klassische Ökonomie

Westbalkan Initiative: Legalize Erdbeereis / Leafly Report 14/2021: 321.000 Vollzeit Jobs allein in den USA

Der jährliche Leafly Jobs Report, der in Zusammenarbeit mit Whitney Economics erstellt wurde, ist die wichtigste Cannabis-Beschäftigungsstudie des Landes. Das Bundesverbot hindert das US-Arbeitsministerium daran, staatliche Marihuana-Jobs zu zählen. Seit 2017 füllen die Nachrichten- und Datenteams von Leafly diese Lücke mit einer jährlichen Analyse der Beschäftigung im legalen Cannabissektor. Whitney Economics, ein führendes Beratungsunternehmen, das sich auf Cannabisökonomie, Politik- und Unternehmensberatung spezialisiert hat, arbeitet seit 2019 mit Leafly an dem Projekt zusammen.

Nach neuen Studien schafft die Cannabis Industrie in den USA gegenwärtig 321.000 Tausen Vollzeit Jobs.

Jobs in the cannabis industry have grown by 161% in the last four years. (Illustration: Joshua Titus for Leafly)


update

Schön das Lauterbach zur Besinnung kommt. Allerdings konnte man Heroin schon immer rauchen.

Die Frage nach der Legalisierung von Haschisch ist letztlich kein Gesundheitsthema. Es ist zuerst ein Thema, wie mit einem Schwarzmarkt umgegangen werden kann, dessen Bekämpfung nicht ernsthaft möglich ist. Aus der Unmöglichkeit der Bekämpfung des Schwarzmarktes entstehen Gefahren, die alles andere, auch die Gesundheitsfrage für einzelne, weit in den Schatten stellen. Es ist wissenschaftlich unumstritten, dass Cannabis vorwiegend Kinder und Jugendliche schädigen kann bis zum Alter von ca. 25 Jahren. Auch besteht die Gefahr, dass Psychosen und sonstige wahnhafte Erkrankungen getriggert, vielleicht sogar ausgelöst werden. Na und? Wen interessiert das noch, wenn durch den Schwarzmarkt ganze Staaten zu failed States werden? Niemanden. Zudem ist es falsch anzunehmen, dass das Verbot hier irgendeinen gesundheitlichen Schutz bringt, im Gegenteil siehe Cannabispapst Lauterbach.

Drogenkriminalität hat weltweit und auch in Europa erhebliche Folgen, das Problem ist hier, dass aus Drogengeldern Kapital wird, mit dem ganze Staaten destabilisiert werden können und die Machtfrage ebenfalls mit dem Drogenkapital in eine Richtung beeinflusst wird, die einer Demokratie sehr schaden kann.

In Europa sind die Niederlande (Weil der Konsum legal und die Produktion illegal ist) und Albanien ein wunderbares Beispiel. Daher muss bei diesen Überlegungen nicht die Gesundheitsproblematik für einzelne, die mit dem Schwarzmarkt größer ist, sondern das Gefährdungspotenzial der Narcos für die Demokratie im Vordergrund stehen.

Das ist das eigentliche Problem und das eigentliche Tabu, weil die Strafverfolgungsbehörden ihre eigene, zwar politisch verordnete, Ohnmacht in dieser Frage einräumen müssten.

Das Problem hat Mexiko zu einem Failed State gemacht, und doch wird es auch dort noch immer in die Tabuzone geschoben. Selbstverständlich ist der gesamte mexikanische Staatsapparat in den Händen der Kartelle. Nur die Bürger selbst können ihre Dörfer noch mit Waffen verteidigen. Die Polizei existiert nicht mehr. Während Corona waren es einzelne Kartelle, die die Bürger mit Lebensmitteln versorgt haben.

Die Gegner einer Legalisierung, aus gesundheitlichen Gründen, die im Falle von Kindern und Jugendlichen sicher recht haben, machen leider den Fehler anzunehmen, dass die Prävention via Prohibition funktioniert, das ist widerlegt. Sie erweisen also gerade denen von ihnen zurecht vorgebrachten Absichten des Schutzes von Kindern und Jugendlichen einen Bärendienst, weil sie nur aus der medizinischen Bubble heraus denken. Es geht aber schon lange nicht mehr um die Frage des möglichen Schadpotenzials, denn das ist wissenschaftlich unumstritten.

