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New Orleans ist überall, auch in Louisiana

Der Kampf geht weiter!

Ja, es ist mal wieder so weit ein außergewöhnlicher Hurrican nimmt Kurs auf den Süden der USA.

Hurrikan Ida wird im US-Bundesstaat Louisiana mit Windgeschwindigkeiten von 240 km/h und einer potenziell „katastrophalen“ Sturmflut auf Land treffen, teilt das National Hurricane Center (NHC) mit. Tausende Menschen flohen vor dem Sturm aus dem Staat, aber am Sonntagmorgen war es zu spät, um noch zu gehen. Es könnte der schlimmste Hurrikan sein, der Louisiana seit den 1850er-Jahren !! getroffen hat, sagte der Gouverneur des Bundesstaates John Bel Edwards. Wobei offen bleibt, auf welche Wetteraufzeichnungen er sich bezieht, es ist wohl gemeint „seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“.

Das Spiel läuft ähnlich wie bei Catrina, das Wasser ist sehr warm, dadurch entsteht das Potenzial eines Tropensturms. Ida sammelte ihre Kraft über dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko. Der Sturm traf in der Nähe von Port Fourchon, südlich von New Orleans, als Hurrikan der Kategorie 4 auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala, auf Land.

Port Fourchon ist ein bedeutender Industriehafen, der auch für den Umschlag von Rohöl wichtig ist. An einigen Orten könnte die Sturmflut bis zu 4,8 m hoch sein und möglicherweise weite Teile der tief liegenden Küste unter Wasser setzen.

Nun finden wir hier eine fast identische Situation, wie bei unserem perfekten Sticky – Tief, was das Hochwasser verursachte, in Kombination mit dem sonstigen Raubbau an den Ressourcen. Insbesondere der Versiegelung der Landschaft und der Flurbereinigung, die insgesamt dazu führt, dass weniger Wasser verarbeitet werden kann.

Also eine Kombi aus höheren Wasser- und Lufttemperaturen, sowie einer schlechten Öko Bilanz insgesamt. In Louisiana sind nach Catrina Milliarden Dollar in Hochwasserschutz investiert worden, Ida ist die Premiere für die neuen Maßnahmen. Es gab auch Bürgerinnenproteste mit der Begründung, dass der Hochwasserschutz die ärmeren Viertel nicht ausreichend berücksichtigt.

In New Orleans selbst sind die Folgen Catrinas, insbesondere in den ärmeren Parishs, die zudem besonders gefährdet sind, weil tief liegend, immer noch zu spüren. Krankenhäuser in Louisiana sind bereits durch Covid-19 unter Druck. Der Bundesstaat hat die dritthöchste Infektionsrate in den USA. Normalerweise würden Krankenhäuser im vorhergesagten Verlauf des Hurrikans evakuiert, aber diesmal stehen selbst in Einrichtungen weiter im Landesinneren nur wenige Betten zur Verfügung. Insgesamt erlebt der Süden der USA gerade eine drastische Covidwelle. „Wir haben keinen Platz, um diese Patienten unterzubringen. Nicht im Bundesstaat, nicht außerhalb des Bundesstaates“, sagte Edwards.

Wollen wir hoffen, dass es gut läuft. Wir drücken die Daumen.

Zum Schluss noch mal für alle anhand von Karten:

Arte, mit offenen Karten, „

„Der Klimawandel wirkt sich bereits im Jahr 2021 ganz konkret auf den Alltag von Millionen Menschen weltweit aus: Gletscherschmelze, Überschwemmungen, Megafeuer, zerstörerische Stürme, Dürren und Hitzewellen … „Mit offenen Karten“ bereist Länder, in denen Menschen und Natur schon heute massiv unter diesen Phänomenen leiden. Der Klimawandel hat längst begonnen.“

