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Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass

Das Alter spielt keine Rolle, aber in Deutschland ist das Alter genauso scheiße, wie die Jugend. Es ist nicht das Alter es ist das Verhältnis zur Zeit. Zeit ist nicht abstrakt, wir warten keine 5 Jahre, keine 5 MOnate, keine 5 Tage, keine 5 Stunden, keine 5 Sekunden, die Zeit ist Jetzt!

Update 04.10.2021

Immer noch keine neue Regierung? Ist ja wie auf dem Amt. Jetzt kommt ma in die Pushen.

Update Ende

Als Vermeidungsverhalten wird das grundsätzliche Vermeiden bestimmter Situationen oder Handlungen, durch die Unannehmlichkeiten oder Bedrohungen für den Körper, die Seele oder die soziale Stellung erwartet werden, bezeichnet. Während Flucht, Erstarren, Auseinandersetzung (Kampf) oder andere Bewältigungsstrategien mögliche Reaktionen auf eine unmittelbare Bedrohung darstellen, ist die Vermeidung eine Reaktion auf innere oder äußere Hinweise, die eine Gefahr ankündigen können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vermeidungsverhalten

„Ich habe hier die beschriebene Seite (…) die ist eng beschrieben (…) man könnte daraus mehrere Seiten machen, wenn man sie in Kanzlerbuchstaben schreiben würde“

Rainer Barzel in der Debatte um das Misstrauensvotum gegen Schmidt am 01.10.1982, Transkription aus dem Video der Sitzung unten

Die Nachlese der Grünen zeigt wunderschön, warum die Politik heutzutage in mehreren Fällen dysfunktional ist und ihre ernsthaften Ziele überhaupt nicht erreichen kann.

Dem, was Trittin gesagt hat, zu Habecks Vorgehensweise, ist nichts hinzuzufügen, doch es steckt mehr dahinter.

Wir alle wissen, dass schmerzliche Schritte erforderlich sind, um wichtige politische Ziele unter den Stichwörtern Klimawandel, Soziale – und Digitale Transformation zu erreichen. Daneben ist die deutsche Wahlbevölkerung völlig überaltert – die größte demografische Einzelgruppe sind über 70-Jährige, deren Leben gelaufen ist. Also muss die Politik diesen fehlenden Antrieb, der normalerweise durch die junge Generation kommt, selbst gleichermaßen nachbauen, mitdenken. Jung zu sein in Deutschland ist schwierig und sehr einsam. Mit Geld allein wird man keine Gesellschaft erzeugen, in der die Menschen Lust auf Kinder haben, das schafft man nur, indem man eine Gesellschaft erzeugt, die die Jugend ernst nimmt. Diese Energie, die normalerweise eher von den unter 35-Jährigen kommt, deren eigenes Leben auch einem Wandel unterworfen ist, die ein Eigeninteresse daran haben zu verändern und auch bereit sind hierfür „Schmerzen“ in Kauf zu nehmen, weil sie noch eine Zukunft vor sich haben, die ist in Deutschland nicht vorhanden. Welche Zukunft hat ein 60-Jähriger – da passiert nicht mehr viel, er will den Status quo, um die vermeintlichen Früchte eines langen Arbeitslebens zu ernten. Weiter nimmt die Kritikfähigkeit im Alter deutlich ab und wird durch eine seltsame Rührigkeit und Vertrauensseligkeit ersetzt. Das Geheimnis des Enkeltricks. Das ist natürlich nicht alles, aber es spielt eine wichtige Rolle.

Der unglaubliche Corona Sündenfall gegenüber der jungen Generation war eine Katastrophe, so darf es nicht mehr laufen, denn dann wird man zu einer Gesellschaft, die dem Friedhof näher ist als dem Leben. In einer solchen Gesellschaft Kinder großzuziehen ist schwer und wenig attraktiv, ganz egal wie viel Wurfprämie gezahlt wird. Und genau da muss man anfangen, nicht beim Geld, man muss eine Gesellschaft schaffen, in der die junge Generation wirklich mitbestimmt wie es läuft und nicht ständig Schablonen des Alten vorgelegt bekommt, denen sie sich anpassen sollen.

so macht man das für 50% ihr Heulsusen.

