Akte X Klimawandel

Heimatliebe

+++++ DIESER TEXT IST KLIMANEUTRAL +++++++ ICH HABE 20 CANABISPFLANZEN ZUM AUSGLEICH GEPFLANZT ++++++ in Albanien

Umsiedeln und Exempel statuieren

Vielleicht wird es ja schon dieses Jahr was mit der Neuauflage Ahrtraum. Umsiedeln! Die Ahr muss Nationalpark werden. Weinbau ist zu untersagen. Wie in Bayern keine staatlichen Hilfen mehr in solchen Fällen außer zur Umsiedlung !! Raum für den Fluss und die Wildnis. Es müssen Exempel statuiert werden.

Aufbau Ahrtal soll im Prinzip so erfolgen, wie gehabt

Der Aufbau Ahrtal soll im Prinzip so erfolgen, wie gehabt. Wir leben mitten im Klimawandel und dies hat bisher offensichtlich keinerlei Einfluss auf reale Maßnahmen. Dies hat leider auch damit zu tun, dass Menschen gezwungen werden, eher praktisch völlig zerstörte Häuser zu sanieren, als sie abzureißen, wenn ein Gutachter*in es so attestiert. Dabei spielen psychologische Momente keine Rolle, die Menschen werden sehenden Auges in die nächste Katastrophe gejagt, während sie noch traumatisiert sind. Außerdem sorgt der extrem angespannte Markt dafür, dass es kaum eine Chance gibt an anderer Stelle aufzubauen. Dies hätte der Staat ermöglichen müssen. Ähnlich eines Neubaugebietes, was bei der Elbeflut unter Schröder komplett unter Wasser stand, obschon die Hochwasserkarten es nicht mal als gefährdet auswiesen. Hier wurde gehandelt und ähnlich den Braunkohledörfern umgesiedelt. Was an der Ahr nun gemacht wird, ist unverantwortlich. Der gesamte Flusslauf muss neu konzipiert werden, wenn es im Ahrtal sicher werden soll. Dies wird nicht gemacht. Auch ein bürgerschaftlicher Rebuild by Design Prozess, wie in New York nach Sandy, findet nicht statt. Deutschland bleibt mal wieder weit hinter den objektiven Notwendigkeiten und Möglichkeiten zurück und wählt einen nicht mehr zeitgemäßen Ansatz. Insbesondere auch, was Gewerbeobjekte betrifft. Unserer Auffassung nach zeigen die Wiederaufbaupläne, dass immer noch Verdrängung und Hoffnung eine tödliche Mischung ergeben. Eine institutionalisierte Verantwortungslosigkeit, die entgegen allen Fakten, weiter keine ernsthafte Klimafolgenstrategie entwickelt.

Erschreckend mit welcher Verantwortungslosigkeit

Erschreckend mit welcher Verantwortungslosigkeit hier vorgegangen wird. Es werden Chancen vertan, man hätte eine Exempel für ähnliche Situationen gut gebrauchen können. Wir sprechen uns wieder und geben allen Bauherren den Tipp regelmäßig für Wasserstände von bis zu 10 Meter zu bauen, die es etwa im 19 Jh., ohne Klimawandel, gab. Die neuen Hochwasserkarten sind reine Spekulation und wurden schon durch mindestens 3 Hochwässer getoppt. Weiter sollte man bei Wasserständen von mehr als 6 Meter von einer Ereigniswiederkehr im Rahmen von 25 Jahren ausgehen. Wenn die Feuchtigkeitsaufnahme der Atmosphäre weiter steigt, wovon auszugehen ist, dann war das letzte Hochwasser lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Safe Rooms und zentrale mächtige Behörde für alle Wasserbelange, bisherige Beheörden auflösen!