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Es ist also geradezu absurd von unerwarteter Naturkatastrophe, oder von einem Versagen des Katastrophenschutzes zu sprechen, wenn wirklich alle Warnungen und auch Fakten zum Thema Flutkatastrophen nicht ernst genommen werden. Das gilt auch für die Opfer, die schon so ehrlich sein müssen, dass auch sie nicht völlig unvorbereitet in eine völlig unvorhersehbare Situation geraten sind, die höhere Mächte auslösen. Andernfalls werden gerade jene, die jetzt alles verloren haben diejenigen sein, die im nächsten Jahr in 10 Jahren oder morgen genauso wieder da stehen. Das ist kein Jahrhundertereignis mehr, das ist das neue Normal. Insbesondere in Bayern ist das ja längst der Fall, an immer denselben Stellen mit denselben Genehmigungsverfahren wird wieder aufgebaut. Das kann der Steuerzahler nicht tragen und sollte es auch nicht. Steuergelder müssen für eine Vorbereitung ausgegeben werden, damit auch für Umsiedlungen und Entschädigungen. Der Katastrophenschutz braucht einfach mehr Personal, denn dass die Polizei, die Rettungsdienste, das THW nicht üppig ausgestattet ist, das ist ebenfalls ein alter Hut – da greift also, wie beim Klimawandel üblich, alles ineinander und so auch Schuldenbremse, falsche staatliche Ausgabenpolitik, ein Bürokratie-Wasserkopf, der zulasten des Operativen geht, genauso wie viel zu steile Hierarchien, Korruption, schlechte Führung, Standes- und Parteiendünkel. Schaut man sich die Wahlergebnisse in den ländlichen Regionen an, dann dürfte klar sein, dass sich diese Katastrophen häufen. Insbesondere auch die völlig falsche und extrem gefährliche Agrarpolitik der CDU, die nicht nur bäuerliches Leben, sondern die Lebensgrundlagen der ländlichen Regionen selbst zerstört ist hier ein sehr ernstes Problem und ganz eng verbunden sowohl mit dem Umweltschutz, wie mit dem Hochwasserschutz und dem Klimawandel. Hier fährt die CDU eine Politik aus den 50ern, diese wird unter den Bedingungen der Ökokrise den ländlichen Raum zerstören. Das ist aber die Partei der Landbevölkerung, der Bauern und Hill Billys, der privaten Waldbesitzer und des Restadels, welch eine Perversion. Gerade auf dem Lande sind konservative Kräfte stark. Das ist das Ergebnis. Die Lebensformen auf dem Land, wie wir sie heute noch kennen, werden den Klimawandel nicht überleben, je schneller das klar ist, umso besser. Ansonsten geht ihr sowieso wieder Baden. Es ist vorbei.

Update Ende

Die UNESCO hat Humor: Bad Kultur ist Weltkulturerbe. Na ja – vielleicht kann man ja sagen, die Badekultur stand für einen eher verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Obschon dies natürlich sogleich durch den sozialen Impact widerlegt wird, denn natürlich kamen nur die Superreichen jener Zeit in den Genuss der Badekultur, für die Dienstboten gestaltete sich das da schon etwas anders. Und ob der ganze Historismus Kitsch hier wirklich im Zentrum steht, das ist eine ganz andere Frage.

Eigentlich ist die sogenannte europäische Badekultur die antike römische Badekultur in einer Billigfassung und unter anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen. Daher ist auch die Historistische Architektur letztlich ein inszeniertes Nachbilden der Antike, die in jener Zeit einen wichtigen Bezugsrahmen des jungen reichen Bürgertums bildete. Es entlieh sich Kostüm, Baustil und einige Aspekte des Lebensstils bei den Römern. Insoweit sind die eigentlichen Perlen europäischer Badekultur natürlich nicht Baden-Baden und Co., sondern so was wie die Caracalla Thermen in Rom. Insoweit wird es kaum möglich sein die konkreten historistischen Bäder, mangels Originalität, als Kulturerbe zu begreifen, man kann aber die Epoche, für die sie stehen, durchaus als Weltkulturerbe begreifen, wenn auch nur um zu zeigen, was die Quellen des reichen Bürgertums waren. Und sicher werden, wie damals, nun auch die Immobilienpreise durch die Decke schießen.