Was soll man den Leuten denn sagen? Werde doch Facharbeiter bei VW? Lächerlich. Der Facharbeitermangel bezieht sich doch gerade auf die Jobs, auf die kein junger Mensch mehr Bock hat, weil sie wissen, dass diese Jobs keine Zukunft mehr haben. Wie können völlig altmodisch strukturierte Unternehmen erwarten, dass sie noch Nachwuchs finden? Typisch deutsch, denn nur die Deutschen haben immer schon geglaubt alles könne immer so weiter gehen und sei richtig, weil es auch schon vor 100 Jahren so war. Deshalb fällt das Land immer mal wieder in Trümmer.

Nun hat Deutschland durch die Merkel Ära eine bleierne Zeit erlebt, eine Zeit in der eine gespielte Harmonie über allem lag, eine Harmonie, die viel dazu beigetragen hat, die eigentlichen Brüche unter der Oberfläche zu halten. Nun zeigen sich die Risse in der Gesellschaft anhand eines zersplitterten Wahlergebnisses und anhand von geplatzten Träumen. Unter dem Mantel der Harmonie also ein Schlachtfeld, was das Ergebnis einer viel zu lange stillstehenden Politik ist.

Es hat sich eine politische Kultur entwickelt, die annimmt, die Politik dürfe sich nicht mehr streiten, müsse stets rational, überlegt und ohne jede Form von sichtbarem Konflikt auskommen, das ist Merkels Stil gewesen. Gleichzeitig hat sich eine Medienlandschaft entwickelt, die der Politik vorschreibt, sie dürfe sich nicht auf offener Bühne streiten, das würde dem Wähler nicht gefallen. Da muss man differenzieren, der Sachstreit ist nicht das Problem, sondern eitle Streits und Postengeschacher, wie wir sie nun leider bei den Grünen erleben. Gleichzeitig wird ein Mangel an Persönlichkeiten beklagt, doch was erwartet man? Wenn man keinen Sachstreit mehr haben will, dann bekommt man eben Leute ohne Ecken und Kanten, eine austauschbare Parteienlandchaft und ein Land im Tiefschlaf – Langweiler wie Scholz oder Schwiegermütter Lieblinge wie Habeck, dem schon Twitter zu viel Stress und Streit ist. Mit solchen Persönlichkeiten macht man keine Veränderung, damit setzt man nur den Status quo fort.

Inhalte werden zunehmend mit einem Personenkult verbunden, die Inhalte treten hinter die Person zurück, auch ein typisches Ergebnis der Merkel Ära.

Was ist jetzt das wichtigste? Wenn Deutschland seine enormen Probleme wirklich angehen will, dann muss ergebnisoffen über Sachthemen gestritten werden, es darf keine Denkverbote geben, es muss in der Öffentlichkeit gestritten werden. Ohne diesen Streit werden nicht genug Alternativen benannt, Alternativen und Experimente, die wir brauchen, um einen Startboost zu bekommen. Wer glaubt dies würde mit gespielter Harmonie und nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit funktionieren, der setzt die Merkel Ära fort. Hinterzimmer können nicht ausreichend Alternativen benennen, weil sie nur aus einer Selektion bestehen, diese Selektion schließt schon aus.

Dies bedeutet, wir müssen die Fragen nach der Veränderung auf den Boden holen, es muss wirklich was passieren, es reicht nicht mehr irgendwelche Absichten zu erklären und eine Kommission nach der anderen zu bilden, die irgendwo im Himmelreich des Wünschens zwischen Traum und Wirklichkeit hängen bleibt. Es muss jetzt umgesetzt werden, ohne weiteres Palaver.

Merkel und die Union sowie die SPD haben genau das niemals gemacht, und man sollte nicht vergessen, dass Scholz nicht mehr als Merkels Vizekanzler war, dass er nun aus der Groko von den mehrheitlich sehr alten Wählern knapp gewann ist mehr als besorgniserregend.