Es sollten auf jeden Fall Safe Rooms in den Dachstühlen vorhanden sein, sowie bei entsprechender Wetterlage rechtzeitig entsprechende Vorräte einkaufen. Lernen kann man so was von den Halligbewohner*innen, diese haben in ihren Häusern in der Regel einen Fluchtraum für Sturmfluten. Weiter kann man einzelne Häuser auf Warften stellen, um Deiche zu vermeiden, bzw niedrig zu halten, wie es unter anderem die Niederländer*innen im Biesbosch gemacht haben um der Mervede (großer Rheinarm) Raum zu geben. Weiter sollte vonseiten der EU geprüft werden, was die deutschen Behörden im Ahrtal planen, evtl. kollidiert dies mit europäischen Programmen, wie etwa Raum für den Fluss. Noch ist Zeit einzuschreiten. In jedem Fall wird die Notwendigkeit einer vetoberechtigten Bundesbehörde einmal mehr deutlich, diese sollte Infrastruktur, Hochwasserschutz und ökologische Belange bündeln, vgl. mit Rijkswaterstaat.

Schematische Darstellung eines Schutzraumes in einem Halligenhaus. Der Schutzraum steht auf vier Betonpfeilern, die tief im Warftboden versenkt werden. Diese Sicherheitsmaßnahme dient den Halligbewohnern bei Flut als letzter Rückzugsraum. Die Schutzräume werden im Zuge umfassender Halligsanierungen nach der Flut von 1962 gebaut. Quelle: Deutschland. Portrait einer Nation. Band 6, Gütersloh 1992.

Weiter in Zukunft am DWD orientieren und nicht an den Aussagen der örtlichen Behörden. Der Maßstab ist der DWD, wenn der sagt, es regnet Unmengen, dann braucht keiner darauf zu warten, was der Landrat oder sonstige Stellen kammelen. Macht euch selbst fit in Hochwasserfragen und ignoriert die Aussagen der Verwaltung, unabhängige Wissenschaft ist maßgeblich. Wer immer kann, der sollte sich vom Fluss so weit wie möglich zurückziehen, auch wenn er in Dürresommern nur knöcheltief ist.

Rebuild by Design, New York nach Sandy

Für alle die mit dem Wiederaufbau etwa im Ahrcanyon beschäftigt sind, aber auch für sonstige Leute, die mit dem Hochwasserschutz befasst sind, hier nun ein kleines Video, was den Scope auf „Rebuild by Design“ legt. Es lohnt sich dieser Fährte nachzugehen. Wir haben es hier nach Rotterdam mit lebendem und halbwegs bio- und sozial integriertem Hochwasserschutz zu tun. Das ist auch wesentlich mehr als das konventionelle und passive Hafencity Plateau und Pfähle Modell, was sehr statisch ist, und nicht auf die Regeneration von zerstörten Biosphärenanteilen setzt. Wasser wird herausgehalten, aber darum geht es nicht, es geht um Leben mit Wasser, nicht gegen Wasser, immer, nicht nur bei Hochwasser

Hier geht es darum wirklich mit dem Wasser zu leben, und keine neuerlichen Blockaden zu errichten (die immer zwei Seiten haben, eine nasse und eine trockene ;) ). Es geht also immer um beides: um eine natürliche Rekonstruktion zerstörter Bestandteile der Biosphäre und um dynamischen Hochwasserschutz, der zudem das Erleben von Natur befördert, indem sie rekonstruiert wird und zugleich den Menschen zeigt was überhaupt los ist. Dabei spielen ebenfalls soziale Aspekte eine wichtige Rolle, es darf keine zwei Seiten des Hochwasserschutzes geben, bei dem die Reichen stets im Trockenen sitzen – „Auf der richtigen Seite des Deiches“.

Sehr interessant ist auch Living Breakwaters, was ebenfalls zum Programm der Stadt NY gehört und Staten Island schützen soll. Eine Lehre aus Sandy. Übrigens lagen die ersten Studien zum Klimawandel Ende der 60iger vor, und waren auch der US-Administration bekannt.

Das Projekt Rebuild by Design setzt absolute Transparenz und eine sehr ernsthafte Bürgerbeteiligung voraus, sollte sich herausstellen, dass unsere öffentliche Verwaltung nicht geeignet ist, um wie die Amis zu agieren, dann gehört das Rebuilding der Verwaltung eben ebenfalls zum Projekt. Dies war auch in NY ein Ergebnis, die Verwaltung nach Sandy, ist nicht mehr die vor Sandy. Hochwasserschutz in die Hände der Bürger und in die Hände wirklich transparenter Gremien legen, dies ist das mindeste, und nur so kann die Resilienz der Menschen, der Natur und der Gebäude gesichert werden. Es ist bezeichnend, dass der Fokus bei uns reflexartig auf Katastrophenschutz liegt, damit ist die nächste Katastrophe vorprogrammiert, jedenfalls falls uns nicht die Dürre plattmacht.