In jedem Fall eine Epoche, die viele historische Fragen illustriert. Schön ist auch Baden-Baden, denn dort sieht man bis heute wofür die europäische Badekultur steht, für alte reiche Weiber, die mit viel Schminke, Geld und Schönheitsreparaturen notdürftig zusammengehalten werden, nur damit sie mit dem jungen charmanten Bankberater die Evakuierung in die Schweiz planen können. Und die tschechischen Bäder erst, da glaubt man die UNESCO besteht nur aus russischen Oligarchen. Darmstadt – auch etwas – Künstlerkolonie – sieht nach Art Brut aus – wie alle Künstlerkolonien – mehr als ein Künstler auf einem Fleck ergibt aus einem unbekannten Grund immer Psycho – überhaupt – Kolonisierte Kunst – kenne ich nicht. Interessiert mich nicht – kommen wir zurück zur Badekultur:

Weiter kommt es zu Übergriffen aller möglichen Apokalyptiker, man muss leider sagen kein Wunder. Merkel und Co. haben hier das Vorbild abgegeben und Wahlkampf auf Kosten der Betroffenen gemacht, daneben tauchte auch ein angeblicher Ministerpräsident auf, der sich angesichts der Schrecken in seinem Bundesland erst mal kaputt lachte. Der Fisch stinkt vom Kopfe her, so ist es schon immer gewesen.

Update Ende

Update 20.ß7.2021

Seit drei Jahren versuchen Seehofers Beamte, „für einen verbesserten Hochwasserschutz“ bis 2021 einen länderübergreifenden Raumordnungsplan zu entwickeln. Das ist nicht gelungen, obschon es im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Ein interessantes Thema zu dem ein lesenswerter Artikel im Handelsblatt erschienen ist. Da wir ja aus ökologischen Gründen die Tastaaturanschläge begrenzen hier der Link: „Nicht erforderlich und zielführend“: Wie die Industrie den neuen Hochwasserschutzplan bekämpfte

***

Bevor dieser neue Massentourismus und Konsumrausch über das kleine Eifelstädtchen kam, gab es ganz andere Sorgen. Die Geschäfte liefen schlecht, der alte Tourismus war in die Jahre gekommen, Geschäfte standen leer. Nebenan ist der Nationalpark, da ist dann also ein Konsumterrorcenter der richtige Weg um eine Eifelgemeinde zu entwickeln, ja? Ebensogut hätte man ein nachhaltiges Städtchen werden können, was mit neuen Energieformaten und nachhaltigen Konzepten für ländliche Räume, auch Digitalisierung, in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung, was sinnvolles macht. Daneben hätte man die historisch sehr wertvolle Bausubstanz in LVR Hände nehmen können und in Kooperation mit dem Freilichtmuseum Kommern könnte Bad Münstereifel z.B. im Verbund mit Monreal im Süden und weiteren historisch wertvollen Städtchen und Dörfern zur Perlenkette der Eifel werden. Auch nachhaltiger Tourismus auf Nationalparkebene nach Vorbild der touristischen Erschließung der US-Nationalparks. Natürlich muss der Nationalpark über die gesamte Eifelfläche ausgedehnt werden, inklusive Hohes Venn, jetzt ist es ja mehr ein Nationalgärtchen. Also ein Tourismus der immer die historischen Bedingungen aufgreift und nachhaltig unter zeitgemäßen Umweltaspekten in die Gegenwart holt. Daneben müssen nachhaltige Wege gegangen werden um Wald- und Landwirtschaft aufrecht zu erhalten. Zusätzlich dezentrale Energieformate und Energiedörfer en Mass, damit lässt sich eine angemessene Ökonomie aufbauen. Wer hat sich da mit Dumpfbacken Konsum die Taschen vollgemacht? Die Bürger ganz sicher nicht, denen blieb nichts anderes übrig, wenn sie keine Geisterstadt werden wollen. Arbeitspläze? Klar, Mindestlohn und Teilzeit, 450.- Eurojobs. Sogar das Cafe vom Heino musste schließen.

