Hildesheim Site Walks II Serpinski und Kurosawas "Rashomon".
Vielleicht ist den einem oder anderen aufgefallen, dass eine Inflation von Dreiecken ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist.
Ob nun der Aufbau im Turm selbst, die Seilbahn, die mit Platz und Turm ein Dreieck bildet oder die Form im Park - überall bis in die kleinsten Details spielen Dreiecke eine Rolle. Für uns geht es um die Selbstähnlichkeit der Dreiecke - eine vollkommene Kaskade von Dreiecken, die schließlich in ein "DreieckFraktal" münden.
Die formale Form eines Dreieckfraktals, also eines "unendlichen" Dreieckstroms stellt für uns eine symbolische Form von Erinnerungsprozessen dar, die in gewisser Weise selbstähnlich erscheinen.
Eine Erinnerung ergibt die nächste, die aber wiederum von den vorheriegen beeinflusst wird -
Erinnerungen sind "selbstähnlich". Einerseits wird die Abspeicherung von neuen Erinnerungen beeinflusst, aber durch neues Einspeichern werden bereits gespeicherte Abschnitte tangiert, verändert. Erinnerung - ist so ein Strom, der zu keinem Zeitpunkt je stillsteht. Der einzige Ankerpunkt ist der Sachverhalt selbst - der eingekapselte Gegenstand, doch dieser wird durch den Strom der Erinnerungen immer wieder neu bewertet und angeschaut - er scheint immer gleich, ist aber von einem Bewertungsschwarm umgeben, der sich dauernd wandelt.
Hier greift auch der sogenannte Rashomon-Effekt, der für uns ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt hat. Diejeniegen, die die Aktionen und Objekte live erlebt haben, können ja nun einmal ihre eigene Erinnerung an die Ereignisse Revue passieren lassen, dann mit anderen darüber Reden, sich andere Versionen anhören, dann erneut die Frage stellen - was ist eigentlich passiert - im Bambus Lustwäldchen ?
Rashomon von Akira Kurosawa (1950) ganzer Film - Quelle
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