Update 01.08.2021

Das Hochwasser an der Ahr kam weder überraschend noch traf es die Menschen unvorbereitet.

Die Ursachen gehen viel tiefer. Es handelte sich auch nicht um ein extrem außergewöhnliches Ereignis, immer wieder erreicht die Ahr Wasserstände, die das gesamte Tal füllen. Das ist auch kein Wunder, denn das Ahrtal ist ein Flusstal, ein Canyon, ausnahmslos alles, was auf der relativ flachen Sohle gebaut wurde ist nach falschen Kriterien genehmigt worden, die Sohle 0 gehört dem Fluss.

Die alten wissen das, und deshalb gab es bei den sonstigen Hochwässern, die ebenfalls das gesamte Tal füllten, also z.B. vor knapp 100 Jahren, nicht diese dramatischen Folgen. Auch die zerstörerische Wut des Wassers liegt an dem vielen Material, was es mitschleppt, Autos, Baumaterialien und sonstiger Konsumschrott, auch dies gab es bei stark strömenden Gewässern nicht, vielleicht mal ne Kuh oder einen Zaunpfahl, aber nicht ganze Fertighäuser, das hat den Brücken den Rest gegeben, auch den alten Brücken.

All das wusste man. Es wurde ignoriert mit einer Ignoranz, die ihresgleichen sucht. Es gab schon Hochwässer mit an 10 Meter zur Schneeschmelze. Es darf nicht nach denselben Kriterien wiederaufgebaut werden, das Tal gehört dem Fluss, will man dort wieder siedeln muss mindestens der Weinbau eingestellt werden, was aber auch nicht viel bringen wird, denn die niederen Wälder der Steillagen werden verschwinden und es entsteht nackter Felsen, das Schicksal wird auch die Weinlagen treffen. Alles weiche Material hat ja schon die Ahr abgetragen, ansonsten wäre es ja kein Canyon, was nicht weg ist, ist Fels.

Nur ganz wenige Lagen der Ahr produzieren wirklich internationalen Wein, der Rest ist Touristenplörre, da die Ahr zu weit nördlich liegt sind Rieslinge nicht möglich, nur Burgunder können hier funktionieren, in guten Jahren. Es geht um Tourismusschow und Massenwein. Der Assmannshäuser Höllenberg mit Spätburgunder ist zu erhalten, um jeden Preis.

Auf der Hochebene oberhalb des Tales ist intensive Landwirtschaft und Holzplantagenbau, was ebenfalls über Nebenbäche in die Ahr entwässert.

Es ist zu 100 % sicher, dass der Canyon der Ahr unbewohnbar werden wird, es sei denn man baut Staubecken und Rückhaltebecken, was in dem engen Tal nur unter unvorstellbaren Anstrengungen möglich wäre. Das sollte man sich gut überlegen, und dann machen, was man will. Trottel gibt es jedenfalls genug. Nur das Schicksal zu bedauern und den Katastrophenschutz anzugehen, ist witzlos. Es suggeriert es könne im Canyon eine Zukunft geben.

Die Konsequenzen unseres Umgangs mit der Natur werden noch Millionen Tote fordern, ganz unabhängig von CO₂, der Fokus auf CO₂ ist Greenwashing und wird uns gar nichts bringen, weshalb sogar Schäuble einsparen will. Gut, nett, ohne ein Gesamtpaket zum Umweltschutz jedoch bedeutungslos, so bedeutungslos wie die gesamte CDU/CSU Umweltpolitik.

Das Ahrtal ist sofort zu räumen, und zum Nationalpark zu erklären, als Ergebnis dieser Politik. Man muss die Menschen davon abhalten dort weiter zu siedeln.

Update Ende.