Madakaskar ist eigentlich auch überall, also irgendwie ist Überall überall.

Weiter kann die Bahnlinie entwickelt werden, zweigleisig und elektrifiziert ausbauen, als Baustein einer neuen Erschließung der Eifel mit der Eisenbahn, gleichzeitig die Strecke Köln-Trier (Eifelbahn) ausbauen und elektrifizieren. Die A1 ab Kreuz Bliesheim in Fahrtrichtung Euskirchen rspkt. Köln/Brühl zurückbauen und die B51 beruhigen, die Leute auf die Schiene bringen, das beinhaltet Zukunft, aber doch nicht so ein Scheiß. Es muss ein unumkehrbares Symbol des Rückbaues geben, es muss ein Zeichen gesetzt werden, dass sich die Zeiten ändern. Wisst ihr eigentlich wie viel Stahl man für die Eisenbahn braucht? Und zwar nicht so eine chinesische Billigplörre (Leverkusener Brücke), sondern feinsten Kruppstahl, direkt aus Duisburg, frisch zubereitet. Den Schotter gibts in der Eifel fast umsonst. Wir könnten die ganze Welt mit Eisenbahnen beliefern, statt mit E Karren Spielzeug. Da steckt 1 Million mal mehr Innovationspotenzial drin, und autonomes Fahren ist doch bei der Eisenbahn schon im System inkludiert, die Ethik des autonomen Fahrens gibt die Trasse vor – so what? Automatisierte Ethik, was will man mehr?

Irgendwo müssen wir anfangen, die Fristen sind Blödsinn, die alleinige CO₂ Reduzierung ist eine Marketingstrategie, wir brauchen unumkehrbare Taten im Zentrum des Wachstumsmotors, ihr könnt nicht schon wieder so einen Scheißhaufen hinterlassen, den die nächsten Generationen wegräumen müssen, ihr müsst die Vorbereitungen treffen, die die nächste Generation weiter ausbauen kann.

Das ganze Klimawandertheater hat gerade erst begonnen, das ist alles noch Teil des Prologs. Was meint ihr, wie die Katastrophen im Hauptteil aussehen werden? 4 Grad? 7 Grad? 12 Grad? Bad Münstereifel kann in Dürrejahren auch mal abfackeln, wie in Kanada. Weil seit 200 Jahren zum Profit weniger extremistisch in natürliche Kreisläufe eingegriffen wurde, leben wir nun in einer Umwelt, die menschengemacht ist, bzw. an vielen Stellen so angegriffen ist, das es nicht mehr funktioniert. Was habt ihr denn erwartet? Dass ihr Gott spielen könnt, ohne Folgen? Kann man so bescheuert sein? Versucht es doch mal mit ein wenig Demut und Respekt vor der Natur. Wer der stärkere ist, das dürfte nun mal wieder vorübergehend klar sein. Der Natur ist das doch scheißegal was passiert, ihr seit doch nur ein paar Insekten auf der Oberfläche eines Planeten, und wenn es eben zu viel wird, dann werden diese Insekten eben ins kalte All befördert – so what? Gefällt euch das nicht? Das sind die Regeln, die die Menschheit niemals außer Kraft setzen kann, sie kann nur existieren, wenn sie die Regeln befolgt, und ihr werdet euch dran halten, ihr könnt nur noch entscheiden wie viel Prügel ihr noch beziehen wollt, bis ihr euch an die Regeln dieses Scheißdrecks Planeten haltet, ein Staubkörnchen im All, für das sich ausschließlich Menschen interessieren. Alles andere weiß nicht mal, dass es existiert. Es wird keine Marsmission in den nächsten 200 Jahren geben, was es geben wird ist Ballermann im All.