Also – nur damit wir uns nicht missverstehen. Die Niederlande als Narcostaat, ein lesenswerter Artikel in der FAZ, weil er den Finger in die Wunde legt und nicht in belanglosen Gesundheitsdiskussionen festhängt. Das eigentliche Tabu ist das komplette und allumfassende Versagen aller Behörden und der Politik im Kontext der Prohibition, sie müssen sich eingestehen, dass ihre Prohibition die OK stärkt und stärkt, wer glaubt, dies kann in Deutschland nicht zu schwerwiegenden Defiziten innerhalb der Zivilgesellschaft führen, der lebt in einer Traumwelt, vielleicht weil er zu viel gekifft hat.

Also lasst uns mit euren scheiß Kiffer Jugendlichen in Ruhe, echt, es gibt wichtigeres. Nimmt ja Ausmaße an wie bei Corona – die Medizin muss sich aus diesen Fragen raushalten, sie ist mal wieder nicht in der Lage gesellschaftliche und politische und soziale Folgen in ihre Betrachtungen mit einzubeziehen. Vor allem wird nicht verstanden, dass es gerade die Prohibition ist, die diese gesundheitlichen Folgen verschärft und nicht verbessert. Nicht mal vernünftige Präventionsarbeit oder Tests von gekauftem Cannabis funktionieren in einem Schwarzmarkt, das ist alles unbestreitbar. Ein besorgniserregendes Gutachten, was weltweit Beachtung fand, zum Maßstab der UN wurde, hat die unglaublichen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Schäden des War on Drugs nachgewiesen. Erfolge gab es nicht – Null, Niente, Nothing. Es hat fast unmittelbar dazu geführt, dass die USA diese Erfindung von Nancy Reagan (Grandma of Teaparty), die in die Opioid Krise mündete, beendete.

Davon hat man in Deutschland offensichtlich nichts gehört oder nichts verstanden. Von diesen Studien und Gutachten gibt es 10000. Dann die besorgte Frau Doktor spielen, die keine Legalisierung will, ist fahrlässig und stümperhaft. Aber es werden altbekannte Forschungsergebnisse herangezogen, die überhaupt nicht im Kontext der Fragen um den Schwarzmarkt stehen, um bedeutungsschwanger persönliche Meinungen zu diskutieren, bei denen die Medizin schlicht inkompetent ist.

Nicht noch mal die Herrschaft der Weißkittel über die Gesellschaft, es reicht, die Inkompetenz in politischen und gesellschaftlichen Fragen ist nachgewiesen. Das wusste schon Rudolf Virchow. Schiebt eure Schrumpfhirne ins MRT und erfindet die Gehirntransplantation, aber erspart der Menschheit weitere soziale Diagnosen.

Ich jedenfalls kann es nicht mehr hören. Und wieder labern alle am Thema vorbei, toll. SPD Modellprojekt – das Lachen aus Kali ist noch in Berlin zu hören. Was für … egal.

Es geht um die Demokratie, die Stabilität des Staates, die Korruptionsfestigekeit der Politik und sämtlicher Behörden.

Update ende

Wichtig und eine Lehre aus dem niederländischen Modell ist, dass sowohl eine effektive Bekämpfung des Schwarzmarktes, sowie die normale Versteuerung und sonstige Businessfragen vorwiegend an der Legalisierung der Produktion hängen und nicht an der Legalisierung des Konsums.

Die Niederlande haben durch ihre Legalisierung zwar viele negative Folgen des Schwarzmarktes erfolgreich bekämpfen können, die Frage nach der Zugänglichkeit für unter 18-Jährige, soziale Folgen, sowie weitere Prävention. Dennoch gelang es der organisierten Kriminalität in den Niederlanden große Erfolge zu erzielen. Der Grund ist, dass der legale Konsum via Coffeeshops voraussetzt weiter auf dem Schwarzmarkt die entsprechenden Cannabismengen beschaffen zu müssen.

