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swashmarks polit voodo: Wahldemografie und ein BundesGenerationenRat als 3. Kammer / Exercise your right to vote / Die gerichtete Geschichte

Die ARD hat das Ergebnis und das starke Splitting in Jung und Alt, was wir unten eher abstrakt diskutieren, schön grafisch zusammengefasst. Natürlich ist Partei als Marker dabei sehr ungenau, weil es auch davon abhängt, welche Narration die Partei aktuell am Start hat, dennoch ist klar, dass FDP und GRÜNE eigentlich die inhaltlich führenden Parteien sein müssen, nicht die SPD.

Man muss ja dabei auch noch die Tabelle unten gegenrechnen, die zeigt, dass die Jungen demografisch unterrepräsentiert sind. Wenn es gerecht zugehen würde, sorry, und wir haben die Grünen genug gefressen, müsste es Baerbock und nicht Scholz werden. Aber sagen wir mal so, Deutschland pflegt eine Demokratie, die wenig differenziert und wenig divers ist. In Deutschland ist Demokratie nur ein Betriebsmodus der Macht. Aber auch das kann man ändern. Das ist ernst gemeint, und uns ist es egal, also – es geht um Generationengerechtigkeit.

Ach ja, dabei geht es darum, dass Deutschland ein Land wird, in dem es Spaß macht Kinder zu haben, und zwar so, das es nicht den Eltern, sondern den Kindern Spaß macht. Das ist das Geheimnis, nicht Gebärzwang, Mütterrente, KitaS und sonst was. Das ist auch wichtig, aber viel wichtiger ist das eine Gesellschaft ihre Jugend mit einem Vertrauensvorschuss behandelt, statt sie in immer gleiche Wege zu zwängen, so und nur so, können die Generationen wirklich voneinander lernen, es darf keine Hierarchie geben.

Und so wundert es wenig, dass viel Problem, wie Rente, Digitalisierung, Sozialsysteme bis hin zur Krankenversicherung die Jungen ignorieren und sie in ein System der einseitigen Generationenhaftung zwängen. Ein System, von dem die heute Jungen nichts mehr haben werden, sie zahlen nur drauf, und das System frisst ihre Ressourcen. Diese Systeme dienen aber noch den Alten, das reizen sie momentan noch so lange aus bis es kracht, das ist unverantwortlich und muss sofort gestoppt werden. Alle Zahlen sind hier eindeutig. Warum wird das in Deutschland verdrängt? Der Kreis zu einer jugendfeindlichen Gesellschaft der Greise schließt sich.

Die SPD ist deshalb besonders Problematisch, weil auch der alte Mythos von der Fabrikarbeit an ihr klebt, wie der Schleim am Monster. Das hat den Westen Billiarden für einen völlig gescheiterten Strukturwechsel gekostet. Ebenso ist die SPD eng verbunden mit einigen Oligopolen, etwa der Autoindustrie, hier auch auf der Ebene der Gewerkschaftsbürokratie, Rest Kohle, Rest Stahl, Rest Maschinenbau. Das alles ist gestern und in der Form nicht mehr finanzierbar, wenn man richtig rechnet. Und wenn man sagt People over Profit. Das ist die alte Wachstumswelt.

Die SPD zählt, mehr als alle anderen Parteien, zu den Parteien, die das Märchen des alten Wachstums aufrechterhalten. Das ist das Ergebnis einer Vorstellung, die behauptet, Geschichte sei gerichtet, und diese Richtung heißt für jede Generation mehr Wachstum, mehr Wohlstand, die SPD hat ihre eigene Existenz an dieses Märchen einer gerichteten Geschichte gebunden, da sie ihre Rolle stets darin sieht, das erwirtschaftete lediglich besser zu verteilen. Ein Nullsummenspiel, ein Jo-Jo, was seit Keynes läuft. Was sie mit Hartz genommen, davon geben sie nun vielleicht 20 % zurück, vielleicht. Das ist alles, und dafür braucht die alte Tante das alte Wachstum. Alles andere ist für sie Vodoo. Was sie jetzt Grünes Wachstum nennen. Ja, grünes Wachstum im Kongo, so billig. Nur, die reale Geschichte, sie ist nicht gerichtet, sie ist ein Lauf der Dinge, der bisweilen Revolutionen kennt.

Diese alte Form der Arbeit funktioniert aber längst auch nur auf Kosten der Jungen, denn diese Arbeit speist die kaputten unterliegenden Versicherungssysteme und frisst die weltweiten Ressourcen, auch für Windkraftanlagen und deren Transport. Das ist ein Teufelskreis, der nicht mit Reform, sondern nur mit einem kompletten Systemwechsel gelöst werden kann, natürlich würde das funktionieren, aber dazu braucht man eben passende Systeme.

Wer ernsthaft an Klimapolitik interessiert ist, der sollte jetzt keine Häuser dämmen, sondern die Systeme so umbauen, dass Ressourcenachtsamkeit überhaupt real werden kann, aus den Absichtserklärungen und Marketingsprüchen herauskommt, auf den Boden der Tatsachen.