Das Starkregen Musterdorf

wie es so viele gibt, Gerolstein, Mechernich, Satzvey, Kordel, Urft, Kall, Kommern, nennen wir diesen Ort Eifelsheim. Ich kenne die Eifel gut und habe dort gelebt, nur deshalb die Eifel. Die Wahrheit ist doch sowieso, bezogen auf die Landschaft, dass diese immer monotoner wird. Es unterscheidet sich nur die Topografie, die ist im Musterdorf eine Mittelgebirgslandschaft mit mäßigem Gefälle, typisch für ganz Deutschland, außer Norddeutschland.

Westerwald, Bayerischer Wald, Sauerland, Siegerland, Eifel was soll ich alles aufzählen … die Mentalitäten sind unterschiedlich, die Mechanismen sind fast identisch. Ursprünglich war diese Topografie in den unteren Höhenstufen fast ausnahmslos mit niederem Buchenwald bewachsen, die ab „den Römern“ verschwanden und in Eichenwald übergingen, der auch nicht heimisch ist. Ganz neu dann, mit der Moderne, Nadelwälder als Holzplantagen, denn diese Pflanzen sind eigentlich für wesentlich höhere und steinigere Gegenden. Dort, wo es wenig Erde zum Wurzeln gibt, weshalb sie sehr flach wurzeln, was eigentlich gut ist. Auch ihr schnelles Wachstum hat seinen Hintergrund in der eigentlichen Hochgebirgslandschaft, da muss man schneller erwachsen werden, schon wegen der kurzen Vegetationszeiten und der sehr unangenehmen Winter.

Bei uns im Mittelgebirge haben diese Bäume nichts zu suchen, bis auf wenige Ausnahmen mit besonderen mikroklimatischen Bedingungen und ab bestimmten Höhenstufen. Was also schon zu einem Prototypen deutscher Landschaften geworden ist, im Volkslied besungen wird, oder gar die berühmte deutsche Eiche, die kein Nadelbaum ist ;), hat mit echter Landschaft unserer Breiten nicht das geringste zu tun. Oft wird so was auch in scheinbar alten Gemälden und Büchern schon falsch überliefert, aus romantischen Gründen.

Tatsache ist: Ein Vorfahr aus dem 12. Jahrhundert etwa, der würde nicht glauben, dass er in Deutschland ist, nicht wegen der Zivilisation, sondern wegen der Wälder. Das Gleiche gilt für die übrigen Landschaftsformationen, also Felder, Wiesen etc. auch hier nur künstliches Zeug, was da eigentlich nichts zu suchen hat. Es ist eben so, es hat sich so entwickelt, aber es ist wichtig, auch Mental, diesen Übersprung, der zum Nationalmythos gehört, festzuhalten: Was wir für Natur oder Land oder natürlichen Raum halten, ist in der Tat in seiner ganzen Ausdehnung eine völlig künstliche Landschaft. Das entscheidende dabei ist, diese Landschaft kann die Aufgaben, die sie in ihrer echten Fassung hatte, unmöglich erfüllen. Auch wenn vielerorts Anstrengungen der Rekonstruktion unternommen werden, ist dies nicht systematisch, es ist zusammenhanglos. Auch Ausgleichsflächen für große Projekte sind völlig unzureichend, es stimmt das Verhältnis nicht, es wird wesentlich mehr in Zerstörung als in Rekonstruktion investiert. Es wird mit naturnahen Inseln gearbeitet, doch da es zwischen diesen Inseln keinen Zusammenhang und Zusammenhalt gibt, sind sie den Einflüssen der Umgebung ausgesetzt, damit sind auch diese Flächen weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, es sind Naturimitationen, die letztlich nicht funktional sind, sehr instabil sind. Dies gilt zum Beispiel auch für den viel zu kleinen National Park Eifel, er kann nur dem Namen nach ein National Park sein, nicht in der Praxis, weil auch hier die Einflüsse von außen Eingriffe erforderlich machen, die nicht zum National Park passen, etwa Jagd, weil in angrenzenden Revieren sonst Schwierigkeiten entstehen können. So kann es nicht zu einem Gleichgewicht kommen.

Wir müssen aus der Rekonstruktion selbst den Wert schöpfen.