Das ist ein Konjunkturprogramm für die organisierte Kriminalität, was von den Folgen her vergleichbar ist mit der völlig erfolglosen Prohibition. Mittlerweile laufen in den Niederlanden Pilotprojekte, die gemeindebasiert Cannabis für die eigene Stadt anbauen und so tatsächlich dafür sorgen, dass der gesamte Kreislauf legal ist. In den USA stellt sich auch diese Frage nicht, hier ist die Produktion von vornherein im Zentrum der Legalisierungsbemühungen gewesen. Die Produktion wird gehandhabt wie normale landwirtschaftliche Produktion. Doch auch in den USA gibt es störende Sideeffects, da die Legalisierung erst unter Biden möglicherweise auf Bundesebene erfolgt. Daher findet man Drogentourismus und einen Schwarzmarkt in anderen Bundesstaaten, der wahrscheinlich auch aus der legalen Produktion in den „Frei Staaten“ kommt. Das ist unerwünscht und zeitigt für den Schwarzmarkt ähnliche Folgen wie das niederländische Modell.

Projekte und Versuche, die den Konsum legalisieren, aber die Produktion nicht, sind also vollkommen sinnlos und müssen ihre Ziel verfehlen.

Beim erfolglosen aber milliardenteuren War on Drugs lag der Fokus zunächst auf der Produktion. Hier zeigte sich aber, dass durch die paramilitärischen Interventionen in den Anbaugebieten, insbesondere von Kokain, eigentlich die Verdienstsituation für die Kartelle verbessert wurde. Man muss sich eben überlegen, wer der Konsument ist und wer derjenige ist, der von der Prohibition bzw. dem War on Drugs profitiert, und dies sind eben die Großen.

So wundert es wenig, dass bei der Legalisierung in den USA ausgerechnet die alten Schwarzmärkte und die über Korruption mit ihnen agierende Polizei, gegen eine Legalisierung war. Die Prohibition und die Korruption von Justiz und Polizei ist ihr Geschäftsmodell, aber sie dient weder der Prävention noch einer Begrenzung der Konsumentenanzahl.

Dies auch die Erfahrung aus der Alkoholprohibition. Diese ist der Gründungsimpuls der US-Mafia gewesen, hat die Lage aus gesundheitlicher Sicht aber deutlich verschlechtert. Außerdem war der schwarz gebrannte „Moonshiner“ eher gefährlicher Fusel als vernünftiger Alkohol. Verbote bringen auch immer den Reiz sie übertreten zu wollen und sie erhöhen die Gewinnmargen beim Verkauf so weit, dass kein Gesetz der Welt und keine Polizei oder Justiz einen Schwarzmarkt verhindern kann.

Durch die enormen extralegalen und unversteuerten Gewinne fließen Unmengen von Geld in die Hände der Schwarzhändler, diese waschen sie, wandeln Geld in Kapital, und nutzen dies für legale Geschäfte, dadurch wird auch ihre Macht und ihr politischer Einfluss immer größer. In Mexiko hat dies längst zum Zusammenbruch jeder ernst zu nehmenden staatlichen Ordnung geführt. Die Narco Staaten, die von den Schwarzhändlern regiert werden, mit dem Maschinengewehr. Das bringt die Endphase der Prohibition von Substanzen. Es handelt sich also um eine idealistische Argumentation, die in der Realität das Gegenteil von dem erreicht, was sie vorgibt erreichen zu wollen. Alle Macht den Drogen – das ist das reale Ergebnis der Prohibition.

Aus Konservativen Kreisen hört man häufig, dass eine Legalisierung bedeutet neben dem gefährlichen Alkohol eine weitere Droge freizugeben und dies würde zu einer Erhöhung der Konsumenten führen. Dies ist im Falle von Cannabis noch nicht erhoben worden, aber alle einschlägigen Studien im Zusammenhang, insbesondere mit Alkohol, zeigen, dass gerade das Gegenteil der Fall ist. Sinnvoll scheint eventuell ein staatliches Monopol zu sein, also die Abgabe nur in staatlich kontrollierten Läden, und nicht im normalen Lebensmittelhandel.

Dies würde nur zutreffen, wenn bewiesen werden kann, dass die Anzahl der chronischen Konsumenten durch eine Legalisierung steigt, das war in den Niederlanden nicht nachweisbar. Allerdings kann man ohne echte Legalisierung solche Zahlen eigentlich nicht sinnvoll erheben, zumal die Prohibition ja nichts an der Verfügbarkeit ändert. Wohl aber an der Frage, ob Menschen zugeben, ob sie zu Konsumenten gehören oder nicht. Was man aber annehmen kann ist, dass die Verfügbarkeit an jeder Straßenecke eher sinkt, weil es sich für eine legale Gewinnspanne nicht lohnt Kleinstdealer an jede Ecke zu stellen, wie es heute der Fall ist.

