waterschappen, deren Parlamente gewählt werden und steuerfinanziert sind.

Angesichts des monumentalen Ausmaßes der Deltawerke stellt sich also wie oben bereits angesprochen die Frage, ob ein derartig gigantisches Vorhaben eine eher technokratisch, zentralistisch und nicht selten undemokratisch agierende Superbehörde mit viel Macht, Geld und Einfluss nötig macht. Eine Behörde, die auftritt, als wüsste sie am besten, was gut für das Land und die Menschen ist, eben ein Staat im Staat (Goverde 2012: 334). In der öffentlichen Wahrnehmung wurde Rijkswaterstaat seit den 70er und 80er-Jahren nicht selten so wahrgenommen, obschon die Deltawerke auf der anderen Seite auch als modernes Weltwunder gefeiert wurde.

Rijkswaterstaat hatte sich zu einer solchen Superbehörde entwickelt, mit einem nahezu unerschöpflichen Budget und immensen Entscheidungsfreiheiten ohne dass andere Interessengruppen groß in die Entscheidungsprozesse einbezogen wurden. Diese Entwicklung wurde seit den 70ern in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend kritisch aufgenommen.

The heroes of the Delta Works were quickly demoted to the status of shortsighted engineers, authoritarian specialists, asphalt freaks, environmental polluters, and landscape destroyers (Lintsen 2002: 566).

Auch auf parlamentarischer Ebene wurden Vorwürfe beispielsweise gegen Kartellrechte oder der Misswirtschaft laut und Untersuchungen gegen die Behörde eingeleitet.

At the close of the last century, the Dutch Parliament commenced a major inquiry into fraud relating to key construction projects, the misuse of anti-trust rules, and fuzzy administration and organisation procedures, which implicated Rijkswaterstaat as a partner in dubious games (Goverde 2012: 334).

The technocratic paradise was disrupted by developments such as the ecological movement, the democratisation of Dutch society and a corresponding demand for participation in policy making on the part of citizens, and also the impact of neoliberal reforms (Goverde 2012: 334).

Vor allem das Erstarken der Umweltbewegung spielte eine große Rolle im weiteren Ausbau des Hochwasserschutzes. Gegen die Pläne, die Oosterschelde wie das Haringvliet und das Zeeuwse Meer komplett einzudämmen, sodass ein reines Süßwassergewässer entstanden wäre, regte sich schnell großer öffentliche Widerstand aus Umweltschutzkreisen. Das Salz-Süßwassermilieu der Oosterschelde wäre auch noch verloren gewesen und damit ein sehr einzigartiges und empfindliches Ökosystem zerstört worden. Also wurde schließlich entschieden, 62 Spaltöffnungen von jeweils 40 Meter Breite in das Sturmflutwehr einzubauen, um einen Salzwasseraustausch zu gewährleisten und möglichst auch die Gezeiten so gut es geht aufrecht zu erhalten. Das Oosterscheldewehr wurden 1986 schließlich feierlich eingeweiht, eins der weltweit ganz großen Bauprojekte seiner Zeit.

Dies war ein Wendepunkt im Hochwasserschutzmanagement der Niederlande. Es wurden zahlreiche Interessengruppen in die Überlegungen einbezogen, insbesondere auch der Umweltschutz. Der Schutz der Bevölkerung, wenn sicherlich ausschlaggebend für das Bauwerk, war damit nicht mehr die einzige Triebkraft für die Planung.

Die Gezeitenwirkung nahm jedoch trotz des Baus eines Wehres anstatt eines abgeschlossenen Damms nachträglich um ein Viertel ab (Deltawerken online), was also immer noch einen großen Eingriff in das Ökosystem bedeutete. Allerdings waren Oosterschelde und Westerschelde die einzigen Meeresöffnungen, die nicht komplett abgeschlossen waren.

Mittlerweile hat insgesamt ein Umdenken Einzug gehalten und beispielsweise auch das Haringvliet wird über Fluttore seit 2018 spaltweise geöffnet, da unter anderem das Naturschutzgebiet De Biesbosch als Brackwasserbiotop durch die Eindeichung verloren ging und zu einem Süßwassergewässer wurde. Auf Flora, Fauna und die Wasserqualität hatte dies erhebliche Auswirkungen. Viele Fischarten verschwanden, der Schilfgürtel ging ohne regelmäßige Überflutungen stark zurück, Blaualgen vergifteten das Wasser etc.

Doch dazu und zu dem Delta-Programm für das 21. Jahrhundert in einem 2. Teil mehr.