Dazu zählt auch die staatliche willkürliche Förderung der E-MObilität einzustellen, den Güterverkehr auf die Schiene zu bringen und Transport auf der Straße sehr, sehr teuer zu machen. Gefördert werden nur noch kleine Elektroautos als Stadtflitzer. Alle staatlichen Beteiligungen an Autokonzernen, wie VW, sind sofort zu verkaufen. Der Straßenbau und die gesamten sonstigen Kosten des Autoverkehrs müssen über Sondersteuern von den Konzernen eingetrieben werden. Make them pay. Lustig ne. Trottel, ey echt. Hat sich eigentlich nie jemand gefragt, warum wir heute hier stehen, kann ich euch sagen, weil wir das morgen immer schon so geplant und gedacht haben wie heute, man überlässt es den dümmsten der dummen all diese Entscheidungen zu treffen. Tja. Ach ja Bildungssystem ….

FDP und Grüne haben in einer Ampel mehr Stimmen, sie sind die Parteien der Jungen, also – die SPD sollte sich hüten, ihren Führungsanspruch zu überreizen, sie muss Kernbereiche ihrer grundlegenden Politik aufgeben. Dazu zählt ein Arbeitsunabhängiges Einkommen und steuerfinanzierte Sozial und Rentensystem – Minus FDP Privatanteil. Weiter muss die SPD einem Abbau der Sozialbürokratie zugunsten eines niedrigschwelligen und unbürokratischen Zugangs zu den Systemen zustimmen.

Insbesondere auch bei der Arbeitsagentur und der sinnlosen Weiterbildung und Vermittugstätogskeit dieser Behörde, die kaum jemanden je in Arbeit gebracht hat. Fast alle Arbeitslosen finden ihre Jobs selbst. Dieser Zugang muss ohne Bedürfnisprüfung und ohne Sanktionen. sowie sonstige Maßnahmen der Zwangsarbeit auskommen. ALG 1 ist sofort auf 36 Monate zu verlängern, und zwar für alle, der sonstige Abbau an operativ sinnlosen Strukturen bezahlt auch 48 Monate. Insgesamt ist jede Argumentation von „wenn wir keinen Zwang ausüben hängen sie in der sozialen Matte“ konsequent zu bekämpfen. Danach sehen wir weiter, 12 Euro, ich lach mich kaputt, so billig.

Update Ende

57,8 % der Wähler sind über 50. die größte Einzelgruppe sind die Ü 70-Jährigen. Da schreibt man und schreibt man, und stellt fest, der Stillstand korrespondiert mit bestimmten Lebensabschnitten, in denen sich die Wählerinnen befinden.

Ja, Aber ….

Natürlich ergeben sich aus dem Alter auch Interessenlagen und eine Haltung zur Politik. Nicht nur des, auch Lebensstil, Bildung, aktuelles Wissen, Medienkonsum und natürlich eine zeitliche Perspektive. Damit sind für Ältere Themen, die sich auf einen bestimmten erreichten Status beziehen, wichtiger, als Themen, die entferntere Aspekte oder Wandel betreffen. Nehmen wir die Wohlstanddiskussion. Es ist etwas anderes, ob man einen gewissen Wohlstand noch aufbauen muss, oder ihn verteidigen will. Also ist davon auszugehen, dass das Ergebnis doch recht deutlich auch von der Demografie einer Wahlbevölkerung abhängt.

Häufig ist zu erleben, dass Aspekte dieses Generationenthemas anhand von bestimmten Fragen aufploppen, Corona, Klimawandel, Schule – aber es ploppt nur und verschwindet sogleich wieder, wird verdrängt. Eine strukturelle Lösung, ja nicht mal ein Eingeständnis, dass so etwas auch Wahlen beeinflusst, und damit die Politiken einer überalterten Bevölkerung anders aussehen als die einer jungen Bevölkerung, ist vorhanden. Die Initiativen wählen mit 16 sind gut, aber sie reichen bei Weitem nicht aus.

Daneben kann man annehmen, dass 10 Millionen Menschen in Deutschland, obschon sie dauerhaft hier leben, kein Wahlrecht haben. Weiter wird immer viel zu sehr die deutsche Sprache vorausgesetzt, das führt ebenfalls gewollt oder ungewollt zu einer Exklusion. Wahlbenachtichtungen halten wahrscheinlich viele für böse Post vom Amt und bekommen Angst, nicht zu Unrecht, bei der Kandidatenauswahl, aber man sollte sie in allen gängigen Sprachen verfassen.

Hm, sagen wir mal so, wenn sich daran nicht deutlich etwas ändert, und der Trend immer weitergeht, dann sollte man sich schon die Frage stellen, welche Folgen das für die Demokratie und für konkrete Entscheidungen hat. Außerdem müssen die von einer solchen Bevölkerung gewählten Alten ganz besonders darauf achten, dass sie die Interessen der Jungen überbetonen, um die demografische Ungerechtigkeit und Verzerrung einer demokratischen Entscheidung auszugleichen. Vielleicht sollte man Gesetze zusätzlich zum Bundesrat durch einen Generationenrat jagen, der dann genau diese Brille aufhat.

Weiter muss wohl das Wahlrecht 1. auf 16 und 2. müssen alle hier hauptsächlich lebenden Menschen, also etwa langjährig integrierte Migrantinnen und auch EU Bürger ein Wahlrecht bekommen.

Die Tabelle warum Deutschland stillsteht:

Alterweiblichmännlichgesamtin %
18 – 201,01,02,03,4
21 – 293,43,36,711,0
30 – 394,44,38,714,3
40 – 494,14,18,213,5
50 – 595,95,911,819,6
60 – 695,05,210,216,9
70 und mehr5,47,412,821,3
Insgesamt29,231,260,4100
darunter Erstwähler/-innen 21,41,42,84,6

This post was last modified on 29. September 2021 2:13

mr. & mrs. swashmark

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