Belegbar ist aber, dass auch eine Prävention innerhalb eines Schwarzmarktes sehr viel schwieriger ist. Was schon jetzt häufig zu einer Unterschätzung der Risiken führt. Die Prohibition verhindert dies, und die Strafverfolgungsbehörden sind ebenfalls nicht geeignet, um ein eigentliches Gesundheit/Sozialthema, bei chronisch überhöhtem Konsum, fachgerecht zu adressieren.

Es gibt weiter weltweit also keinerlei ernst zu nehmende Belege für den Erfolg irgendeiner Prohibitionsstrategie. Auch der Polizeialltag wird von Kleindealern bestimmt, und meist sorgt die Justiz dafür, dass ein Kreislauf aus Gewahrsam und Freilassen und Gewahrsam entsteht, das ist vollkommen sinnlos. Es ist also ein Ameisenheer von nicht ernsthaft belangbaren Kleinstdealern vorhanden, aber von ihnen ausgehend gelangt man in der Hierarchie nicht höher. Die Mär über die kleinen Fische käme man zu den großen ist komplett nicht belegbar. Die Großen, das sind Leute, die man nicht mit Drogenprohibition, nicht mit BTM Gesetzen, nicht mit Drogendezernaten erwischt, sondern mit Geldwäschegesetzgebung und künstlicher Intelligenz für Finanzmarkttransaktionen, mit effektiven und personell und technisch hervorragend ausgestatteten Abteilungen für Wirtschaftskriminalität, für „White Collar Criminals“ aller Art. Dann muss man auch noch eine internationale Zusammenarbeit haben, sonst kann man es auch lassen. Doch die Frage ist dann auch, wen man da erwischt, und das kann nur allzu leicht jemand sein, von dem niemand es gedacht hätte. Kurz? Nein, du Trottel, der hat doch nichts mit Drogen zu tun. Er ist eine Droge!

Wir sind fest davon überzeugt, dass jeder gute Polizist all dies weiß, aber es niemals offen zugeben kann. Das bringt einen häufig sehr belasteten und frustrierenden Berufsalltag, der davon lebt via kleine Fische die Statistiken aufzuhübschen. Aber bitte – gab es bei der Polizei nicht erhebliche Nachwuchssorgen? Da würde ich mal damit anfangen, wie man den Job zu einem Burner bei den Jungen macht, dies wird über Geld nicht funktionieren, sondern über die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit mit dem Job. Das setzt auch voraus, dass man Erfolg im Job aufgrund der Rahmenbedingungen überhaupt haben kann. Es darf bezweifelt werden, ob es diese Erfolge mit der derzeitigen Drogen Strategie überhaupt gibt. Alle verfügbaren Zahlen zeigen das Gegenteil.

Update Ende

Alles, was hier steht, das sollte auch Johnson lesen, denn im Grunde ist England gerade der Nord Balkan mit London als Hauptstadt eines Nord Albanien. Was in Albanien funktioniert, das funktioniert auch in Nord Albanien. Im Norden mit Gewächhäusern. Cornwall hat ebenfalls eine lange gärtnerische Tradition

Eigentlich wäre es nicht schlecht, wenn Albanien in die EU aufgenommen wird. Allerdings müsste man die Aufnahme dieses Mal irgendwie anders lösen und die wirtschaftliche Entwicklung durch gezielte Maßnahmen, die ganz Europa zugute kommen, schon im Vorfeld angehen. Es ist ja angesichts der Milliarden, die in den USA mit Cannabis in allen Varianten gemacht werden, ziemlich lächerlich, dass in den meisten Ländern der EU dieser Wunderstoff, der sicher auch bei der wirtschaftlichen Überwindung der Corona-Krise helfen könnte, immer noch illegal ist. Ich mein mit der Argumentation kann man auch Weinanbau verbieten, zumal längst nachgewiesen ist, dass Alkohol wesentlich schädlicher ist.