Das ist auch in Eifelsheim gründlich schief gegangen:

Eifelsheim hat knapp 6000 Einwohner, also so viel wie ein sehr winziges Großstadtviertel. Eifelsheim liegt in einer Mulde, durch die schon immer der kleine Eifelsbach fließt. Die Landschaft ist weit hügelig, eher eine Hochebene, wie etwa das Maifeld. Es gibt westlich einen größeren Wald, mit hauptsächlich abgestorbenen oder sterbenden Nadelhölzern, dort gibt es fast kein Unterholz, es musste auch wegen Borkenkäfer und Waldbrandgefahr aufgeräumt werden, nach den Stürmen des Frühjahres, so die Routine des Forstamtes. Die toten Bäume werden rausgeräumt, und in Reih und Glied wird ein neuer Mischwald auf den völlig kahlen Bereichen angelegt. Experimentell, denn im benachbarten Forstamt sind die Douglasien schon wieder vertrocknet. Ansonsten ist Eifelsheim umgeben von intensiv genutzten Flächen, da die Hochebene von je her besonders fruchtbar war, Mais, Grünland, Weizen und einige Wiesen für frei laufendes Vieh.

Der Dorfkern von Eifelsheim,

direkt am kanalisierten Eifelsbach, ist alt und schön, aber die jungen Familien kommen mit den alten Bruchstein- und Fachwerkhäusern nicht mehr aus, es setzte schon vor Jahren eine Abwanderung in die etwa 40 KM entfernte Großstadt ein, auch aufgrund von fehlenden Arbeitsplätzen. Die Gemeinde verarmte, viele handwerkliche Betriebe fanden keinen Nachwuchs, auch viele Bauern sind längst zu Nebenerwerbsbauern geworden oder haben die Landwirtschaft ganz aufgegeben. Viele Einwohner arbeiten in der Kreisstadt bei einem Schieferbruch, der zu den Hidden Champions in Europa gehört. Um die Abwanderung aufzuhalten und um junge Familien in den Ort zu holen, wurde östlich oberhalb des alten Dorfkerns ein Neubaugebiet ausgewiesen, auf einer Fläche, die ursprünglich eine Heidelandschaft war, und vor der Ausweisung des Neubaugebietes nicht landwirtschaftlich genutzt wurde, außer durch Wanderschäfer. Ein Naturschutzgebiet war dort nicht ausgewiesen, es war nun mal Brachland.

sein Kumpel, der die örtliche Fremdenverkehrsamt leitet

Der clevere Bürgermeister hat dafür gesorgt, dass sein Kumpel, der die örtliche Fremdenverkehrsamt leitet, dafür sorgt, dass der Eifelsteig genau am Dorf vorbeiläuft, weil der Kumpel von dem Kumpel des Bürgermeisters der Schwager von der Frau des Kumpels vom Hotelier ist, der beim Land was zu sagen hat. Eine kleine Tourismusblüte brachte auch dem alten Dorfkern, der sich nun in vielen Wanderführern fand, eine neue Perspektive. Im Sommer gab es nette Freilichtspiele in der Burgruine, die immer „der Förster vom Silberwald“ zeigten.

Die Immobilienpreise in der 40 Km entfernten Großstadt Uffelssstein stiegen und stiegen, die Baupreise waren in der Nähe der Stadt unbezahlbar. Das Neubaugebiet in Eifelsheim erlebte einen regelrechten Boom und war nach kurzer Zeit schon abverkauft und die Infrastruktur wurde eingerichtet. Daneben lief auch die intensive Landwirtschaft weiter, mittlerweile waren die Pachtpreise auch für Ackerland so hoch, dass nur noch eine brasilianische Aktiengesellschaft das Land um Eifelsheim herum pachten oder kaufen konnte. Der letzte Bauer verschwand. Die Bolzo AG ist spezialisiert auf die Zucht von Rindern mit einem geringen Anteil an Freihaltung. Es entstanden immer mehr Maisäcker für die Silage, also das Futter für die Stallhaltung. Die Bolzo AG baute neue moderne Stallungen für EU Bio Siegel und die neue Linie eines Discounters konnte zur Topmarke werden. Auch die lokalen Steuereinnahmen stiegen, weil der Umlageschlüssel durch die vielen neuen Einwohner besser wurde.

