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Das Klumpenrisiko steigt

„Der eigene Standort wird im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen als besonders abhängig von Digital-Importen eingeschätzt. Acht von zehn Unternehmen (80 Prozent) halten Deutschland für abhängig vom Import beziehungsweise vom Bezug digitaler Technologien, Dienstleistungen und Expertise aus anderen Ländern.“

Deutsche Wirtschaft strebt nach mehr digitaler Souveränität

SAP erhält Auftrag von GOOGLE, das ist bei GOOGLE in der Regel der erste Schritt zur Übernahme. Die wollen bestimmt nur schauen wie SAP es macht, und 5 Jahre Später heißt dat ganze GOOGLE Finance. Kleiner Scherz – ne Glückwunsch – jetzt noch ans Lizenzmodell ran und den öffentlichen Dienst durch zahlungskräftige Kunden ersetzen und dem Ersten und letzten digitalen deutschen Großkonzern steht nichts mehr im Wege. The digitalisation of Germany. Andererseits – Oracle? SAP? Kommt mir irgendwie vor wie: „Welche Coronamutation darf es sein?“ Aber Google ist doch zum East Coast Player geworden und ob die durch die Software endlich wissen, wohin mit dem ganzen Geld, das ist eine andere Frage. Wer weiß schon was in 5 Jahren ist? Wahrscheinlich gibt es das Web nicht mehr, sondern nur noch Apps – damit kann man die Suche und die Werbung vergessen. Siehe Apple und die Facebook Schlacht. SAP sollte eine Vorauszahlung vereinbaren – nur zur Sicherheit. Nothin‘ lasts forever. Schaut man sich Googles Zahlen an: Ein Internet Werbeinfrastrukturkonzept (http) – wird diese Infrastruktur belanglos, so wird es Google auch. Die übrigen Geschäftsfelder von ABC sind nicht lukrativ. Das Klumpenrisiko steigt, das ist immer ein Risiko bei derartigen Kunden.

Zugegeben, die grundlegenden Fragestellungen einer aktuellen Studie von Bitkom e.V. (natürlich e.V. die Bitzüchzervereinigung von 1999), sind schon seltsam, denn sie beziehen sich auf Deutschland, müssten sich aber auf die gesamte EU beziehen. Ausnahme Niederlande, die sogar noch ne Halbleiterproduktion haben und Lettland. Nur diese EU Staaten sind ansatzweise vergleichbar mit den USA oder China. Aber das große Leck in Kreativität und Soft/Hardware Engineering gibt es auch dort. Deutschland ist aber sicher unter den führenden Industrienationen eines der bedauernswertesten digitalen Entwicklungsländer. Es gibt in Deutschland eine tief verwurzelte Abneigung gegen Kreativität in der Technik, das ist ein Mentalitätsproblem. Daher werden die Entwicklungsmöglichkeiten bei Weitem nicht ausgeschöpft. Außerdem stehen sich die Deutschen mit ihrem antiquierten Ausbildungssystem (ja das Ausland beneidet uns darum. Nur das Ausland hat noch nie das Niveau einer Berufsschule von innen gesehen „Fachinformatik“ *lol*), den verschulten UNIS und hierarchischen Strukturen selbst im Weg rum. Sie können sich immer noch nicht vorstellen, dass das Leben ohne Führer und Gehorsam besser ist. Also ist die Studie, die jetzt vom Bitcom e.V. vorgelegt wurde sicher interessant, denn sie zeigt, dass Problembewusstsein vorhanden ist. Sie zeigt aber auch, dass die Unternehmen selbst nicht sonderlich viel leisten, um an der Situation was zu ändern. Sonst wäre die Situation zweifelsohne anders. Wie kann man so einen Blödsinn wie die europäische staatliche „Gaja Cloud“ sonst loben? Sie ist schon jetzt nicht vergleichbar mit US-Standards. Das heißt nicht man muss werden wie die Amis oder besser mittlerweile die Russen, ich sach nur Kotlin, nein man muss anders werden und die Standards setzen. Das heißt auch Datensicherheit statt Datenschutz.

Gran Tourismo Scape. Und ja, dies ist ein ernztzunehmender Sport.

SAP kämpft ebenfalls, weil die Lizenznehmer nicht in die Cloud wollen. Microsoft hatte große Schwierigkeiten mit der deutschen Azure, weil ein rein politischer Datenschutz, der in der Praxis, im Pay Back Land, keinerlei Bedeutung hat, keinerlei Sicherheit bringt, so schräge Anforderungen stellen, dass Microsoft eine eigene Deutsche Cloud mit dem Codenamen „BlackForest“ auflegte, die erst Jahre später an den Start ging. Moralinsaure Datenschützer, die Datensicherheit mit Datenschutz verwechseln und digitale Selbstbestimmung mit staatlicher Einmischung in ein selbstbestimmtes digitales Leben. Die nicht wissen, wie sie die Schutzmaßnahmen vollziehen sollen. Die digitalen Bürger als kleine dumme Kinder, die belehrt werden müssen. Die Unternehmen müssen aber so.oder.so selber handeln und den Staat raushalten, ansonsten wird es auch keine digitale Souveränität geben, sondern digitalen Bürokratismus. Der Staat ist kein Verbündeter, wenn es darum geht die Digitalisierung auszurollen und ökonomischen Erfolg zu haben. Denn echte Digitalisierung wird den Staat und seinen Apparat sehr stark einschränken. Und so ist auch die DSGVO nichts was den Bürgern etwas bringt, es schafft staatliche und destruktive Einflussmöglichkeiten, eine Existenzberechtigung für staatliche Stellen, das ist alles.