In der Zwischenzeit ist Albanien zu einem Dreh und Angelpunkt der europäischen Cannabis Wirtschaft geworden, nur unter den Bedingungen des Schwarzmarktes sind die Erlöse nicht in Kapital umwandelbar und können so nur wenigen viel Geld bringen, mit dem sie wahrscheinlich nicht genau wissen, was sie anfangen sollen, außer es zu horten. Jedenfalls werden sie keine Kindergärten bauen.

Also ist die Sache mit dem EU Beitritt doch sehr elegant zu lösen:

  1. Schritt: Cannabis wird EU-weit komplett freigegeben, auf dem Niveau von Alkohol
  2. Schritt: Albanien erhält die Auflage, die Cannabisproduktion komplett in einen weißen Markt zu überführen, Qualitätsstandards bei der Verarbeitung sind einzuhalten. Bio Landbau natürlich. Die gesamte Landwirtschaft des Landes wird umgestellt.
  3. Schritt: Testphase von 2 Jahren, in denen das Albanische Cannabis innerhalb Schengens frei gehandelt werden kann, so entwickeln sich aus den Schmugglerrouten des Balkans echte Handelswege und in der EU entstehen zertifizierte neue Berufe, wie Cannabiswirt, Cannabisbauer, Cannabisberater etc.. Auch neue Maschinen werden benötigt.
  4. Schritt: Albanien ist nun stabil genug, sogar für den Euro und wird als volles Euromitglied aufgenommen.

Das ist ja schließlich der Punkt, wie bitte soll in Albanien anders eine Wirtschaft entstehen, die unabhängig ist, gute Löhne zahlt und stabile Strukturen für den Euro schafft. Bulgarien, Rumänien geht ebenfalls. Was die EU sicher nicht braucht, ist ein weiterer ökonomischer Zwerg, der letztlich niemals zum Beitragszahler werden kann. Die EU braucht auch keine Länder, die erneut Hunderttausende Billiglöhner*innen entsenden und Auswanderer*innen, ohne dass dadurch eine echte Wirtschaft entsteht.oder, wie im Fall Polens ganze Sektoren, Gesundheit,. ausbluten, um kaputte Systeme, wie das deutsch Gesundheitssystem, zu stabilisieren.

Bisweilen gibt es das Argument, dass die Auswanderer*innen Geld in die Heimat transferieren. Dabei muss bedacht werden, dass es sich hier um Einkommen handelt. In der Heimat kann dadurch das Überleben der eigenen Familie, via Konsum und Kleingeschäften, verbessert werden, Daraus ergeben sich aber weder Steuereinnahmen (außer Konsumsteuern), noch Sozialleistungen für den Sendestaat. Auch der Markt profitiert nur sehr begrenzt im Nahfeld. Daraus können in den Heimatländern keine systemischen Verbesserungen, die Kapital, nicht Konsumeinkommen, benötigen, finanziert werden.

Dieses Geld der Billiglöhner und EU Auswanderer adressiert also eine absolute Armut, kann aber nichts an der relativen Armut und am Lohngefälle ändern. Es entsteht der berühmte koloniale Kreislauf. Dieser benötigt in seiner vollen Ausformung immer, bewusste und unbewusste, Elemente von Rassismus. Diese sind zweifelsohne vorhanden. Ansonsten wäre es nicht akzeptabel, wie etwa Fleischarbeiter oder Lkw-Fahrer bezahlt und untergebracht werden. Nur weil es sich um „EU Ausländer“ handelt, toleriert die einheimische Bevölkerung einen Zustand, den sie für sich selbst niemals akzeptieren würde.

Das alles kann durch das Wunderkraut geheilt werden, man muss es nur tun und die auf Ressentiments und eine gescheiterte geostrategische Politik – War on Drugs – zurückgehenden Verbote kippen. Dann ist mindestens der ganze Westbalkan High und der Euro kann mühelos eingeführt werden. Im Laufe der Zeit entstehen echte Marken und besondere Lagen, wie beim Wein. Ganz zu schweigen von einer aus Cannabis gewonnenen medizinischen Produktpalette.

Das Problem der EU ist einfach: Sie ist zu bürokratisch und Kreativität spielt bei den Lösungen keine Rolle, das sollte sich schnell ändern. Der Laden ist scheintot.

This post was last modified on 19. Oktober 2021 12:39

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