Damit haben wir ein fast prototypisches Setting. Konzentrieren wir uns nun auf das Flächenmanagement in unserem kleinen Beispielort:

Intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen

sie brauchen eine Drainage in Form von vielen kleinen künstlichen Kanälen, oder Gräben, die man kaum wahrnimmt. Diese Felder sind so angelegt, dass Wasser zu einem großen Teil in diese Drainagegräben strömt. Die Fläche selbst ist zwar noch „Erde“, sie ist aber durch das Befahren mit landwirtschaftlichen Maschinen stark verdichtet, die Kulturpflanzen sind ebenfalls nicht in der Lage viel Wasser zu speichern. Mais ist besonders anfällig. Die Gräben und Drainagegräben haben häufig keinen gerichteten Abfluss, oder ein vermessenes Gefälle, sie sind eher bei der Anlage des Feldes nebenbei entstanden. Daneben gibt es größer angelegte Drainagekanäle, die vor allem das Ergebnis der Flurbereinigung sind und noch effektiver entwässern. Normalerweise können die anfallenden Wassermengen so die Gräben füllen aber verdunsten und versickern schnell wieder. Am Ende landet das meiste Wasser, was diese Felder nicht mehr aufnehmen können, was abgeleitet wird um überhaupt Landwirtschaft betreiben zu können, in irgendeinem Bachlauf, wovon es unzählige Rinnen und Gräben und sonstwat gib, was erst als Bach erkennbar wird, wenn wirklich große Mengen Regen fallen. Regelmäßig hat die Flurbereinigung gerade diese Kapillaren der Wassersysteme angegriffen, durch Kanalisierung und Ausbau, sowie durch Were und Dämme. Viele dieser Kanäle weisen eine viel höhere Fließgeschwindigkeit auf, als es etwa ein gewundener Wiesenbach täte. Es musste im Zuge der Flurbereinigung also vor allem dieses Kapillarsysteme aus den genutzten Flächen verschwinden, um ein mehr oder weniger rechtwinkeliges und schnurgerades Kanalsystem zu bauen. So wird keine Wiese, keine Fläche von einem natürlichen Lauf durchkreuzt und kann also komplett befahren und genutzt werden. Diese Mikrogewässer leiten abhängig von Wasserscheiden in Bäche ab, in unserem Fall in den Eifelsbach. Dieser ist im alten Ortskern in ein oben offenes Kanalsystem von 3 Meter Breite und 2,2 Meter Tiefe gefasst, am Rande ein Geländer und hin und wieder ein Brücklein, was im Prinzip ein Rohr mit Weg obendrauf ist.

Straßen, Bauten und Freizeiteinrichtungen

inner- und außerhalb Eifelsheim. Der Golfplatz war die Idee, von dem den der Hotelier beim Land gefragt hatte, weil der wiederum jemanden von der Schieferbruch Firma kannte, der was für seinen US-Geschäftspartner brauchte, voilà – die Geburt des Golf Clubs Eifelsheim. Auf dessen Platz nur die Löcher noch Wasser aufnehmen, jeweils 20 Kubikzentimeter – also ein Fassungsvermögen von 18 mal 20 cm3. Wer immer eine Fläche, wie auch immer versiegelt, der weiß genau, das wichtigste sieht man diesen Flächen, sind sie fertig, nicht an, ihre Kanalisation. Vom Prinzip das gleiche wie auf den intensiv genutzten Flächen der Landwirtschaft. Wer versiegelt, der muss immer entwässern und trockenlegen, also Raum für Wasser verdrängen, mit anderen Stoffen. Und wenn er das gemacht hat, dann muss er für Abfluss sorgen, denn diese Flächen schlucken gar kein Wasser mehr, also muss es in die Drainage, was bei versiegelten Flächen in der Regel die Kanalisation ist.

In Eifelsheim haben wir zwei historische Abschnitte der Kanalisation. Teile der alten Kanalisation im Ortskern sollen sogar noch zur römischen Eifelwasserleitung, der Mutter der deutschen Badekultur, gehören.