Literatur

Bosch, A.; Ham, van der, W.; Berkers, E.; Horn van Nispen, ten, M. & van Hooff, W.
Lintsen, H. (Ed.), Twee eeuwen Rijkswaterstaat, 1798-2015, Nieuwe Uitgevers, 2015

de la Bruhèze, A.; Lintsen, H.; Rip, A. & Schot, J. (Ed.), Techniek in Nederland in de twintigste eeuw. Deel 1. Techniek in ontwikkeling, waterstaat, kantoor en informatietechnologie, 1998

Goverde, H., Rijkswaterstaat, on the horns of a dilemma, Journal of Political Power, 5, 333-351, 2012

Lintsen, H. W., Two centuries of central water management in The Netherlands, Technology and Culture, 43, 549-568, 2002

van den Brink, M., Rijkswaterstaat, on the horns of a dilemma, Uitgeverij Eburon, 2009

van den Brink, M., Rijkswaterstaat: Guardian of the Dutch Delta, in: Boin, A.; Fahy, L. A. & ‘t Hart, P. (Eds.), Guardians of Public Value . How Public Organisations Become and Remain Institutions, Palgrave Macmillan, Cham, 237-262, 2021

van de Ven, G. & Bosch, A., Rivierverbetering, Geschiedenis van de techniek in Nederland, 2, 103-127, 1993



Was soll das hier?


swashmark.com - swashmark heißt Brandungsmarke oder Flutmarke - das feine Sediment - was jeder Wellenschlag am Strand zurücklässt und bei jedem Wellenschlag neu anordnet. So sind auch wir. Wir denken, dass es nichts gibt, was je "fertig" ist, wir verstecken uns nicht hinter einem angeblichen "Werk", wir streben keinen stabilen Zustand an, sondern nur einen Punkt, der erforderlich ist, um einen weiteren und viele weitere zu erreichen. Wir erweitern den Begriff des offenen Werkprozesses bei Nam Jun Pike, der fast immer als "Künstler bei der Arbeit zuschauen" grandios fehlinterpretiert wird (wahrscheinlich auch von Pike, oder auch nicht), und erneuern ihn postmodern, alles ist offen, alles ist transparent, das Werk lebt, das Werk entwickelt und verwirft, es beinhaltet alle möglichen "Fehler", und ist deshalb unsterblich. Genau so ist die Natur, in keiner Sekunde, in keiner Millisekunde steht etwas still, ist fertig, die ältesten und größten stabilen Urwaldriesen oder Mammutbäume, so statisch sie den unwissenden Menschen auch erscheinen mögen, in ihrem Inneren tobt immer das Leben. Die Sterne rennen vor der Erde weg, oder die Erde vor den Sternen, egal. Es ist der aussichtslose und blutige Kampf der "Macht", der immer wieder einen Zustand der Stabilität anstrebt, das macht die Macht zur Illusion. Es ist eine "Swashmark", in der all diese Theorie einfach zu besichtigen ist. Wir beziehen uns hier, wenn von Postkolonialismus die Rede ist, nicht auf sogenannte "Postcolonial Studies", die den Postkolonialismus weder erfunden haben, noch, aus unserer Sicht, bisher belastbare Beiträge geliefert haben. Es ist ein modisches und oft auch wenig wissenschaftliches Konzept, was eher politisch als wissenschaftlich ist. Dieser Satz ist nicht in Stein gemeißelt.

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Der Kampf geht weiter / The Struggle carries on

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Datenschutz und YouTube "Opt-in"

Wir setzen keine Cookies, wir erheben keine Daten, auch keine Statistiken, reiner Hypertext, so wie es sein soll. YouTube ist eingebunden nach DSGVO ohne Cookie, ohne Datenübermittlung, solange sie den orangenen Playbutton sehen, ist dies nur ein Vorabbild des Videos, und es besteht überhaupt keine Verbindung zu Youtube, wir laden lediglich dieses Vorabbild vom sog. Thumbnailsserver. Wenn Sie zu YouTube wechseln, oder wenn sie in ihren Google Accounts eingeloggt sind UND das Video auf unserer Seite starten findet ein Datenaustausch statt. Da sie aber bereits bei google eingeloggt sind, befinden sie sich eh schon in einer Position bei der ständig Daten ausgetauscht werden. Dann werden Cookies durch YouTube und andere Google-Dienste gesetzt. Ein Tracking unterbleibt allerdings. Es werden weniger Nutzerdaten an YouTube gesendet, keine an den Werbedienst DoubleClick. Wir integrieren youtube also mit sog. "Opt-in" - sie klicken zunächst den orangen Play Button, dann wird das Video vorgeladen, danach klicken Sie den roten Button, um das Video zu starten, wenn die dann bei youtube eingeloggt sind findet ein Tracking statt, sind sie nicht eingeloggt, dann bleibt es bei No Data. Dies ist in Chrome das Standardverhalten, wir haben es auch für Firefox etc. implementiert, damit sie nicht unbeabsichtigt ein Video starten, in Firefox würde das Video ansonsten schon direkt nach dem orangenen Button starten. Also: Solange sie das Video auf unserer Seite starten, und nicht bei google eingeloggt sind, findet kein Datenaustausch statt, wechseln sie zu youtube, dann findet ein Datenaustausch statt, auch wenn sie nicht eingeloggt sind.