Im Moment sitzen die Deutschen vor dem Computer wie die Affen, denen man den Laptop in den Dschungel bringt. Sie sind unfähig die Technik anders als eine Banane zu nutzen. Beispiel: Schon dieses sozialromatische Pädagogengelaber bzgl Präsenzunterricht ist sowas von entlarvend. Und in der Schule lernen wir bekanntlich nicht für den Lehrer, sondern für das Leben. Dies ist in Deutschland nicht der Fall, Schule wimmelt nur so von Selbstzweckhaftigkeit, von Prinzipien und unhinterfragten Annahmen.

Was für digital „Arbeiter“ werden aus solchen Schülern, die lernen digitaler Unterricht ist schlecht, nur eine Notlösung. Das ist er, weil die Pädagogenschaft flächendeckend eine Videokonferenz mit digitalem Unterricht verwechselt. Weil sie keine unabhängigen Plattformlösungen einsetzen darf, die existieren wie Sand am Meer. Weil sie als Beamte und Staatsveranstaltung auf grottigste staatliche Bildungsplattformen angewiesen sind, auf staatliche Rechenzentren und staatliches IT-Know-how – tja. Dies bedeutet in der Regel das Rad wird in einem bürokratischen Prozess ständig klugscheißend und von unsinnigem Datenschutz getrieben neu entwickelt. Aber nicht auf dem Niveau eines Tesla Aero Laufrades. Nein, Nein auf dem Niveau einer Kutsche, schön mit Holzspeichen, handwerklich perfekt. Und das sind dann die geilen Plattformen, mit denen kein Unternehmen sich auch nur an die Öffentlichkeit wagen würde. Klebt der Bundesadler drauf ist es Hi-Tech.

Beamte machen die Digitalisierung für Beamte, das darf man Beamtendigitalisierung nennen. Nur, die ist eigentlich so gedacht, dass ein digitalisierter Beamter eben in den Ruhestand versetzt wird. Er soll auf keinen Fall die Digitalisierung selber machen, denn dann macht er sie nur, unter der Vorgabe sich selbst zu erhalten. (Es gibt Ausnahmen, aber es sind Ausnahmen). Bei der Digitalisierung muss out of the box gedacht werden, also braucht man Strukturen, die das erlauben, ansonsten ist es nicht mehr als eine begrenzte technische Entwicklung – aber keine Digitalisierung.

Da die Parlamente auch meist einen eher beamtischen Charakter haben und auch viele dieser Politkarrieren um „das Amt“ kreisen, werden wir die Probleme nicht zuerst via Parlament lösen können. Siehe DSGVO und viele weitere seltsamste Gesetzgebungen. Momentan ist das deutsche Parlament meist Teil des Problems und nicht Teil einer Lösung, was natürlich an allen, allen, Parteien liegt. Wir werden es selber tun müssen. Dann ändern sich vielleicht irgendwann auch die Parteien und Parlamente. Das hat, was mit Interessenlagen zu tun. Echte Digitalisierung liegt nur dann im Interesse der Parlamente, wenn auch eine Selbstemanzipation der Bürger im Interesse der Parlamente liegt.

Digitalisierung bedeutet auf der Metaebene vor allem ABGEBEN und HIERACHIEN UND MACHT ABZUBAUEN, das ist in Deutschland, oh Wunder, besonders schwer. So geht es auf politischer Ebene meistens um ein Abbremsen, um möglichst viel Macht und Einfluss auf der analogen Schiene zu halten, denn dies ist das was diese Leute beherrschen. Oder es geht um gut meinende Moralisierung von Gott und der Welt, die im Endergebnis ebenfalls autoritäre Strukturen erzeugt. Was sie nicht beherrschen ist „abgeben“, „abflachen“, „Machtverzicht“, „Transparenz“, „Selbstorganisation“, „Programm / Themen und Team statt Einzel Personen und pol. Führer*innen“ – das sind aber Tugenden der Digitalisierung. Was wundert man sich also? Sie hantieren zunehmend mit Technik, diese ist aber auf der inhaltlichen Seite für diese Leute leer. Sie sehen diese Technik wie eine technische Innovation haben aber Angst vor der ganzheitlichen Revolution für die diese Technik in Wirklichkeit steht. Und sie verkennen die Revolution, die die Entwicklung dieser Technik überhaupt erst möglich gemacht hat. Also stehen sie sprach- und Hilflos vor Google und Amazon und antworten in ihrer ganzen Hilflosigkeit mit Regulation, wie schon in der analogen Welt, das ist das einzige was sie kennen. Dabei übersehen sie, dass diese Monopolisierungstendenzen, auch und gerade, das Ergebnis ihrer eigenen Unfähigkeit und ihrer Regulation des eigenen Marktes ist. Das ist DDR Style, und es ist eine analoge ängstliche Reaktion auf die digitale Revolution.

This post was last modified on 28. Mai 2021 23:35

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