Die Eifelwasserleitung stellt sich als technisches Denkmal ersten Ranges dar, an dem sich das römische Vermessungswesen, die römische Organisationsfähigkeit und das Können der römischen Ingenieure eindrücklich studieren lässt. Es ist bezeichnend für den Verlust an technischem Wissen, dass nach der Zerstörung und dem Verfall der Anlage die nachfolgenden Generationen nichts Rechtes mehr mit der Leitung anfangen konnten und sie als Steinbruch verwendeten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eifelwasserleitung

Die Kanalisation voll mit Fettresten, Abfällen, Ablagerungen und die Leitungen haben nur noch einen geringen Durchmesser

Daneben gab es Bauabschnitte im Mittelalter und unmittelbar nach dem Krieg, am besten hat sich der römische Teil gehalten. Dennoch ist die Kanalisation voll mit Fettresten, Abfällen, Ablagerungen und die Leitungen haben nur noch einen geringen Durchmesser. Das Neubaugebiet steht für den Bauabschnitt unserer Zeit, hier haben wir saubere Leitungen, die nach dem Stand der Technik gebaut sind. Aber es wurden historische Abflussmengen zugrunde gelegt, und nicht die Abflussmengen, die eine Kanalisation fassen muss, wenn sich die Atmosphäre erwärmt, kann sie pro Grad 7% mehr Feuchtigkeit speichern, wir sind im Schnitt bei 2 Grad, regional mehr oder weniger, denn hier muss man Klima schon auch auf mögliches Wetter runterbrechen. (da sind wir ungefähr, ne, nicht vergessen, wenn es um die Verhinderung einer Erwärmung um 1,5 Grad geht, dann sind wir in der Realität bei 3,5 Grad, da die Ziele ja nicht von einem Nullsockel ausgehen, den kennen wir nicht ernsthaft. Es wird danach gefahndet – Paläoklima, außerdem gibt es natürliche Klimafaktoren, die immer oben drauf kommen.

Der Wald, die Hitze, die Dürre, die Monolultur

Der Wald hatte in den letzten Jahren vor allem unter der Dürre und den Hitzewellen zu leiden. Insbesondere die intensiv genutzten Wälder, die der reinen Verwertung durch die Holzindustrie dienen, fanden sich auch rund um Eifelsheim. Schon bevor die meisten Bäume abgestorben waren, waren diese Wälder praktisch eine tote Zone in der außer den Nadelbäumen und wenigen Insekten praktisch nichts lebte. Es gab kein Unterholz, der Boden war mit abgestorbenen Nadeln zentimeterhoch bedeckt, hin und wieder ein Pilz oder ein Farn, ansonsten ein Boden wie in einer Wüste. Durchzogen werden diese „Wälder“ von stark beanspruchten Forstwegen, die breite Schneisen in den Wald schlagen und durch Befahrung bei Regen und Feuchtigkeit tief eingegrabene Spuren hinterlassen. Viele dieser Waldparzellen werden ebenfalls künstlich entwässert, ohne das der arglose Wanderer dies überhaupt bemerkt. Er hält die häufig rechts und links des Schotterwaldweges, über den er läuft, sichtbaren Rinnen für natürliche Bachläufe. Tatsächlich wird auch hier meist entwässert, in den Oberlauf des Eifelsbaches. Ansonsten gilt für diese Waldflächen das gleiche, was für einen Maisacker gilt: Totes Gebiet, nur durch eine etwas andere Bodenbeschaffenheit von einer Betonfläche zu unterscheiden, was die ökologische Qualität angeht.

Ohne es zu merken, ohne es bewusst zu tun, nur weil man sich an bestimmten Vorstellungen und Traditionen orientiert hat, eigentlich alles so gemacht hat, wie alle anderen Dörfer auch, deshalb ist Eifelsheim zum Zentrum einer Todeszone geworden, in der das Leben von einem Moment auf den anderen nicht mehr möglich ist. Und niemand hat es bemerkt, niemand hätte es für möglich gehalten, weil jeder nur an seinem kleinen Stück arbeitet, weil jeder nur das kleine Glück für sich und die Kinder will. Die Reiter wollen Pferde und die Rinderzüchter Rinder. Ich will Katzen.

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Die Nacht zum 17.07.

Ein Tief hat sich nicht mehr bewegt, es ist nur noch um seinen Kern gekreist, weil der Jetstream nicht mehr in der Lage ist zuverlässig auch Megatiefs wegzuschaufeln, das dauert. Während dieser Zeit, zog sich das Tief feuchte heiße Luft auf seiner süd-ost Seite rein und als diese kreisenden Massen sich nach Norden bewegten regnete es und regnete es und regnete es und regnete es und es hörte 14 Tage nicht mehr auf zu regnen.