Insbesondere beim Klimawandel gilt: Bisher haben wir ausschließlich eine völlig bedeutungslose Klimapolitik der Konferenzen und Absichtserklärungen, der Fristenregelungen und technischen Spekulationen. Mit anderen Worten, es existiert weltweit keine einzige ernsthafte Maßnahme des Klimaschutzes, die von den wirren Konferenzen, die längst wie g7 – g182 laufen, auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist. Das ist fatal, denn es zeigt die ganze Augenwischerei.

Das haben Leute wie Scholz mitzuverantworten. So blöde möchte ich einmal im Leben sein, wollen was ändern und wählen die, die jahrelang den Stillstand mit produziert haben, das gibts nur in Deutschland, in der Republik der Angsthasen und Nationalromantiker.

Oder nehmen wir Scholz‘ mehr als einfältige Aussagen zum Wahlergebnis. 1. FDP, SPD und Grüne haben hinzugewonnen, deshalb sieht er einen Regierungsauftrag für eine Ampel. Das ist völliger Blödsinn. Man kann nur sagen, dass die CDU abgestürzt ist und keinen Auftrag hat. Aber sonst? Natürlich hat die SPD auch wegen der überalterten Struktur mit Mühe und Not ihr Ergebnis erreicht. Weiter kann man nur sagen: Der Wähler will mehr soziales, warum er das bei der SPD sieht, ist sein Geheimnis, wahrscheinlich mangels Alternativen. Man kann sagen der Wähler will mehr Freiheit und Marktliberalität, FDP, was ein direkter Widerspruch zu der gegenwärtigen SPD ist. Man kann sagen, der Wähler will mehr Umweltschutz. Also will der Wähler mehr Umweltschutz, mehr Soziales, mehr Marktliberalismus und Bürokratieabbau. Um das zu erreichen ist eine Ampel nur eine von vielen Möglichkeiten, die aber sogleich die Gefahr mitbringt, dass es von allem so wenig gibt, dass man es kaum merkt. Denn das ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Widersprüche – sie können nur um den Preis des Stillstandes ausgelöst werden. Für die kleineren Partner ist die Gefahr groß, dass die SPD den Kannibalismus der CDU in Koalitionen fortsetzt. Weiter bemüht Scholz in seinen Statements die Sozial Liberale Koalition unter Schmidt, die kläglich gescheitert ist, an strategischen und ökonomischen Fragen. Schmidts peinlicher Abgang via Vertrauensfrage, um Kohl zu betonieren. Das wird von Scholz als Beispiel für erfolgreiche sozial Liberale Traditionen bemüht. Gehts noch?

Oder meint er die Regierungszeit Brandt? Na gut, die endete mit einer Spionageaffäre und hat so gar nichts mit der Hamburger Schule, aus er auch Scholz stammt, gemein. Man kann nicht behaupten, dass Schmidt und Brandt in einer Liga spielten. Viel eher hat Schmidt Brandt so beerbt, wie Kohl Schmidt, aber das ist ja Nebensache, wenn man eine Dolchstoßlegende aufrechterhalten will. Das ist vielleicht die einzige historische Parallele zu Scholz, aber sonst?

Schmidt jedenfalls war ein einziger Phrasendrescher und hat genau den Abgang verdient, den er bekommen hat. Was soll das also? Es kündigt sich doch schon wieder eine simulierte Politik an, die keinerlei Bodenhaftung hat, die Narrationen erfindet, anstatt sich um die Realität zu kümmern. Sie stricken am nächsten Märchen, ansonsten würde Scholz nicht auf diese Koalition verweisen, sondern er würde zeigen, dass er aus den Fehlern Schmidts gelernt hat, das Gegenteil ist der Fall. Schmidt wird zu einer Ikone aufgeblasen, weil die über 70-Jährigen ihn wahrscheinlich beim Tanztee im Fernsehen toll fanden. Was soll man von einem Kanzler erwarten, der so einen Bullshit für eine Analyse hält? Genau – Langsamkeit, Emotionsarmut, mangelnde rhetorische Fähigkeiten, Humorlosigkeit, Spießigkeit, das muss nicht unbedingt ein Zeichen der Vernunft und der Bodenständigkeit sein. Wir haben euch gewarnt. Scholz ist eine Schlaftablette, genau wie Merkel, wie hätte er es sonst so lange an Merkels Seite ausgehalten?