Denn was wir hier erleben ist genau das, was auch schon bei Katrina, ein paar Nummern größer, entscheidend war:

  1. Der Klimawandel wirkt hier höchst wahrscheinlich nur als Katalysator. Selbst wenn Deutschland nun die aggressivste Klimapolitik machen würde, und seinen CO₂ Ausstoß sogar auf null bringen würde, wäre die Katastrophe ebenso schlimm abgelaufen. International ist mehr als fraglich, ob es wirklich zu einer signifikanten Reduzierung kommt. Man muss mindestens von einer 4 Grad Situation ausgehen, und davon ausgehen, dass die im Zuge dieser Erwärmung kaskadierenden Folgen wesentlich schlimmer sind als angenommen. Man kann heute nicht ansatzweise irgendwelche Prognosen treffen, das sind Ammenmärchen. Das wichtigste ist die nationale Brille abzulegen. Weiter wird die Welt sich nicht an deutscher Politik orientieren, das ist der alte deutsche Größenwahn, der nie zutreffend war, wie schon beim Atomausstieg. Die Welt wird nicht am deutschen Wesen genesen, die Welt interessiert sich schlicht nicht für Deutschland und Deutschland nicht für die Welt, weil die Deutschen schon immer geglaubt haben, sie und ihr Lebensstil seien der Nabel der Welt, dabei ist nicht viel rumgekommen. Außer ein überaltertes Land, was in den Zustand Pflegeheim übergeht, und sich für das wichtigste Pflegeheim der Welt hält.
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  2. Die übrige Umweltpolitik und die Sünden der Vergangenheit rächen sich. Ganz egal ob nun gerade Klimawandel ist oder nicht. Viele Aspekte der bisherigen Umweltpolitik haben auch ohne Klimawandel erhebliche Folgen: Versiegelung: durch Bau, Straßenbau, Industrie. Wälder als Monokultur, Bauen in Auengebieten, Beton Hochwasserschutz, Kanalisierung von Gewässern, industrielle Landwirtschaft mit maschinengängigen Großflächen als Ergebnis etwa der Flurbereinigung, Abnahme der Artenvielfalt durch immer wenig Naturräume. Eine Verkehrspolitik, die die Individualmobilität (Menschen und Güter) extremistisch Fördert und so einen Verkehr erzeugt, der einen unglaublichen Raumbedarf hat.
    Holzplantagen statt naturnaher Wald. Falsches statisches und viel zu kleinteiliges Hochwassermanagement, was viel zu unsystematisch ist (z.B. Oberlieger / Unterlieger). Es besteht keine Struktur, die Verkehr hauptsächlich unter Umweltgesichtspunkten sieht. Das Verkehrsministerium mit KBA ist aufzulösen und soll gemeinsam mit dem Umweltministerium eine Ministerium für Umwelt, Infrastruktur, Wasser und Klimawandelanpassung bilden. Dazu eine neue Wassermanagement Bundesbehörde. Auflösung der unteren und oberen Wasserbehörden. Die kommunalen Wasserzweckverbände betrachten Umweltschutz sekundär, zunächst geht es um die Verwertung des Wassers und Abwassers, das muss ebenfalls in eine neue Struktur überführt werden. Kommunale Politik ist besonders anfällig für Gefälligkeiten aller Art.
    Föderalismus gut und schön, aber wie wir bei Corona gelernt haben, ist mehr als fraglich ob dieser wirklich funktioniert, wenn es um größere Systeme geht. Ein Kirchturmdenken ist in Deutschland beim Wassermanagement weitverbreitet, ebenso wie ein völlig überzogener Einfluss der Industrie, das muss beendet werden. Daneben spielen viele weitere sehr unprofessionelle Einflüsse eine Rolle: unkontrollierter Tourismus, Angelhobby, Freizeitwert.