Hier muss man aber auch mal sagen, dass youtube und damit google sich von allen Anbietern abhebt, da sie sich wirklich bemühen transparent und offen mit den Fragen des Datenschutzes umzugehen. Die personalisierte Werbung ist eben das Geschäftsmodell. Im Grunde ist das alles nur wichtig, wenn sie umfangreiche Accounts bei vielen Netzwerken anlegen, dort auch noch ihre echten Daten hinterlegen und diese Netze dann miteinander verknüpfen. Viele Cookies, die in der Regel gesetzt werden sind reine Session Cookies, die nur der Technik dienen und keinerlei Daten beinhalten, dafür ein Banner zu setzen zeigt mit wem wir es zu tun haben. Bürokraten. Wie auch immer wir setzen gar keine Cookies. Wir haben uns bemüht immer möglichst einfache Wege zu gehen, die ihnen den vollen Genuss ermöglichen, ohne in irgendwelche Datenfallen zu tappen. Diesen Anteil der DSGVO mit Banner und Warnung etc. halten wir für kompletten Schwachsinn. Wir zeigen, wie man es richtig macht. Das Banner etc. klickt eh jeder weg, der nicht völlig paranoid ist, sie gehen mit diesen Cookies auch nur ein sehr geringes Risiko ein, sie können ihren Browser so einstellen, dass alle Daten beim Schließen gelöscht werden, dann starten sie mit einem leeren Browser, und der ganze DSGVO Scheiß ist latte. Es bleibt ein Rätsel, warum nicht die Hersteller der Browser in Haftung genommen werden. Diese Browser sind bewusst auf das sog. Thin Client Modell getrimmt, das bedeutet, der Server entscheidet. Zwingt man die Browserhersteller also diese Fenster zur Welt so zu programmieren, dass die Defaulteinstellungen zunächst alles Blocken, und die Daten nach jeder Session löschen, kann man sich das ganze Theater sparen. Der Browser müsste also zur Datenschutzschaltstelle werden, nicht irgendwelche Websites serverseitig, dann lässt sich das alles auch nicht mehr einfach umgehen. Das ist ein fundamentaler und peinlicher Denkfehler, der sich eigentlich nur mit Lobbyarbeit erklären lässt. Am besten wäre den Browser zu einem FatClient zu machen. Aber das führt hier zu weit. Der Aufwand in der Entwicklung und damit die Kosten für Unternehmen stehen mal wieder in keinem Verhältnis zum Nutzen, weil man nicht über der Browser geht. Wir können es uns leisten den Content kostenlos anzubieten, weil wir andere Finanzierungsquellen haben, aber, Anbieter, die diese nicht haben und guten Content bieten wollen, müssen eben bis zu einem gewissen Grad Daten austauschen, das ist die einzige Währung, die zählt. Also, besser ist es, sie selbst sorgen dafür, dass ihre Daten wenig aussagekräftig sind, die können sie ja übermitteln, dann haben alle was davon. Die EU hat in dieser Frage einen an der Waffel, weil die nicht die individuelle Verantwortung in den Mittelpunkt stellt, sondern paternalistische Webanbieter erzeugt, die den Verbraucher bevormunden sollen, das ist nicht unser Ding. Aber bitte, so wie wir es machen gibt es so oder so keine Probleme und das dämliche Banner bleibt weg. Wir können nichts dafür, wenn jemand auf diese Seite verlinkt, das können wir leider bisher nicht verhindern - wir arbeiten dran. Daher raten wir auch davon ab, einen Link zu setzen. Das hier ist Medienkunst - eine digitale Flaschenpost, die sie ALLEIN UND GANZ PERSÖNLICH FÜR SICH zufällig gefunden haben in den unendlichen Weiten des digitalen Ozeans des Schwachsinns. Sie verlinken ja auch keine Skulpturen oder schmieren sie im Museum mit ihren Kommentaren voll. Festkleben könnt ihr euch ruhig, das ist okay, aber macht das Gerät hinterher wieder sauber.

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[GTA 5 Accounts sind zu, also erst wieder GTA 6] Online Meetings nur mit Einladung: Bar Super Luxusyacht "Swashmark". 1. Brief schreiben wg. Threema s.U., 2. den Lieblingswitz via Threema mitschicken, 3. Wenn der Witz ein Rating der Redaktion von über 5 von 10 bekommt, bekommst du einen Termin zur Einladungssession. Es ist nicht wichtig, ob wir den Witz bereits kennen oder nicht. Das genaue Vorgehen besprechen wir dann mit dir .

Alles erst ab 18, der Witz möglichst auch.


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