Das war das einzige Highlight der langweiligsten und bedeutungslosesten Kanzlerschaft nach Merkel, Platz 2 im Gruselkabinett geht an Schmidt. Ansonsten fand die Regierung auf der Straße statt, mit 1 Million Teilnehmern im Bonner Hofgarten gegen den NATO Doppelbeschluss. Sozial Liberale Erfolgsgeschichten nach Onkel Scholz.

Das gilt auch für den digitalen Strukturwandel, der nur allzu gern mit dem Legen von Leitungen und der PDFisierung der Verwaltung verwechselt wird. Auch hier warten Mammutaufgaben, und die Lösung dieser Aufgaben ist Voraussetzung für einen ernsthaften Neustart. Vergessen wir nicht wie der Strukturwandel im Ruhrgebiet gelaufen ist. Den hat die SPD zu verantworten, und zwar bis zur Abwahl Kraft, danach kam Laschet und hat auch nichts besser gemacht. Vodoo Strukturwandel: Gelsenkirchen Kinderarmut bei 40 % – das geht auf das Konto der SPD, und auch wenn nun viele Hoffnungen da sind, ist auch hier nicht ansatzweise erkennbar mit welchen praktischen Maßnahmen ein Kanzler Scholz diese Probleme angehen will. Auch hier nur Blablabla.

Was die Bürger jetzt erlauben müssen, ist Streit, ist Konflikt und Veränderung, das geht nicht mit einem nahtlosen unsichtbaren „Regieren der Vernunft“, – das sind reine Sprechblasen von Marketingleuten, sondern nur mit echter und lebendiger Demokratie, davon ist Deutschland nach 16 Jahren Merkel Lichtjahre entfernt. Scholz kann man nicht gerade als ein Zugpferd bezeichnen, hinter seiner gespielten Gelassenheit verbirgt sich eine triste, graue, ideenarme Politikvorstellung.

In Bezug etwa auf Politiker heißt dies, es muss ihnen erlaubt sein Fehler zu machen, es muss erlaubt sein wieder aufzustehen. Wir brauchen keine Eintagsfliegen in der Politik, sondern Persönlichkeiten, die auch mal Fehler machen aber sich wieder berappeln, denn so wird man resilient. Nicht in dem man die eigene Position auf Basis der Fehler anderer in einem miesen Karrierespiel versucht zu stärken.

Sollte Deutschland hier keinen Mentalitätswechsel hinlegen, der auch in der Politik spürbar ist, dann wird das Land weiter in der Geiselhaft der Alten bleiben und vor sich hin sterben.

Es ist DIE Deutsche Krankheit anzunehmen, dass der Sturz schlimm ist, schlimm ist nicht der Sturz, schlimm ist das liegen bleiben. In Deutschland werden die Menschen aber nur allzu oft auf das liegen bleiben festgelegt, wer das immer noch nicht verstanden hat, sollte sich die Kugel geben.

Dies sieht man auch in der Ökonomie, in Deutschland darf hier nicht experimentiert werden, eine Pleite ist etwas ganz Schlimmes, was mit Milliarden und Abermilliarden verhindert wird, nur um die Pleite rauszuzögern. Dabei steht sie in nur für einen Lernprozess, und dies ist einer der Hauptgründe, warum die USA in Sachen Digitalisierung Deutschland an die Wand gespielt haben. Wenn nun Werke wie das von Tesla entstehen, dann zeigt es einfach, die deutsche Mentalität ist am Ende, sie passt nicht mehr in die Zeit, und wenn wir dies nicht erkennen, dann gehört das ganze Land in weniger als 20 Jahren China und den USA. Von den jetzigen Oligopolen bleiben Industrieruinen.

Das nun erneut einsetzende Koalitionstheater, anstatt mit dem Regieren direkt zu beginnen, sagt alles. Sie wollen wieder eine Betonkoalition à la Merkel, die ein Knast ist, wie das ganze Land.

Deutschland hat in der Merkel Ära nur eins gelernt:

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

This post was last modified on 6. Oktober 2021 1:25

mr. & mrs. swashmark

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