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  3. Die fetischisierte Diskussion um CO₂ führt dazu, dass eine propagandistische Umweltpolitik entsteht, die so tut, als ob die oben aufgeführten Punkte durch C02 Vermeidung adressiert werden könnten. Tatsache ist aber: Der Klimawandel kommt lediglich obendrauf, das wird verschleiert. In der Tat ist CO₂ Politik keine Umweltpolitik, sie ist eine Politik, die auf eine einzelne Herausforderung bisher extrem unsystematisch reagiert. Das gilt auch für die meisten Klimaforscher*innen und Klimaaktivist*innen, leider. Gleichzeitig werden Industrien protegiert, die, wie E-Mobilität, auch die oben genannten Faktoren ungebremst verschlimmern.
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  4. Die grausamen Folgen sind also nicht zuerst das Ergebnis einer völlig falschen Klimapolitik, sondern das Ergebnis einer Umweltpolitik, die nach wie vor hinter ein blindwütiges Wachstum zurückfällt, die ewige Leier „Arbeitsplätze“ spielt, ohne nach der Gesamtqualität und den gesellschaftlichen Kosten solcher Arbeit zu fragen. Damit wäre uns diese Umweltpolitik auch ohne Klimawandel um die Ohren geflogen. Wenn diese falsche Ressourcen fressende Umweltpolitik nicht über Jahrzehnte das Maß aller Dinge gewesen wäre, und noch ist, dann wäre dieses Ereignis wesentlich harmloser ausgefallen, trotz Klimawandel.
    Dies ist insbesondere bei Fluten relevant. Also muss man in eine ernsthafte Umweltpolitik einsteigen, die nicht nur den Klimawandel im Fokus hat und unter diesem Deckmantel wirklich jeden Schwachsinn erlaubt, oder sogar rechtfertigt. Am Ende sogar Atomkraft. Also bringt es auch nichts auf die falsche CO₂ Politik zu verweisen, CO₂ Einsparung ist nur ein Baustein, mehr nicht. ES muss unbedingt vermieden werden, dass z.B. CO₂ Neutrale Häuser, die die Landschaft ebenso zerstören und versiegeln, genehmigt werden, nur weil sie „klimaneutral “ sind. Eine Autobahn ist genauso verheerend, wenn dort nur noch E Karren fahren. So kommt man zu einer sinnvollen ganzheitlichen Politik. Bei der E-Mobilität müssen etwa KW Grenzen rein, und es sollten ausschließlich Kleinstwagen mit einer Reichweite von nicht mehr als 350 KM gefördert werden. Alles andere muss Schiene werden. Straßeninfrastruktur muss zurückgebaut werden: mehr Straßen = mehr Verkehr = mehr Raumverbrauch und sonstige Zerstörung. Der Fokus muss auf Rad und Schiene liegen.
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  5. CDU/CSU/SPD/FDP/AfD/Linke/Grüne sind in diesen Umweltbereichen wesentlich schlechter aufgestellt als im Klimamantelbereich. Nur bei den Grünen war es mal anders, aber spätestens seit Kretschmann stimmen sie in den Wachstumschor, ohne wenn und aber, ein. Auch sie benutzen den Klimawandel längst, um von den übrigen Problemen abzulenken, damit eine „C02“ freie Industrie als Ziel genannt werden kann, alle anderen wichtigen Umweltziele werden aber unter der Entwicklung einer klimaneutralen Industrie genauso leiden wir bisher, was am Ende auch den Klimaschutz ad Absurdum führt. Weil der natürliche Kohlenstoffkreislauf nicht mehr funktioniert.
    Das Argument ist: Mehrheiten generieren, was aber schon im Kern eine mehr als dümmliche Annahme ist, denn wer durch Schweigen und Nachäffen Mehrheiten generiert, der wird dies auch an der Macht fortsetzen. Es wird keinen Umschlag in Qualität geben, wenn man die Quantität nur durch minderwertige Argumentationen erreicht und durch ein Anbiedern an den Mainstream.