Da siehst du? Den einen kleinen Wassertropfen? Das ist der Tropfen, der Tropfen, deshalb folgen wir ihm:


Er schlägt auf einem Maisacker auf und wird sofort in den überlaufenden Drainagegraben gespült, er rauscht über den Feldweg, bis er sich kurz vor dem kleinen Wall einer Straße den Kopf stößt und im Kreise kreist, dann schon drückt es ihn von hinten auf die Straße, in die Ablaufrinne, in den Gully, in die Kanalisation, es tost und rauscht und mit einer abartigen Geschwindigkeit geht es Richtung Eifelsheim, es ist stockdunkel, nur der Mond hinter den Schleiern des nachlassenden Regens, des ausdünstenden Landes, ein neuer Kreisel des Tiefs beginnt, es wird immer lauter, immer größeres Tosen, plötzlich drückt der Tropfen gegen die Wand der Kanalisation, wird fast zerquetscht, da – ein Rohr, der Wassertropfen steigt das Rohr hinauf, plötzlich stößt er gegen eine Klappe oder einen Deckel, wieder staut es sich und „Wumm“ der Deckel fliegt auf und die ganzen Massen schießen aus der Toilette von Beate, Beate schreit nach Heribert: „Heribert, das Klo ist explodiert überall Schlamm.“ „Beate, was ist, draußen ist alles trocken, nur der Regen“ Heribert stürzt Richtung Badezimmer, stürzt Richtung Keller, als er die Tür aufmacht, kommt ihm ein großer Wasserschwall entgegen, endlos strömt es aus dem Keller nach, die beiden müssen sich ins erste Stockwerk flüchten, da hören sie ein Grollen, sie gehen ans Fenster, sie sehen, wie aus den Häusern das Wasser läuft und dann die Wasserwalze, die im Bruchteil einer Sekunde alles fortreißt – das Erdgeschoss wird unter dem ersten Stock hinweg gerissen, und Trecker und Rinder und Bäume und Kinder und Golfschläger und Wanderschuhe und Camper und Autos und Öltanks und Gastanks alles treibt in den Fluten und doch hört man nichts außer Wasser, Wasser was zum Malstrom wurde.

So ungefähr läuft das bei Starkregenereignissen, besonders kritisch ist der Moment, wenn das Fassungsvermögen der Kanalisation erreicht ist, ihr bleibt, je nach Situation nichts anderes übrig als zu explodieren, damit dringt das Wasser auch in relative tiefe Bereiche unter der Oberfläche ein, zusätzlich zum Oberflächenwasser, leisten dann diese unterirdischen Ströme ganze Arbeit und reißen alles und jedem das Fundament weg.

Völlig künstlichen Landschaften, die wir Natur nennen

Wir stehen gerade ganz am Anfang und diese Form von völlig künstlichen Landschaften, die wir Natur nennen, ist schon jetzt in ihrer Gänze nicht in der Lage auch nur kleinsten Veränderungen standzuhalten. Der Grund dafür ist, es handelt sich bei diesen Landschaften nicht um Natur, nicht um Kultur, es handelt sich um Wasteland, und dieses kann sich nicht mehr aus eigenem „Trieb“ anpassen. Also ist schon jetzt klar, dass das Wiedererwecken des Wastelands, parallel zum Klimawandel und der sonstigen Umweltzerstörung laufen würde. Damit ist davon auszugehen, dass das Rekonstruieren der Resilienz und Anpassungsfähigkeit der „Landschaften“, sie wieder zum Leben zu erwecken, schnell gehen muss, denn dieser Prozess dauert unter den Bedingungen einer sich rasch verändernden Situation länger.
Wir haben keine Sekunde mehr Zeit. Oder wir geben auf, dann werden nur noch die Reichen einen trockenen Fuß haben oder Trinkwasser.

Es geht nicht um einen Ausstieg, es geht um einen Einstieg in etwas Besseres! Das, was wir haben ist Schrott.

This post was last modified on 23. Mai 2022 18:09

Swash

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