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  6. Wie in New Orleans werden bei einer Häufung solcher Ereignisse vor allem soziale Fragen in den Fokus rücken. Die Tallagen mit Gewässer werden keine Versicherung mehr bekommen, wovon ganze Orte und Städtchen betroffen sein werden, in den Großstädten die Veedel. Das wirkt sich auf den Immobilienpreis aus, am Ende werden die sozial Schwachen in den Überflutungsgebieten leben, und die Wohlhabenden in den sicheren Lagen. Schon bei dem Hochwässern jetzt werden wir erleben, wie die Gebäude, die nun wieder aufgebaut werden, keinen Wert im Sinne Immobilien mehr haben, es sind ökonomisch unverwertbare Bauten, die auch ihre Funktion als Altersversorgung nicht erfüllen können.
    Weiter sind nun eine Menge Kreditrisiken realisiert, entweder weil die Häuser nicht bezahlt waren und der Bank gehörten, oder weil sie nicht mehr mit Hypotheken belastet werden können, weil das Risiko viel zu hoch ist. Das wird vor allem Sparkassen und Volksbanken treffen, diese werden in Zukunft sehr genau schauen, ob eine Immobilie finanzierbar ist bzw. ob sie als Sicherheit dienen kann. All das ergibt einen Immobilienbestand, der vollkommen wertlos ist. Dies wird auch die innere Struktur der Dörfer und Städtchen beeinflussen. Das betrifft auch alle Bauten, die nicht zerstört sind und nicht mal betroffen, aber in einer definierten Zone liegen. Auf die Wassermengen, die bisher angenommen wurden, müssen mindestens 100 Prozent aufgeschlagen werden, das ergibt die Zonenkarten der Zukunft. Da ist Umsiedelung, bzw. freiwilliger Wegzug in jedem Fall die bessere Wahl, wer Clever ist, der zieht um. Nicht umsonst ist die City of New Orleans längst wieder hergestellt, während das Elend in den Armenvierteln und nicht-weißen Vierteln weiter anhält. DIese Menschen sind auch nicht in der Lage wegzuziehen und von vorne zu beginnen.
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  7. Es fehlt bei den Verantwortlichen die Vorstellungskraft welche Energie in derartigen Situationen bei nur leicht gestiegener Temperatur, auch in unseren Breiten, entladen wird. Daher sind weder die technischen noch die natürlichen Schutzmaßnahmen ausreichend. Das Betrifft vor allem das Management in Vorbereitung solcher Szenarien, hier müssen ganz andere moderne und effektive Strukturen geschaffen werden. Im Moment sind die Behörden in Deutschland völlig veraltet und hoffnungslos überfordert, zersplittert in hunderte Einzelfragmente. Das sind ganz tief greifende strukturelle Probleme. Damit ist nicht der Katastrophenschutz gemeint, wenn der eingreift ist es eh zu spät, wieder sehen wir: Es fehlt ein zentrales Umwelt- und Infrastrukturmanagement, was sowohl bei Dürre, wie bei Flut agieren kann und das letzte Wort in Infrastruktur- und Wasserfragen hat, die Zukunft in den Blick nimmt.

    Das ist die Mischung (und bestimmt noch mehr), die solche Mensch Umwelt Katastrophen ermöglicht.

Ansonsten: Wie überraschend.

https://mpimet.mpg.de/kommunikation/aktuelles/single-news/stratosphaere-beeinflusst-stroemungen-im-nordatlantik

https://science.sciencemag.org/content/348/6232/324

Und hier

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass ein wissenschaftlicher Beweis innerhalb komplexer Systeme nicht leicht zu erbringen ist, aber wir sind längst in einem Bereich in dem klar ist, dass die Phänomene existieren, da braucht man mit Maßnahmen nicht warten, bis wir bei 100% sind. Das macht man nur im Falle des Klimawandels, weil immer noch bei vielen politisch motivierte Zweifel getriggert werden, um am Status quo solange wie möglich festzuhalten. Daneben gibt es Handlungsbedarf ganz unabhängig vom Klimawandel. Siehe oben.

Hier noch ne RE:portage auf Arte zum Thema:„Sind wir vorbereitet?“

This post was last modified on 30. August 2021 17:34

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